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Schnelles Internet : Raus aus dem Tal der Ahnungslosen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kappeln kann auf Fördermittel beim Breitbandausbau hoffen – wenn bis Monatsende eine Entscheidung fällt.

Je schneller, desto besser. Je breitbandiger, desto leistungsfähiger. Das Internet ist ein unverzichtbares Mittel geworden, wenn es um Kommunikation, Information und Unterhaltung geht. Schon im vergangenen Dezember hatte Ulrich Bendlin von der Bauverwaltung vor den Stadtvertretern einen anschaulichen Vortrag gehalten, hatte Datenübertragungsraten angeführt und Techniken vorgestellt, mit dem Ziel, Kappeln flächendeckend mit schnellem Internet zu versorgen. Am Mittwochabend nun folgte eine Neuauflage vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Touristik – oder, um im Thema zu bleiben, ein Update, quasi der Vortrag 2.0. „Ich habe noch nie ein Thema erlebt, bei dem so geringe Halbwertszeiten gelten wie bei diesem“, begründete Bendlin sein Vorgehen, denn: „Die Sachlage hat sich geändert.“ Die wichtigste Änderung: Fördergelder für den Breitbandausbau in unterversorgten Gebieten können aus sogenannten GAK-Mitteln (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes”) fließen – „aber nicht wenn wir noch sechs Monate warten“. Bendlin wurde noch deutlicher: „Diese Möglichkeit gibt es genau jetzt.“ Denn: Voraussetzung für Zuschüsse sei, dass der Breitbandausbau bis Ende 2018 vollzogen sei. Die einfache Formel lautet demnach: Wer schnelles Internet will, muss schnell handeln.

Unterversorgt, und daran hat sich seit Dezember nichts geändert, sind im Grunde sämtliche Bereiche mit Ausnahme des Kappelner Stadtgebietes, das auf eine Übertragungsrate von mindestens 6 Mbit pro Sekunde kommt. Randbereiche mit schnellem Internet zu versorgen, habe aber, so Bendlin, „auch etwas mit Stadtentwicklung zu tun“. Ein Umstand, den private Anbieter nicht unbedingt im Blick haben: Nach den Worten Bendlins verlegt die Telekom in der nächsten Woche Glasfaserkabel entlang der Ostseestraße in Richtung des Ostsee-Resort Olpenitz – Olpenitzdorf wird außen vor bleiben, denn: „Eine Versorgung ist für die Telekom nicht wirtschaftlich.“ Die Kernfrage formulierte der Rathaus-Mitarbeiter daher so: „Wollen wir uns als Kommune darum kümmern? Und wenn ja, in welcher Form?“

Bendlin selber favorisierte dabei eine als Zweckverband titulierte interkommunale Zusammenarbeit mit den angrenzenden Ämtern, Gespräche mit den Ämtern Schlei-Ostsee und Geltinger Bucht haben bereits stattgefunden. Der Vorteil: Mehr Menschen bedeuten für einen Betreiber mehr Anschlusspotenzial und so mehr Attraktivität und Wirtschaftlichkeit. Die Kosten für die Vorarbeit (also etwa Festlegung der unterversorgten Bereiche und Markterkundung) kalkulierte Bendlin auf nicht förderfähige 5000 Euro, für die Planung der nötigen Infrastruktur auf zu 75 Prozent förderfähige 60.000 Euro.

Im Ausschuss fiel die Argumentation, die zwei Ingenieure des Büros GR2PC aus Welmbüttel noch unterstützten, auf fruchtbaren Boden. Corinna Graunke (CDU) etwa sagte: „Wenn wir nicht tätig werden, sind wir nicht zukunftsfähig.“ Rainer Moll (SPD) betonte, nicht „im Tal der Ahnungslosen“ sitzen zu wollen. Und Ausschussvorsitzender Axel Langkowski (CDU) sprach davon, dass Stillstand bei diesem Thema gleichbedeutend mit Rückschritt sei. Ende März tagt die Stadtvertretung, die dann darüber entscheiden wird, ob und in welcher Form der Breitbandausbau vorangetrieben werden soll. Vielleicht legt Ulrich Bendlin dann sein nächstes Update vor.

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erstellt am 13.Mär.2015 | 07:30 Uhr

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