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Nieby : Reetdorf nimmt die nächste Hürde

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Wohnanlage an der Geltinger Birk: Touristik-Ausschuss gibt grünes Licht zum Bebauungsplan.

Vier Ja-Stimmen, drei Enthaltungen, aber keine Gegenstimme. Mit diesem Abstimmungsergebnis empfahlen die Mitglieder des Niebyer Ausschusses für Birk- und Tourismusangelegenheiten anlässlich ihrer jüngsten Sitzung den Gemeindevertretern, das Einverständnis zum sogenannten „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ für das Projekt Sandkoppel/Reetdorf Geltinger Birk zu erteilen. Gleichzeitig sollte im Dorfgemeinschaftsraum Falshöft auch der Bau- und Wegeausschuss der Kommune ein Votum abgeben. Doch in letzter Minute war diesen Mitgliedern das Stimmrecht verloren gegangen, weil sie nach der kurzfristigen krankheitsbedingten Absage ihres Vorsitzenden Hanno Fintzen (und ohne gewählten Stellvertreter) laut Verwaltungschef Gerd Aloe nicht beschlussfähig waren. Niebys Bürgermeister Volker Lippert, zugleich Vorsitzender des Touristikausschusses, gestand dem führungslosen Bauausschuss jedoch am Schluss ein „Meinungsbild“ zu, und das fiel ebenfalls ohne Gegenstimme aus.

Zuvor hatten sich alle Beteiligten Punkt für Punkt die vorliegenden Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit vorgenommen. Planer Sönke Groth von der Flensburger Plewa-Gruppe stellte klar, dass bis zur Erarbeitung des endgültigen Planungsentwurfs noch weitere Abwägungen vonnöten seien, zumal von der Landesplanungsbehörde bisher eine Rückmeldung fehle. Die Gemeindevertretung könne voraussichtlich erst Ende November ihre Entscheidung treffen. „Wir haben es bis dahin mit einem Haufen Papier zu tun“, merkte Groth an.

Als einziger erklärter Gegner des gesamten Vorhabens der „Geltinger Birk Sandkoppel GmbH“ hat sich der Nabu zu Wort gemeldet. Zu dessen Kritikpunkten gehört der Hinweis, dass das künftige Reetdorf mit rund acht Hektar Fläche inmitten eines Landschaftsschutzgebietes liege und den Lebensraum am Rande der Birk negativ beeinflussen werde. Die Kommune strebt jedoch im Einklang mit der Naturschutzbehörde an, dass der mit den rund 45 Ferienhäusern bebaute Bereich des Birk-Dorfes baldmöglichst aus dem Landschaftsschutz entlassen wird.

Intensiv beschäftigten sich die Ausschussmitglieder mit etlichen Anregungen und Forderungen aus dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Die Stellungnahme trug die Handschrift des Diplom-Biologen Nils Kobarg, des Leiters der Integrierten Station in Falshöft. Längst ist klar, dass auf Fauna und Flora im „Stiftungsland“ in vielfältiger Weise Rücksicht genommen wird. So bleibt, wie die Steruper Expertin Alke Buck vom Büro „Natura Konzept“ erläuterte, der schmale Erlenwald im nördlichen Randbereich des Geländes als Pufferzone für die Brutinseln im vernässten Birk-Gebiet erhalten. Drei Standorte für Fledermaus-Quartiere werden geschaffen, 62 Nistkästen für Brutvögel angebracht. Nicht angetastet werden zudem die weit verbreiteten Brombeersträucher. Als Ersatz für Rodungen sind Aufforstungen auf einer nahen Ausgleichsfläche vorgesehen.

In diesem Zusammenhang meldete Ulrich Fengler (Freie Wähler Nieby) Bedenken gegen die Größe des Planungsbereichs an. Vor Jahresfrist habe die Niebyer Gemeindevertretung beschlossen, nur das von einem Zaun umgebene Ex-Kasernengelände zu überplanen. Die angrenzende Grünfläche westlich davon sei ohne Gemeindevotum hinzugenommen worden, beanstandete Fengler. Bauamtsleiter Rainer Kirstein (Amt Geltinger Bucht) wies in einer Klarstellung auf die rechtliche Möglichkeit hin, die Planungen im Verlauf weiterer Beratungen zu ergänzen und späterhin in einem abschließenden Beschluss zu verankern.

Einig waren sich alle Mitglieder bezüglich der Lärmverhinderung im künftigen Dorf. Lippert sagte dazu, es dürfe nicht dazu kommen, dass – wie in einigen Ferienhäusern auf der Birk in der Vergangenheit geschehen – größere Gesellschaftsfeiern stattfinden und dabei die Ruhe im Naturschutzgebiet empfindlich gestört werde.

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