zur Navigation springen
Schlei-Bote

22. Oktober 2017 | 11:17 Uhr

Rolle rückwärts im Verkehrsausschuss

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Gremium nimmt eigenen Beschluss zur Einbahnstraßenregelung von Prinzen- und Süderstraße zurück

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 10:49 Uhr

Die geplante Einbahnstraßenregelung für die Prinzen- und Süderstraße ist vom Tisch. Dies beschloss am Mittwochabend der Ausschuss für Umwelt und Verkehr mehrheitlich. Damit korrigierte das Gremium seine Entscheidung vom November, die beiden Straßen nur noch stadteinwärts befahrbar zu machen.

In der Öffentlichkeit ist die Verkehrssituation in dem Bereich ein Dauerbrenner, wie die hohe Zahl von 20 Besuchern während der Sitzung zeigte. Auch die Wirtschaft lässt das Thema nicht kalt. So appellierte in der Einwohnerfragestunde Helga Thurau vom Wirtschaftskreis Pro Kappeln an das Gremium: „Bitte beschließen Sie nichts, was Gewerbetreibenden den Hals abschneidet.“ Denn auch der Wirtschaftskreis hat laut Thurau große Bedenken gegen die Veränderung in der Süderstraße.

Manfred Wehking, in der Stadtverwaltung für Verkehr zuständig, gab zu Beginn der Beratung die Richtung vor und die ging in Rücknahme des Beschlusses. „Die Verwaltung ist der Meinung, dass eine Einbahnstraßenregelung für Prinzen- wie Süderstraße bei den dann noch vorhandenen Ausfahrten aus der Stadt auf die B 203 nicht möglich ist“, sagte Wehking. Die verbliebenen Ausfahrten könnten die zusätzlichen Fahrzeuge dann nicht mehr aufnehmen. Grundlage für diese Behauptung war eine Verkehrszählung, die aber erst in diesem Jahr, also nach dem Beschluss, erfolgt war.

Zuvor hatte der Verwaltungsmitarbeiter dargestellt, wie es zu der Entscheidung damals gekommen war. Ausgangspunkt der schon seit Jahren andauernden Diskussion war der hohe Verkehrsfluss in dem Bereich, da etliche Autofahrer diese Straßen als Abkürzung stadtauswärts auf die Bundesstraße nutzen, daher sollten sie nur noch stadteinwärts führen.

Der Antrag für diesen Beschluss war damals auf Initiative des Anwohners und Ausschussmitgliedes Knut Grieger (SPD) zustande gekommen. Mehrere Anwohner hatten den Antrag zudem mitunterzeichnet. Doch nach dem einstimmigen Votum des Umwelt- und Verkehrsausschusses gab es Unmut in der Anwohnerschaft und auch bei der Feuerwehr. Viele Bewohner der betroffenen Straßen bemängelten, dass sie ihre Häuser nur über die Bundesstraße erreichen könnten. Im März schließlich übergaben Anwohner der Stadt eine Unterschriftenliste gegen die geplante Einbahnstraßenregelung in der Prinzen- und Süderstraße mit 46 Unterzeichnern.

In der Sitzung betonte Grieger nun, dass eine Lösung für die Prinzenstraße gefunden werden müsste und schlug dazu eine Geschwindigkeitsreduzierung sowie die Aufstellung von Verkehrshindernissen vor.

Matthias Mau (CDU) entgegnete: „Wir sollen heute kein neues Verkehrskonzept basteln. Es geht hier um die Aufhebung eines Beschlusses.“ Und Volker Ramge (CDU) schlug Grieger vor: „Statt eines schnellen Beschlusses, der die halbe Stadt verstört, arbeiten Sie doch ein vernünftiges Konzept aus.“ Daraufhin warf Grieger der CDU vor, in der Vergangenheit Änderungen zur Situation in der Prinzenstraße nur blockiert zu haben. Und SPD-Fraktionschef Rainer Moll sprang seinem Parteifreund zur Seite: „Alle Fraktionen haben den Beschluss mitgetragen, das war einstimmig.“

Versöhnliches kam von Michael Arendt (LWG). Er wolle Grieger nicht das Recht absprechen, eigene Anträge zu stellen. Doch heute müsse der Ausschuss den Mut haben zu erkennen, dass er eine Entscheidung getroffen habe, die nicht den Realitäten entspreche. „Wenn wir einen Verkehrszug dicht machen, verschieben wir das Problem nur auf einen anderen“, sagte Arendt vom Beifall der Zuschauer begleitet.

Bei der Abstimmung votierten Grieger und Michael-Sven Schattka (Grüne) gegen die Aufhebung des Beschlusses. Thorsten Schacht (SPD) enthielt sich, die anderen fünf Ausschussmitglieder stimmten dafür. Mit dem neuen Beschluss beauftragte der Ausschuss zugleich die Verwaltung mit der Suche nach Alternativlösungen für die Verkehrsberuhigung in der Prinzenstraße.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert