zur Navigation springen
Schlei-Bote

20. Oktober 2017 | 20:58 Uhr

Renaissance der Reisigbesen

vom

Selbst gefertigte Exemplare waren neben Hexenbesen beim Naturerlebnistag der Renner / Rund 1000 Besucher kamen nach Nieby

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Nieby | Sie fristen ein Schattendasein, die Reisigbesen. Doch beim neunten Naturerlebnistag in Nieby erlebten sie eine Renaissance - waren heiß begehrt und somit der Renner. Kein Wunder, dass Stefan Brocke, seines Zeichens Natur- und Landschaftspfleger und als solcher Mitarbeiter der Integrierten Station Geltinger Birk in Falshöft, nicht nur alle Hände voll zu tun hatte, sondern auch geduldig Rede und Antwort stand. Aus Birkenreisig band er die Besen zum Fegen und montierte sie auf zugeschnittenen und angespitzten Stöcken aus dem Knick - alles handgemacht wie ehedem.

Einen solchen Besen zum Arbeiten nahm der zwölfjährige Lasse Heubaum aus Satrup, der den Naturerlebnistag mit Schwester Karina, Mutter Silke und Vater Dirk besuchte, mit nach Hause. Damit, erzählte er, wolle er nicht nur das Laub vor der Einfahrt fegen, sondern auch den Reitstall. Damit folgt er dem Beispiel der Stadt Heide. Dort wird der gepflasterte Marktplatz nach wie vor mit Reisigbesen gefegt, weil dann auch wirklich alle Fugen sauber werden.

Abgesehen davon, dass diese Art von Besen einst gang und gäbe war, hatte sie auch noch eine andere Bedeutung. Laut Stefan Brocke signalisierte ein vor die Haustür mit dem Reisig nach oben gestellter Besen, dass Betteln und Hausieren verboten seien. Doch gab es nicht nur Arbeitsbesen, in Falshöft fanden auch "Hexenbesen" nach gleicher Machart reißenden Absatz - jenen Besen nachempfunden, auf dem die Hexen auf den Brocken geritten sein sollen.

Knapp 1000 Besucher gaben sich beim Naturerlebnistag auf der Naturerlebniswiese von Falshöft ein Stelldichein. Die Besucher kamen von nah und fern, und darunter waren auch etliche Bürgermeister aus dem Amt Geltinger Bucht - zur Freude von Bürgermeisterin Renate Mielenz aus Nieby, Vorsitzende des seit gut zwei Jahren bestehenden Fördervereins der Integrierten Station, in dessen Händen die Regie der Veranstaltung lag. Bei alledem ging es recht gemütlich zu, alle nahmen sich Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen und zu verweilen, und sich nebenbei zu informieren. Mit von der Partie waren etliche Institutionen und Vereine: Ob Bernsteinschleifen, Schatzsuche, Toben in einer Strohburg, Schießen mit Pfeil und Bogen auf ein Plastik-Wildschwein, Düfte durch Riechen den entsprechenden Kräutern zuordnen, Backen von Stockbrot und vieles mehr - die Besucher kamen voll auf ihre Kosten, zumal auch für das leibliche Wohl anhand von Produkten aus der Region gesorgt war.

Viel Beifall gab es für den Auftritt der neuen vierköpfigen Rockgruppe "Westerfeld". Ob Wald- und Naturkindergarten "Geltinger Birk", Naturerlebniszentrum Maasholm, der Förderverein selbst, die Nabu-Gruppe Ostangeln, der Wildpferdeverein, der Verein "Jordsand", die Stiftung Naturschutz oder die Birk-Landschaftsführer - alle hatten viel zu erzählen und freuten sich über das durchweg große Interesse.

Gekommen waren auch zwei Vertreter des Landesverbands "Naturfreunde Schleswig-Holstein", um die Mitgliedschaft im Förderverein zu beantragen. Die erteilte Renate Mielenz gerne, bedeutet

dies doch eine Vergrößerung des Natur-Netzwerkes zum Wohle des Naturschutzgebietes Geltinger Birk.

Schon jetzt steht fest, dass es am Muttertag im kommenden Jahr den dann zehnten Naturerlebnistag geben wird. Doch zuvor steht erstmal ein weiteres Jubiläum an: das zehnjährige Bestehen der Integrierten Station Geltinger Birk. Dazu wird am 19. September Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck in Falshöft erwartet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen