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Klaus-Harms-Schule Kappeln : Rohrbruch setzt Gymnasium unter Wasser

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Schaden wird auf mindestens eine halbe Million Euro geschätzt. Neun Klassenräume, ein Fachraum und die Cafeteria sind derzeit nicht benutzbar.

Es ging nichts ohne Gummistiefel. Wer ins Erdgeschoss im Südflügel oder ins erste Obergeschoss der Klaus-Harms-Schule wollte, für den gehörte genau das am Montag zur Standardausrüstung. Irgendwann in der Zeit zwischen vergangenem Freitagabend, 18 Uhr, und Montagmorgen, 7.30 Uhr, ist ein sogenanntes „Heizregister“ der hausinternen Klimaanlage in der Decke zwischen den beiden Etagen leckgeschlagen. Die Folge: ein nicht versiegender Wasserstrahl, der sich im Stile einer Fontäne im Gebäude verteilt hat, ein Wasserpegel von geschätzten fünf Zentimetern und ein Versicherungsschaden, der im sechsstelligen Bereich liegt.

„Das war eine schöne Überraschung“, sagte Schulleiter Thomas Hellmuth gestern mit ausgeprägter Ironie in der Stimme. Als am Freitagabend der letzte die Schule verlassen hatte, deutete sich noch nichts von dem Chaos an, was das Lehrerkollegium am Montagmorgen erwarten sollte. Schuld war ein gebrochener Zulauf zu einem Heizregister, der bei der Gebäudeklimatisierung als Wärmeübertrager eingesetzt wird. Das Problem: Weil ständig Wasser nachgepumpt wird, dringt es irgendwann durch die Decke, läuft an den Wänden hinab und sammelt sich am Fußboden. So erklärte es gestern Bauamtsleiter Erich Reuter, der den Schaden gemeinsam mit Bürgermeister Heiko Traulsen bereits begutachtet hat. Neun Klassenräume sind derzeit nicht zu nutzen, dazu kommen ein Fachraum, ein Aufenthaltsraum und die Cafeteria. Spürbar gelitten hat auch die Elektrik, es kam zu etlichen Kurzschlüssen. Im PC-Raum löste sich das Parkett ab, etliche Deckenplatten fielen zu Boden.

Glück im Unglück: Unterricht musste deswegen nicht ausfallen. Der Montag war ein beweglicher Ferientag, am Dienstag fand eine schulinterne Lehrerfortbildung statt, und bis gestern hatte die Schulleitung geregelt, wie die Gymnasiasten unterzubringen sind. Thomas Hellmuth erklärte: „Wir haben die Raumplanung geändert, um den Unterricht zu sichern.“ Einzig die Versorgung durch die Cafeteria ist noch unklar. Hellmuth macht sich aber bereits Gedanken, über eine provisorische Zwischenlösung.

Wie lange er diese Zwischenlösung aufrecht erhalten muss, ist indes noch nicht abzusehen. Im Moment laufen mehrere Kondenstrockner, um Wände und Boden wieder trocken zu legen. Unabhängig davon prognostiziert Erich Reuter weitere Untersuchungen. „Es werden sicherlich Trennwände geöffnet werden müssen, um Schimmelbildung auszuschließen. Außerdem stehen Schadstoffmessungen an“, sagte der Bauamtsleiter. Basierend auf den Resultaten wird dann entschieden, ob tatsächlich eine großflächige Sanierung nötig ist. Aber schon jetzt kalkuliert Reuter mit einer Schadenssumme im sechsstelligen Bereich, genauer: „500.000 Euro plus.“ Was die Sache doppelt ärgerlich macht, ist der Umstand, dass ausgerechnet in dem Gebäudetrakt, in dem das Wasser ausgetreten ist, erst vor Kurzem die Bodenbeläge erneuert worden sind. Auch diese müssen nun vermutlich komplett wieder abgetragen werden. Derweil hält sich der Schaden an Mobiliar und Geräten nach den Worten Reuters „in Grenzen“.

Die laufenden Untersuchungen sollen Aufschluss über die genaue Ursache geben, ob Frost eine Rolle gespielt hat, steht nicht fest. Entschieden ist allerdings bereits, dass man künftig einen Mechanismus einbauen will, der den kontinuierlichen Wasserlauf in solch einem Fall unterbindet und so die Dimension des Schadens eingrenzt.

Bei Thomas Hellmuth wurden indes Erinnerungen an einen Wasserschaden im Gymnasium vor drei Jahren wach, als Lehrerzimmer und Pausenhalle Schaden genommen hatten. „Aber das“, sagte der Schulleiter, „war im Vergleich zum aktuellen Fall sehr moderat“.

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erstellt am 05.Feb.2015 | 07:15 Uhr

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