Kappelner Tafel : „Santiano“ wird Schirmherr der Tafel

Eingesackt: Ab sofort ist die bekannte Band „Santiano“  bei der Kappelner Tafel als Schirmherr mit im Boot. Die Freude über diesen Coup ist groß bei Kassenwart Peter Volkmar Baumann, beim Vorsitzenden Burkhard Rautenberg und dessen Stellvertreterin Heidi Gooßens (von links).
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Eingesackt: Ab sofort ist die bekannte Band „Santiano“ bei der Kappelner Tafel als Schirmherr mit im Boot. Die Freude über diesen Coup ist groß bei Kassenwart Peter Volkmar Baumann, beim Vorsitzenden Burkhard Rautenberg und dessen Stellvertreterin Heidi Gooßens (von links).

Die Kappelner Tafel hat einen besonderen Schirmherrn gewonnen: Die Band „Santiano“ ist jetzt ihr Botschafter und stiftet Gewinne gegen Spenden.

shz.de von
24. Juni 2014, 07:30 Uhr

„Tue Gutes und rede drüber“ – das tut die seit fast zwei Jahren bestehende Kappelner Tafel. In den Reihen der Mitglieder gab es nun jemanden, der jemanden kennt und der setzte sich mit der im Flensburger Raum beheimateten Musikband „Santiano“ in Verbindung. Deren Mitglieder sagten spontan zu, für die Kappelner Tafel die Schirmherrschaft zu übernehmen, ihr Botschafter zu sein. Das bekräftigten die Band-Mitglieder jetzt in einer Video-Botschaft und riefen dazu auf, Menschen, die Hilfe benötigen, zu unterstützen – mit Spenden, denn ohne Geld geht nichts.

Die Freude darüber ist in den Reihen der Mitglieder der Kappelner Tafel – allen voran Vorsitzender Burkhard Rautenberg, dessen Stellvertreterin Heidi Gooßens und Kassenwart Peter Volkmar Baumann – groß, denn: Einen solchen Schirmherrn zu haben, steigert den Bekanntheitsgrad, schafft Problembewusstsein für Menschen, die in finanziellen Nöten sind, sich kaum etwas leisten können. Dann hilft die Tafel. Doch auch sie hat Probleme. Umso dankbarer ist sie deshalb den Musikern von „Santiano“, die Musikgenres wie Volkslieder, Schlager, Irish Folk und Seemannslieder mischt und damit erfolgreich durch Deutschland tourt.

Bei einer Zusammenkunft der 27 Helfer mit Unterstützern der Kappelner Tafel, war es Otto Reimer, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, der die Situation darstellte. Bei der Gründung waren es 27 bis 30 Bedürftige, die mit dem Berechtigungsschein vom Sozialamt in der Hand kamen, um im Ellenberger Begegnungszentrum Lebensmittel einzukaufen. Da zu jedem Berechtigten eine Familie gehört, waren das, so rechnete Reimer vor, rund 100 Menschen, die jeden Freitag ab 13 Uhr anstanden. Im Laufe der zurückliegenden zwei Jahre hat sich laut Reimer die Zahl der Berechtigten fast verfünffacht – sie ist auf 145 angewachsen, darunter Menschen, die von ihrer Arbeit oder von der Sozialhilfe nicht leben können, zunehmend Rentner sowie Asylbewerber. „Das bedeutet, dass wir rund 300 Menschen in Kappeln und Umland versorgen“, betonte Reimer und wies darauf hin, dass das nur für Menschen gilt, die das Begegnungszentrum zu Fuß erreichen können. Wer nicht mobil ist, aber berechtigt wäre, habe das Nachsehen. Vor diesem Hintergrund ist geplant, ab Herbst bei der Kappelner Tafel einen Bringdienst zu installieren.

Das alles bedeutet jedoch, dass, so Reimer, „wir unsere Kapazitäten hinsichtlich Personal, Lebensmittel und Geld erreicht haben“. Die laufenden Kosten seien enorm, und es gebe noch so viel zu tun. Denn 300 mit Lebensmittel versorgte Menschen sind nach Ansicht von Reimer nur die Spitze des Eisberges. Und er übt Kritik an der Politik: „Gebe es mehr soziale Gerechtigkeit, wären die Tafeln überflüssig.“ Da sei es gut, dass die Kappelner Tafel von der Stadt, den Rotariern, den Lions und den „Schliejungs“ unterstützt werde. Doch das sei nicht ausreichend, weil viel investiert werden müsse, um den Anforderungen zu entsprechen. Benötigt werden auch weitere Helfer, die ihre Zeit als Mitgliedsbeitrag in den Dienst der guten Sache stellen.

Die Übernahme der Schirmherrschaft durch die Band „Santiano“ war zugleich der Startschuss für ein Gewinnspiel, betitelt mit „Spenden und gewinnen“. Da hofft die Kappelner Tafel auf großzügige Zuwendungen – einmalig oder regelmäßig als Dauerauftrag. Als Gewinne warten nicht nur Fan-Artikel von „Santiano“ und einige Freikarten für deren Konzert am 19. Juli in Husum, sondern insgesamt 50 von der Geschäftswelt gestiftete Preise, die unter den ersten 100 Spendern ausgelost werden. Das Spendenkonto: Kappelner Tafel e.V. bei der Nospa – IBAN: DE 71 21 75 00 00 01 86 08 40 34 BIC: NOLADE21NOS. Dabei ist es erforderlich, unter Verwendungszweck Name und Anschrift zu vermerken, damit die Spender namentlich erfasst werden und im Fall der Fälle ihren Preis erhalten können.

Es war der stellvertretende Bürgervorsteher Helmut Schulz, der allen Unterstützern aus der Seele gesprochen haben dürfte, als er der Tafel für ihr Engagement dankte und darauf hinwies, dass „wir die Arbeit gerne unterstützen, weil sie notwendig ist“. Wenn es gelänge, Nöte abzumildern, sei das eine gute Sache.

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