Rettungskreuzer "Fritz Behrens" nimmt Kurs Richtung Süden

Der Nachfolger: Die 'Eugen' hat ihren Dienst  bereits aufgenommen. Foto: DGzRS/Hartmann
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Der Nachfolger: Die "Eugen" hat ihren Dienst bereits aufgenommen. Foto: DGzRS/Hartmann

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiff- brüchiger hat ihren Kreuzer "Fritz Behrens" verkauft. Das Boot lag seit gut vier Monaten in Maasholm. Der neue Eigner kommt aus Nord- rhein-Westfalen - morgen holt er den Kreuzer ab.

shz.de von
07. August 2009, 09:26 Uhr

Maasholm | Den offiziellen Dienst hat die "Fritz Behrens" bereits zum vergangenen Jahresende quittiert. Bis dahin war der Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf der Greifswalder Oie stationiert, wurde danach lediglich als Reserveschiff für DGzRS-Boote eingesetzt, die in der Werft lagen. Im April dieses Jahres schließlich wurde Maasholm das neue Zuhause der "Fritz Behrens" - auch wenn klar war, es würde nur eines auf Zeit sein. Rolf Detlefsen, Vormann der in Maasholm stationierten "Nis Randers", erinnert sich: "Die Fritz Behrens und die Nis Randers sind typgleiche Schiffe. Also waren wir mit der Technik vertraut und haben die Fritz Behrens hin und wieder bewegt. Ein richtiges Einsatzfahrzeug war sie für uns aber nicht mehr."

Der Rettungskreuzer mit Baujahr 1981 hat eine bewegte Zeit hinter sich. Er zählt gemeinsam mit der "Eiswette I" zur ersten Generation der

23-Meter-Klasse. Seine erste Station: Büsum. Und genau dort wäre im September 1994 schon fast wieder alles vorbei gewesen, als die "Fritz Behrens" mit einem Seebäderschiff zusammenstieß. Es fehlte nicht viel, und der Rettungskreuzer wäre untergegangen. Bei der Instandsetzung in einer Bremer Werft erhielt die "Fritz Behrens" ein modifiziertes Heck, zudem versah man die oberen Fahrstände mit einem Dach. Ihr Tochterboot musste völlig neu gebaut werden. Im Juli 1996 wechselte der Rettungskreuzer auf die Greifswalder Oie, blieb dort bis zu seiner Ausmusterung Ende vergangenen Jahres.

Nach Aussage von Rolf Detlefsen ist eine Dienstzeit für DGzRS-Boote zwischen 25 und 30 Jahren üblich. Bevor die "Fritz Behrens" morgen ihrem neuen Eigner - der WDK Hafen und Lager GmbH in Voerde (Nordrhein-Westfalen) - übergeben wird, hat die DGzRS sämtliche Rettungsgeräte und ihr spezielles Funksystem abgebaut. Auch das Hansekreuz, das den Kreuzer noch eindeutig als Seenotrettungsboot kennzeichnet, muss entfernt werden. Morgen dann will WDK-Sprecher Heinrich Kreyenberg sein neues Eigentum in Maasholm abholen und standesgemäß überführen: Von Maasholm geht es zunächst nach Rostock, weiter nach Schweden und Norwegen, schließlich über Rotterdam in den neuen Heimathafen nach Voerde. Eine Strecke, die Kreyenberg nach eigenen Worten, die Chance geben soll, "das Fahrzeug besser kennenzulernen". Von Voerde aus wird das Schiff schließlich in den Wesel-Datteln-Kanal verlegt, soll dort die Versorgung einer Off-Shore-Windpark-Anlage übernehmen. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Für die Greifswalder Oie ist derweil vorgesorgt worden. Rettungskreuzer "Eugen" hat dort bereits seinen Dienst aufgenommen, ein fünf Millionen Euro teurer Schiffsneubau. Dass die "Eugen" auch mal in Maasholm auflaufen wird, hält Rolf Detlefsen für "eher unwahrscheinlich" - "vielleicht im Rahmen einer Stationsbereisung".
Alt gegen Neu
Die „Fritz Behrens“ ist 28 Jahre alt und gehört zur 23-Meter-Klasse. Nach den DGzRS-Stationen in Büsum und auf der Greifswalder Oie wurde sie Ende vergangenen Jahres ausgemustert. Bis zum Verkauf hieß ihr Zwischenstopp Maasholm. Ihr Nachfolgerboot auf der Greifswalder Oie ist die „Eugen“, Baujahr 2008. Die „Eugen“ gehört zur neuen 20-Meter-Klasse der DGzRS. Mit einem Tiefgang von nur 1,30 Metern liegt ihr Einsatzgebiet gezielt im küstennahen Bereich. Im Gegensatz zur „Fritz Behrens“ wohnt die Mannschaft der „Eugen“ nicht an Bord des Schiffes sondern in einem Stationsgebäude an Land. Ohnehin wird die „Eugen“ von einer geringeren Zahl an Besatzungsmitgliedern genutzt. Sie führt unter anderem eine Feuerlöschpumpe mit einer Förderleistung von 2300 Litern in der Minute mit sich und ist bis zu 22 Knoten schnell. Dagegen verzichtet sie aufgrund ihrer kompakten Maße auf ein Tochterboot, hat stattdessen das 37 Knoten schnelle Arbeitsboot „Hubertus“ dabei.

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