zur Navigation springen

DRF in Kappeln : Rettung aus der Luft – jetzt auch nachts

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Einsätze in der Dunkelheit sollen die Überlebenschancen der Patienten erhöhen. Die Kappelner Wehr hilft den Hubschrauber-Teams beim Landen.

Für die rechtzeitige medizinische Versorgung in Notfällen sind auf dem Lande Helikopter häufig unersetzlich. In Schleswig-Holstein gibt es mit Niebüll und Rendsburg zwei Stationen der DRF Luftrettung und tagsüber auch zahlreiche Landemöglichkeiten. Auch Kappeln wird tagsüber vom Rendsburger DRF-Team „Christoph 42“ angeflogen. Landeplatz ist dafür der Sportplatz in der Hindenburgstraße. Doch nachts werden Rettungsflüge schwierig. „Bis vor zwei, drei Jahren gab es in Schleswig-Holstein nirgends Landemöglichkeiten, außer bei fünf Krankenhäusern“, sagt Sebastian Hilliger, DRF-Pilot und Projektleiter der Nachtflüge für „Christoph 42“. „Die Komponente Hubschrauber fällt dann bei nächtlichen Rettungseinsätzen quasi weg“, meint Hilliger. Dabei gebe es immer wieder Anfragen der Rettungsleitstellen bei der DRF.

Das soll nun anders werden. 30 zusätzliche Landeplätze bei Nacht strebt die DRF Luftrettung an. Die Hälfte davon hat sie bereits umgesetzt. Und Kappeln steht auch auf der Wunschliste der Rettungsflieger. „Erst vor Kurzem hatten wir bei Thumby einen schweren Verkehrsunfall mit einem am Kopf verletzten Motorradfahrer. Bei solchen neurologischen Schäden ist die Zeit ein ganz wichtiger Faktor“, so Hilliger. Und da die Kliniken in Schleswig und Rendsburg belegt waren, musste der Rettungswagen nach Kiel. „Das dauert bestimmt eine halbe bis Dreiviertelstunde“, meint Hilliger. Da seien Helikopter wesentlich schneller.

Auch Björn Frye, stellvertretender Leiter der Ortswehr Kappeln, spricht sich für nächtliche Rettungseinsätze aus der Luft aus. „Unfälle, Herzinfarkte oder Schlaganfälle halten sich nun mal nicht an irgendwelche Tageszeiten“, sagt Frye. Deswegen sei nachts bislang die schnellste Versorgung nicht immer gewährleistet. Bei den DRF-Rettungsfliegern ist laut Frye jetzt eine junge Truppe da, die auch nachts fliegen will und dafür auch bereit ist, die strengen Auflagen und Vorschriften zu erfüllen. Landeplatz soll auch nachts der Sportplatz in der Hindenburgstraße sein. Da die Strahler des Hubschraubers nicht viel Fläche erfassen können, muss der Landeplatz gut ausgeleuchtet und mindestens 70 mal 35 Meter groß sowie frei von Freileitungen sein.

Wegen der Nachtflüge hat die DRF Luftrettung die Kappelner Feuerwehr angesprochen, denn die Feuerwehr wird in solchen Fällen quasi zum Bodenpersonal der Rettungsflieger. Die Feuerwehrleute sollen nämlich den Platz ausleuchten, wie auch die Schulturmspitze und in der Nähe stehende Bäume anstrahlen. Zudem stellt die Feuerwehr den Einweiser. Frye betont, dass die Alarmierung in diesem Fällen nicht über die Sirene, sondern über Funkmelder erfolgt.

Der stellvertretende Ortswehrführer rechnet mit fünf bis zehn Einsätzen im Jahr. Manchmal gehe es dabei auch nur darum, Personal einzufliegen oder einen Notarzt von A nach B zu schaffen. Sechs Personen muss die Feuerwehr für solche Nachteinsätze bereitstellen. „Wenn durch unsere Hilfe Leben gerettet werden kann, dann sind wir dazu gerne bereit“, sagt Frye.

Auch die Stadt, deren grundsätzliche Genehmigung Voraussetzung für die nächtlichen Flüge ist, hat dagegen keine Bedenken. Martin Danger vom Ordnungsamt sagt: „Da das Ganze der Sicherheit dient, liegen diese Einsätze auch im Interesse der Stadt.“ Zudem trage ohnehin von Seiten Kappelns die Feuerwehr die Hauptlast. Die Notwendigkeit dieser Initiative ist Danger klar. „Manchmal geht es bei solchen Einsätzen um Minuten, da muss es dann schnell hoch und runter gehen“, sagt er.

Nun fehlt nur noch das „Go“ der Leitstelle Nord. Dazu muss sich die Leitstelle mit der Feuerwehr über die Details der Alarmierung einigen.

Heute wird die Feuerwehr am Hindenburgplatz eine praktische Übung dazu abhalten. So wird auch geprobt, mit Fahrzeugen den Platz auszuleuchten – noch ohne Hubschrauber der DRF Luftrettung. Doch künftig im Zusammenspiel mit der DRF.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 07:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert