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Schlei-Bote

23. Oktober 2017 | 01:42 Uhr

Regatta zur Rettung der Liebesinsel

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Schlei-Insel Kieholm vor Ulsnis ist ohne Hilfe dem Untergang geweiht / Der Verein „Kisk“ setzt sich für Erhaltungsmaßnahmen ein /Enttäuschende Beteiligung

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 00:35 Uhr

Mit einer Regatta wollte der Verein Kisk, Kleine Insel in der Schlei Kieholm, auf das Schicksal einer der beiden letzten Schleiinseln aufmerksam machen, die langsam in der Schlei versinken. „Kieholm braucht ebenso wie die Möweninsel in Schleswig menschliche Hilfe“, erklärte Karl Walther, Vorsitzender des Kisk. Ein Konzept dafür bot er auch an. Mit Kiesaufschüttungen will sein Verein Schilfpflanzen einen Lebensraum bieten, die wiederum die Fläche der Insel stabilisieren oder sogar vergrößern sollen (siehe Infokasten).

Die Kosten dafür hat Walther auch schon ermittelt: etwa 8000 bis 10 000 Euro für den Erwerb und etwa 50 000 Euro für die Aufschüttungen. Das Projekt könnte sogar mit EU-Mitteln gefördert werden – wenn die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises zustimmen würde. „Bei der UNB spricht man von einer natürlichen Dynamik, wenn die Insel abgetragen wird“, sagt Walther. Deshalb sei ein Eingriff nicht tragbar. Doch damit will er sich nicht abfinden. „Ob eine Rettung der kleinen Insel möglich ist, hängt ganz allein vom Interesse der Bevölkerung ab“, meint er. Deshalb will Walther weiter Werbung für den Erhalt des auch „Liebesinsel“ genannten Eilandes machen, um sie als Lebensraum und Brutplatz für Graugänse, Uferschwalbe, Schilfrohrsänger und Kormorane zu erhalten. Dazu will er 3000 Unterschriften sammeln.

Doch die Reaktion auf die Regatta-Ausschreibung war eher verhalten. Nur drei Schiffe nahmen an der Wettfahrt, die von Kieholm zum Anleger nach Ulsnis und wieder zurück führte, teil. In Ulsnis sollten die Schiffe einen Eimer mit Grobkies aufnehmen und diesen symbolisch nach Durchlaufen der Ziellinie vor der Insel ausschütten. Ob dieser symbolische Akt wirklich ausgeführt wurde, konnte nicht bestätigt werden.

Fünf Mitglieder der Ulsnisser Gemeindevertretung inklusive Bürgermeisterin Heidrun Karaca nahmen an dem anschließenden Sommerfest auf dem Lustberg in Hülsen auf der Schwansener Schleiseite teil. Aber auch dort hielt sich die Beteiligung in Grenzen.

Die kleine Insel Kieholm liegt in der Schlei zwischen Goltoft und Kosel. Gemeinderechtlich gehört sie zu Ulsnis, obwohl sie wesentlich näher an Kosel liegt und früher zur südöstlichen Seite der Schlei gehört hat. Doch im 19. Jahrhundert wechselte sie zu einem Besitzer nach Hestoft (heute ein Ortsteil von Ulsnis). Die Legende sagt, dass sie bei einem Kartenspiel verloren wurde. Sie blieb bis 1959 im Besitz Hestofter Grundeigentümer und wurde landwirtschaftlich genutzt, bis sie an die Schleswig-Holsteinische Landgesellschaft abgegeben wurde. 1966 kaufte ein Hamburger Verleger die Insel, weil er glaubte, dort bauen zu können. Dann ging der Verleger in Insolvenz, und Kisk erhielt einen Titel auf Kieholm übertragen. Die Insel wurde aber an einen Privatmann verkauft, der sie als Feriendomizil nutzen wollte. Das geht aber aus Gründen des Naturschutzes nicht. Nach ersten Auseinandersetzungen mit Kisk erklärte er sich bereit, die schrumpfende Insel für den Naturschutz zu verkaufen.

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