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November-Zahlen : Robuster Arbeitsmarkt in Kappeln

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im Vergleich zum Vorjahr weist Kappeln den zweitgrößten Rückgang an Arbeitslosen im Kreis auf.

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2014 | 07:30 Uhr

Noch im Oktober sprach die Agentur für Arbeit in Flensburg von einer leichten Herbstbelebung, als die Zahl der Arbeitslosen im nördlichsten Agenturbezirk leicht zurückging. Davon kann im November keine Rede mehr sein. Zwar zeigt sich der Arbeitsmarkt nach wie vor recht intakt, doch die Zunahme an Arbeitslosen im November ist größer als der Rückgang der Arbeitslosen im Oktober. Hinzu kommt, dass die Zahl der Unterbeschäftigten, die also in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stecken und offiziell nicht zu den Arbeitslosen gerechnet werden, innerhalb eines Monats um 356 Personen (+9,5 Prozent) gestiegen ist.

Die Zahl der Arbeitslosen im nördlichen Schleswig-Holstein nahm von Oktober auf November um 541 auf jetzt 17.268 Personen zu. Das entspricht einer Zunahme von 3,2 Prozent, die Zahl liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt von plus 0,7 Prozent. Bundesweit reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen in diesem Zeitraum um 0,58 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr sind im Agenturbezirk Flensburg 837 Personen (-4,6 Prozent) weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Flensburg, zu dem neben der kreisfreien Stadt Flensburg auch die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg gehören, stieg von 7,0 Prozent im Oktober auf nunmehr 7,2 Prozent. Im Vorjahr betrug sie noch 7,6 Prozent.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat ganz klar saisonale Gründe. Entlassungen gab es vor allem in der Gastronomie und auch in der Hotellerie“, sagte Heike Döpke, Leiterin der Agentur für Arbeit Flensburg. Insgesamt zeige sich der Arbeitsmarkt aber robust. „Durch die milde Witterung ist die Auftragslage im Hoch- und Tiefbau weiterhin gut. Dort gab es kaum Entlassungen. Eingestellt wurde im letzten Monat vor allem im Lagerwesen, bei den Erziehern, Arzthelfern und Bürokräften“, so Döpke.

Für eine saisonbedingte Zunahme der Arbeitslosigkeit spricht das gute Abschneiden im Vergleich zum Vorjahr. Und auch der Stellenmarkt ist gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Seit Jahresbeginn wurden dem Arbeitgeberservice 8822 freie sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 122 (1,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr. „Den größten Zuwachs an freien Stellen gibt es aktuell in der Pflege, in den Dienstleistungsberufen und im Lagerwesen“, sagte Döpke.

Bemerkenswert sind die Ergebnisse für den Kreis Schleswig-Flensburg. Diese Zahlen fallen nicht nur besser aus als im Agenturbezirk, sondern auch als im Landesdurchschnitt. Mit einem Anstieg von 0,2 Prozent auf nunmehr 6989 Arbeitslose stagnierte die Arbeitslosigkeit nahezu, sodass die Quote unverändert bei 6,8 Prozent verharrt. Und gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Rückgang von 460 Arbeitslosen. Das ist ein Minus von 6,2 Prozent. Grund für diese gute Bilanz: Saisontypischen Entlassungen etwa im Gastgewerbe standen Einstellungen vor allem im Hochbau und Verkauf gegenüber. Dies schlägt sich auch auf dem Stellenmarkt nieder. 774 sozialversicherungspflichtige Jobs waren im Kreisgebiet zu besetzen, das ist fast identisch mit den Oktober-Werten. Doch sind dies 13,3 Prozent mehr Stellen als vor einem Jahr.

Auch die Geschäftsstelle Kappeln kann in dieser Phase beachtliche Ergebnisse vorlegen. In der Region sind jetzt 1225 Personen arbeitslos gemeldet, 35 (+2,9 Prozent) mehr als im Oktober, 86 (-6,6 Prozent) weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist der zweitgrößte unter allen Geschäftsstellen im Agenturbezirk. Dennoch bleibt die Arbeitslosenquote in der Region Kappeln mit aktuell 8,6 Prozent die höchste in dem Gebiet. Alle anderen Filialen weisen einen Wert unter acht Prozent auf. Der Agenturdurchschnitt liegt bei 7,2 Prozent. Bemerkenswert ist, dass die Arbeitslosenquote in der jüngsten Altersgruppe bis 24 Jahre mit 6,8 Prozent in Kappeln fast zwei Prozentpunkte besser ausfällt als der Gesamtwert aller Altersgruppen.

In guter Verfassung zeigt sich auch der Stellenmarkt im Kappelner Umland. Mit 61 sozialversicherungspflichtigen Jobs im November hat sich die Lage gegenüber dem Vormonat um fast 20 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um mehr als 45,2 Prozent verbessert. Somit besteht Hoffnung, dass sich die Lage kurzfristig nicht merklich verschlechtert.

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