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Erosionsgefahr : Schilf soll Schlei-Insel Kieholm schützen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ein Verein will die Erosion an der Westseite der Schlei-Insel Kieholm aufhalten. Die Mitglieder wollend das Mini-Eiland kaufen.

Kosel | Einen weiteren Schritt zur möglichen Rettung der Insel Kieholm in der Schlei konnte der Verein „Kleine Insel in der Schlei Kieholm“ („KISK“) jetzt realisieren. Vereinssprecher Karl Walther aus Bohnert hatte mit seinem alten Fischerboot „Lotte“ eine rund 200 Quadratmeter große Schilfinsel an die Westseite der Insel geschleppt und konnte sie dort am zweiten Weihnachtstag mit drei Trossen befestigen. „Das Schilf bringt auf der Hauptwindseite ganz viel Schutz für die Insel“, sagte er glücklich.

Auf der Schlei trieben immer wieder Schilfplacken, mal größer mal kleiner, umher, die bei Stürmen und starkem Wellengang abgerissen werde, so Walther. Dieser Placken trieb wohl schon – nach seinen Beobachtungen – seit dem Frühjahr im Bereich zwischen der Königsburg und Hülsen. Zuletzt lag er im Bereich eines Anlegers an der Königsburg. Mehrmals hatte Walther im Vorjahr versucht, die geschätzt 100 Tonnen schwere Schilfinsel mit seinem Boot abzuschleppen, aber sie lag fest.

Am zweiten Weihnachtstag endlich war Hochwasser, und der Schleppvorgang gelang. Rund eine Stunde dauerte der Transport. Mit drei Trossen befestigte Walther das Schilf an der Insel Kieholm, was nach seiner Aussage in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg erfolgte. Nun hofft der Verein, dass man die Schilfplatte beim nächsten Hochwasser noch etwas höher auf das Land ziehen kann, um sie dann mit Pfahlankern zu befestigen. Damit verbunden ist der Wunsch, dass das Schilf wurzelt und der Insel einen langfristigen Schutz bietet.

Parallel dazu will der Verein EU-Fördermittel für eine weitere Sicherung der Insel durch eine Grundschüttung von großen Steinen an der Westseite einwerben. Diese sollen auf die Insel zulaufende Wellen aus Westen ab einer Tiefe von rund 180 Zentimeter bremsen und ihre Energie aufnehmen. Außerdem wäre es dem Verein lieb, die Insel, die zurzeit noch einem Privatmann gehört, zu erwerben, dieses im Idealfall unter Beteiligung der Gemeinden Kosel und Ulsnis. „Das wäre auch eine Brücke über die Schlei“, sagte Walther, der sich sehr über die neuen Möglichkeiten freut. Verhandlungen über den Erwerb der etwa 3900 Quadratmeter großen Insel liefen schon, Details könne er noch nicht sagen.

Sollten die Gemeinden nicht mit ins Boot steigen, dann werde „Kisk“ sich um weitere Möglichkeiten kümmern. Und wenn das ganze Vorhaben nicht gelingt, sei das auch in Ordnung. Walther: „Mit dem Kopf durch die Wand will ich nicht.“ Unabhängig davon habe der Verein die Öffentlichkeit auf Veränderungen an der Schlei aufmerksam gemacht. Im Jahr 2100 werde es durch den Klimawandel und den Anstieg des Meeresspiegels sicher 100 neue Inseln in der Schlei geben, so Walthers Prognose.

Wer den Verein unterstützen möchte findet Infos auf www.rettetkieholm.org. Besonders freuen, würden sich Walther und die „Kisk“-Mitglieder über die Meldung weiterer Schilfinseln, die ebenfalls zum Inselschutz abgeschleppt werden könnten.

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erstellt am 07.Jan.2014 | 08:57 Uhr

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