Umweltsünde : Schlamm stinkt zum Himmel

Gunder Rasmussen zeigt den stinkenden Schlamm, der sich auf dem Grund des Vorfluters angesammelt hat.
Gunder Rasmussen zeigt den stinkenden Schlamm, der sich auf dem Grund des Vorfluters angesammelt hat.

Ein Graben, der zur Loiter Au führt, ist stark verschmutzt. Grund dafür ist ein Störfall auf einem Steinfelder Landwirtschaftsbetrieb.

shz.de von
07. August 2014, 12:30 Uhr

Mit einem Hilferuf wandte sich Gunder Rasmussen aus Loit an unsere Zeitung. Ihm war eine Umweltsünde aufgefallen, die zum Himmel stinkt. Es betrifft den Vorfluter, der von Steinfeld kommend als offener Graben in die Loiter Au fließt. Er ist an der Steinfelder Straße einsehbar. „Normalerweise war dies ein Stück Natur, wo klares Wasser im Kiesbett floss“, erinnert sich Rasmussen. Doch heute sei das Wasser hell- bis dunkelbraun, und auf dem Kiesbett habe sich eine etwa 20 Zentimeter starke schwarze, stinkende Schlammschicht abgelagert – offenbar Fermenter-Rückstände aus der Biogasproduktion.

Da alle Privatgrundstücke an dieser Bek über Nachkläranlagen verfügen oder in die zentrale Steinfelder Kanalisation einleiten, hatte Rasmussen einen landwirtschaftlichen Betrieb aus Steinfeld als Verursacher ausgemacht, von dem aus offenbar über einen längeren Zeitraum Rückstände in die Au geleitet worden sind. Und da von Privateinleitern eine kostspielige Nachklärung verlangt wird, fragt er: „Gibt es für landwirtschaftliche Betriebe andere Auflagen als für private?“

Jörn Jäger vom Fachdienst Wasserwirtschaft des Kreises beantwortet diese Frage mit einem klaren „Nein“. Seiner Behörde seien mehrere Betriebsstörungen von dem Steinfelder Landwirt gemeldet worden, bei denen ein Behälter übergelaufen war. Dies sei sogar strafrechtlich verfolgt worden. Positiv sei aber zu vermerken, dass ein weiterer Störfall dieses Betriebes durch Vorsorge des Besitzers ohne Einleitung in den Vorfluter abgelaufen sei.

Durch die Nachfrage unserer Zeitung erfuhr auch Albrecht Nissen, Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbands Angelner Auen, von den Ablagerungen. Sein Verband ist für den Zustand aller Fließgewässer zuständig, die auf der nördlichen Seite in die Schlei münden. Er ordnete schnellstmöglich einen Ortstermin mit der Wasserbehörde und dem Steinfelder Landwirt an. Die Ablagerungen wurden amtlich festgestellt, und dem Landwirt wurde empfohlen, seine Leitungen zu reinigen.

Die Sohle des Grabens wird nun vom Wasser- und Bodenverband ausgebaggert und der schwarze Schlamm entfernt. Die Kosten trägt der Landwirt. Dieser betonte, dass er diese Zahlung freiwillig übernommen habe, um weiteren Schaden so weit wie möglich von der Natur fern zu halten. Die ihn betreffenden Maßnahmen habe er bereits umgesetzt. Es ist also anzunehmen, dass bald wieder klares Wasser über das Kiesbett der Bek fließt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen