zur Navigation springen
Schlei-Bote

17. Oktober 2017 | 08:42 Uhr

Esgrus : Rettung für den Geniushof?

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zwei Jahre nach dem Orkan „Christian“ ist die Therapiestätte in Esgrus noch immer eine Ruine.

Orkan „Christian“, der am 28. Oktober 2013 über Norddeutschland fegte, hat sich Daniela E. Hahn ins Gedächtnis eingebrannt. Am Nachmittag jenes für sie schwarzen Montag zerstörte eine Böe ihre seit 2010 im Aufbau befindliche Thearpiestätte. Was bis dahin in Eigenleistung und mit Hilfe von Sponsoren in einem ehemaligen, über 100 Jahre alten Kuhstall auf der Schwanburg entstanden war, war v nur noch ein Trümmerhaufen.

Jetzt jährt sich das Ereignis zum zweiten Mal, und der Wiederaufbau steht für die 49-Jährige noch immer in Frage. In der von „Christian“ hinterlassenen Ruine sind weitere Wände eingestürzt, und die Wetterunbilden der vergangenen Jahre haben für einen weiteren Verfall gesorgt. Doch Hahn gibt nicht auf. Nach großem Hin und Her mit der Versicherung blickt sie nun optimistisch der kommenden Woche entgegen. Sie hofft auf eine außergerichtliche Einigung, damit endlich mit dem Wiederaufbau begonnen werden kann.

„Es wird höchste Zeit“, sagt die Gründerin und Vorsitzende des Geniushof-Vereins, der bundesweit rund 160 Mitglieder zählt. 2008 hatten sie und der Verein auf der Schwanburg mit ihrer tiergestützten Therapie-Arbeit begonnen. Als Daniela E. Hahn dann vor zwei Jahren verzweifelt vor den Trümmern der Therapiestätte stand, zog sie Bauunternehmen zu Rate. Die schätzten den Schaden auf rund eine halbe Million Euro. Die Versicherung erklärte sich bereit, 300.000 Euro zu bezahlen, wenn das Gebäude wieder so aufgebaut werde, wie es war. Doch davon rieten die Bauunternehmen dringend ab, gaben zu verstehen, dass sie dafür keine Garantie übernehmen könnten, weil es zu viele Unwägbarkeiten gebe – und dazu gehörte auch die Statik. Zu einer Einigung mit der Versicherung kam es nicht. Im November vergangenen Jahres schaltete Hahn einen Rechtsanwalt ein und zog vor Gericht. Im April dieses Jahres kam ein Gerichtsgutachter auf die Schwanburg und nahm den Schaden unter die Lupe. Anfang Oktober lag das Gutachten vor und das, sagt Hahn, „sieht für mich recht gut aus“. Daraus geht demnach hervor, dass eine Wiederherstellung in einigen Bereichen zwar möglich sei – aber nur mit erhöhtem Aufwand, vielen Unsicherheiten und etlichen Risiken. Die Rede ist von einer kompletten Kernsanierung. Was die Kosten betrifft, folgt das Gutachten den Aussagen der Bauunternehmen und spricht von knapp 500.000 Euro. Jetzt will sich Hahns Rechtsanwalt mit dem der Versicherung ins Benehmen setzen – zwecks außergerichtlicher Einigung.

Hahn ist zuversichtlich, dass dies gelingt, wobei ihr der Erhalt des alten Bestandes des Gebäudes soweit es möglich ist, durchaus am Herzen liegt. Nach zwei Jahren Zwangspause, verbunden mit erheblichen finanziellen Einbußen und starken Einschränkungen in der Therapiearbeit, hofft Hahn nun, dass ihr Tun bald wieder in gewohntem Umfang stattfinden kann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen