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Kirche am Urlaubsort : Schichtwechsel in der Urlaubskirche

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Während im Feriendorf Golsmaas die Prädikanten Corinna Paulekuhn und Werner Poddey ihre Koffer packen, steht ein Nachfolgeteam schon bereit.

Wenn Corinna Paulekuhn und Werner Poddey heute ihre Koffer packen und die Heimreise nach Hessen antreten, liegen hinter ihnen drei Wochen als „Kirche-am-Urlaubsort“-Team im Feriendorf Golsmaas. Die 52-jährige Heilpädogogin aus Bad Arolsen, die in einer Berufsschule Menschen mit Behinderungen unterrichtet, und der 64-jährige Dozent für Computertechnik haben mit Kindern gespielt und gebastelt, mit den Familien gemeinsam gefrühstückt, über unterschiedliche Themen diskutiert, einen Pilgerweg rund um Golsmaas unternommen, Familiengottesdienste gefeiert und vieles andere mehr. Für jede Altersgruppe hatte das Angebot der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland etwas in petto.

Unter dem Motto „Me(e)hr erleben im Sommer“ geht es bei den vielfältigen Veranstaltungen um gemeinschaftliches Erleben. Und so waren Corinna Paulekuhn und Werner Poddey, beide Prädikanten in der evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck, in Golsmaas jederzeit Ansprechpartner für die derzeit rund 400 Gäste im Feriendorf. Da gab es viele Gespräche – denn im Urlaub haben die Familien Zeit zum Nachdenken, Kraft zu sammeln und sich manches von der Seele zu reden. Paulekuhn sagt: „Wichtig ist es, da zu sein – immer gesprächsbereit und stets unaufdringlich.“ Der Ostsee wegen, die Werner Poddey von eigenen Familienfreizeiten her kennt, sind die beiden nach Golsmaas gekommen, und es hat ihnen gefallen. Schon jetzt denken sie daran, auch 2015 erneut dabei zu sein.

Der Einladung zu „Spaß für Kinder“ sind kurz vor Ende der ersten „Kirche-am-Urlaubsort“-Schicht der fünfjährige Frido und seine zwei Jahre jüngere Schwester Jonna aus der Nähe von Lüneburg gefolgt. Sie basteln grasgrüne Frösche als Stiftehalter und auch Buddelschiffe mit Muscheln, Steinchen, Sand vom unweit gelegenen Strand. Mit blauer Knete formen sie in leeren Marmeladengläsern das Meer, auf dem aus Korken und Zahnstochern fabrizierte Boote in den Wogen schaukeln. Natürlich dürfen sie ihre Basteleien mitnehmen, sie werden sie daheim an unbeschwerte Tage an der Ostsee erinnern. Zu den Geschwistern hat sich die fünfjährige Miriam aus Düsseldorf gesellt. Gekommen ist auch die elfjährige Vera aus Magdeburg. Drei Wochen lang bleibt ihre Familie in Golsmaas – und Veras Vater, Christoph Rink, ist begeistert. Zum 15. Mal ist er nun schon „Golsmaaser auf Zeit“ und wird, so versichert er, im nächsten Jahr natürlich wieder kommen. Rink: „Golsmaas und ‚Kirche am Urlaubsort‘ – diese Kombination gefällt mir.“ Was für die Kinder möglich gemacht werde, sei geprägt von Kreativität und Fantasie, lobt er. Das bei alledem der Glaube eine Rolle spielt, ist für Christoph Rink besonders wichtig: „Hier findet echte Ökumene statt.“ Was das bedeutet, weiß er als Katholik zu schätzen und erzählt, dass es in Magdeburg eine „doppelte Diaspora“ gibt: 16 Prozent der Einwohner bekennen sich zum evangelischen, vier Prozent zum katholischen Glauben – die restlichen 80 Prozent der Magdeburger sind konfessionslos.

Auch wenn Corinna Paulekuhn und Werner Poddey Golsmaas „Tschüs“ gesagt haben – „Kirche am Urlaubsort“ geht weiter. Als Nachfolge-Team kommen Martina Heger-Grünhagen und ihr Ehemann Hinrich aus Wulften in Südniedersachsen. Beide waren bereits im vergangenen Jahr im Feriendorf im Haus 51 zur Stelle und übernehmen in Golsmaas die „zweite Schicht“. Sie wissen, was die Eltern aus allen Teilen der Republik möchten: Zeit für sich und ihre Kinder.

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