Bauausschuss : Schallschutz für Koslowski-Halle

Betreiber muss Auflagen erfüllen, um Anwohner vor Lärm zu schützen

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15. Oktober 2011, 08:13 Uhr

Kappeln | Um die Koslowski-Halle weiterhin in der Form nutzen und betreiben zu dürfen wie dies bislang der Fall gewesen ist, sind umfangreiche Änderungen nötig. Dies wurde jetzt während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses deutlich. Zwar votierten die Ausschussmitglieder einstimmig für den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss des entsprechenden B-Plans Nr. 69. Damit einher gehen jedoch teils kostenintensive Bauarbeiten, die Hallenbesitzer Rainer Koslowski vornehmen muss, um sämtlichen Auflagen genüge zu tun. Die für die Anwohner wohl entscheidendste: In Abgrenzung zur Wohnbebauung sind sogenannte aktive Schallschutzmaßnahmen erforderlich.

Rainer Isensee fand eindeutige Worte. "Der Teufel liegt bei diesem Projekt im Detail", sagte der Mann von der AC-Planergruppe. Auf der einen Seite steht die planungsrechtliche Absicherung, die den Status der Koslowski-Halle als Veranstaltungsraum bewahren soll, auf der anderen der Schutzanspruch der Anwohner. Gleichzeitig muss der vis-à-vis im Entstehen begriffene Hotel- und Gastronomiekomplex im Gebäude der Getreide AG berücksichtigt werden. Mit Veranstaltungshalle und Hotel sehen sich die Anwohner also gleich mit zwei Lärmquellen konfrontiert - und Rainer Isensee formulierte es so: "Es liegt im Interesse aller, beide Nutzungen verträglich zu gestalten." Genau da liegt aber auch die Krux: Weil das entstehende Hotel mit seinen akustischen Störfaktoren als Vorbelastung mitbetrachtet werden muss, werden die potenziellen Schallereignisse von Hotel und Halle addiert. In der Summe darf der Lärm dem Schutzbedürfnis der Anwohner nicht zuwiderlaufen. Nach den Worten Rainer Isensees haben sich die Ersteller der Schallgutachten beider Projekte aber inzwischen abgestimmt und errechnet, was jeder Bau an Lärm produzieren darf.

Grundsätzlich soll eine achtstündige Nachtruhe garantiert werden. Die Nachtzeit beginnt im Regelfall um 22 Uhr und endet um 6 Uhr. In Absprache mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat die Stadt aber bereits den Beginn der Nachtzeit um eine halbe Stunde hinausgeschoben, also auf 22.30 Uhr. Dies ist im Rahmen der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) möglich. In der Begründung zum B-Plan Nr. 69 heißt es dazu, dass die Stadt ein öffentliches Interesse daran habe, die Koslowski-Halle als kulturellen Veranstaltungsort zu etablieren. Deshalb sei die Ausweitung der Betriebszeit um eine halbe Stunde notwendig. Auf diese Weise könnte nach Isensees Rechnung ein Großteil der Veranstaltungen problemlos stattfinden, da der zulässige Immissionswert der Halle tagsüber auf 52 Dezibel zu beschränken ist. Voraussetzung ist allerdings, dass auch die neu ausgewiesenen Stellplätze auf dem Areal bis 22.30 Uhr geräumt sind, denn danach verringert sich der erlaubte Immissionsrichtwert erheblich.

Im südlichen Bereich des Grundstücks sollen demnach 20 Stellplätze verteilt auf zwei Flächen entstehen. Um diese aber auch tatsächlich nutzen zu können, muss an der westlichen Grundstücksseite eine Schallschutzwand in einer Höhe von mindestens 1,50 Meter errichtet werden. Solch eine Wand reicht jedoch zum Schutz der Bewohner des südlich gelegenen mehrgeschossigen Mehrfamilienhauses nicht aus. Die südlichen Stellplätze sind daher zu überdachen. Weil außerdem etliche Bäume weichen müssen, um die nötigen Stellplätze ausweisen zu können, sind Ersatzpflanzungen an anderer Stelle erforderlich. Zusätzlich muss ein abgeschirmter Außenbereich für Raucher geschaffen werden, damit deren Gespräche die Nachtruhe nicht stören.

Unterm Strich sprach Rainer Isensee von einer "beengten Situation" - aber zum Wohle der Anwohner sei der Schallgutachter bei seinen Berechnungen und Prognosen immer von der oberen Grenze ausgegangen. Dennoch bleibt dem Hallenbetreiber die Möglichkeit, die sonst erforderlichen Limits an zehn Nächten im Jahr zu überschreiten - bei außergewöhnlichen Ereignissen und unter bestimmten Bedingungen.

Auf Nachfrage erklärte Hallenbesitzer Rainer Koslowski gestern, über die erforderlichen Auflagen informiert zu sein - und handeln zu wollen. "Jetzt sind wir so weit vorgeprescht, jetzt ziehen wir das auch durch", sagte Koslowski. Er sei gewillt, die nötigen Arbeiten umzusetzen. Erste Konsequenz: Für 2012 hat Rainer Koslowski bereits den Beginn sämtlicher geplanten Veranstaltungen um eine halbe Stunde vorverlegt.

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