Kappeln : Ruderer wollen Schwimmbad erhalten

Einstimmige Wahl: Vorsitzender Michael Schürmann (r.) gratuliert seinem Stellvertreter Gerald Pfeiffer-Raab.
Einstimmige Wahl: Vorsitzender Michael Schürmann (r.) gratuliert seinem Stellvertreter Gerald Pfeiffer-Raab.

Die Rudervereinigung macht sich für den Erhalt des Kappelner Schwimmbades stark. Die Sportler benötigen die Halle für ihr Sicherheitstraining.

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11. März 2014, 07:30 Uhr

Der Vorstand der Rudervereinigung Kappeln (RVK) im TSV Kappeln kann in bewährter Weise weiter erfolgreich zusammenarbeiten. Das ermöglichte die Jahresversammlung im Bootshaus in Grauhöft, indem sie alle erneut kandidierenden Vorstandsmitglieder ohne Gegenstimmen im Amt bestätigte, darunter Gerald Pfeiffer-Raab (zweiter Vorsitzender) und Andrea Cornils (Kassenwartin).

Lediglich bei der vom Vorsitzenden Michael Schürmann vorgetragenen Anschaffung eines sogenannten Inriggers entwickelte sich eine intensive Diskussion. Ein Inrigger ist ein geklinkertes Riemenboot, dessen Ursprung in Dänemark liegt. Im Inrigger sitzen die Ruderer zwar hintereinander, allerdings seitlich versetzt. Das Boot besitzt zudem keine Ausleger und gilt daher als weniger anfällig bei Wellengang.

Der Deutsche Ruderverband hat nun der RVK angeboten, ihr einen Inrigger im Wert von rund 11.000 Euro 15 Jahre lang zur Verfügung zu stellen. Der Verein muss sich allerdings verpflichten, das Boot (Zweier mit Steuermann) zu betreuen, für die Vermietung durch den DRV vorzuhalten und als Vereinsanteil die jährlichen Versicherungskosten von 300 Euro zu übernehmen. Nach 15 Jahren geht das Boot in den Vereinsbesitz über. Alternativ dazu bietet der DRV auch die Anschaffung eines Skull-Bootes (Dreier mit Steuermann) an. Nach engagierter Diskussion entschieden sich die Mitglieder mehrheitlich mit neun Ja-, drei Nein-Stimmen und 16 Enthaltungen für das Skull-Boot und sorgten so für Erstaunen beim sonst Einstimmigkeit gewohnten Vorstand.

Zu Beginn der Versammlung hatte Michael Schürmann in seinem Jahresbericht von einem „normalen Jahr 2013“ in der Rudervereinigung mit regem Vereinsleben gesprochen. Die Mitgliederzahl beträgt derzeit 166. Sie hat damit den zweithöchsten Wert in der Vereinsgeschichte erreicht. Mit 34.301 geruderten Mannschaftskilometern auf dem Wasser gab es das bislang viertbeste Ergebnis. Überrascht wurde die RVK von 38 Vereinsaustritten zum Jahresende. Allerdings, so der Vorsitzende, sei das „kein Grund hektisch zu werden“. Denn es gab auch schon wieder Neueintritte. Zudem sei die aktiv im Training befindliche Kinder und Jugendgruppe so groß wie lange nicht mehr. Dennoch will der Verein den Trend aufmerksam beobachten und mit neuen Angeboten gegensteuern. Allerdings, auch das bekannte Schürmann freimütig, muss die RVK in diesem Jahr wegen sinkender Beiträge sparsamer wirtschaften.

Als vollen Erfolg verbuchte der Vorsitzende der vom DRV initiierte n „Tag des Ruderns“ mit Schnuppertraining und einer Bootstaufe im vergangenen August. Viele der Gäste an diesem Tag hätten anschließend den Weg in den Verein gefunden.

Zum siebten Mal wurde in Kappeln das Wintercamp der schleswig-holsteinischen Ruderjugend mit diesmal 93 Kinder und über 20 Betreuern veranstaltet. Einer der Höhepunkte dieser Aktion waren die Sicherheitsübungen im Einer in der Schwimmhalle. Und weil das Schwimmbad für den gesamten Ruderbetrieb wichtig sei, appellierte Michael Schürmann an die Verantwortlichen in der Stadt und im TSV Kappeln, „sich weiter für den Fortbestand des Schwimmbades oder geeignete Alternativlösungen einzusetzen“.

Traditionell gut laufe die Zusammenarbeit mit der Gorch-Fock-Schule, der Klaus-Harms-Schule und den Kappelner Werkstätten. Bereits im fünften Jahr findet das wöchentliche Hallentraining in der Halle der Ellenberger Grundschule statt. Die Schule stellt die Halle darüber hinaus für das Wintercamp zur Verfügung. Zwei von der RVK betreute Mannschaften des Gymnasiums qualifizierten sich für das Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ und haben sich dort achtbar geschlagen. Die Handicapgruppe der Werkstätten unter Leitung von Kirsten Wiese ist nicht nur erfolgreich auf Landes- und Bundesebene, die Werkstätten unterstützen im Gegenzug den Verein bei Veranstaltungen und in Notfällen. So hat die Gartengruppe bei der Beseitigung der Sturmschäden im vergangenen Herbst geholfen.

Und ganz nebenbei waren viele Kappelner Leistungsruderer im vergangenen Jahr erfolgreich. Als Beispiele nannte Michael Schürmann Laura Schwensen (Vize-Europameisterin im Frauenachter) und Ulrike Sievers (siebter Platz bei der WM auf dem Ergometer). Kappelner Ruderer errangen darüber hinaus bei Ergometerwettbewerben oder auf dem Wasser in den verschiedenen Altersklassen ein Mal Gold, zwei Mal Silber und vier Mal Bronze bei Deutschen Meisterschaften sowie neun Landesmeistertitel auf dem Wasser und sechs im Ergometerrudern.

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