40. Heringstage : Rasante Rutsche und Bullenritt

Er hat es drauf: Nico zeigt Durchhaltevermögen auf dem Bullen.
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Er hat es drauf: Nico zeigt Durchhaltevermögen auf dem Bullen.

Die Heringstage bieten Spaß für große und kleine Leute und für jeden Geldbeutel.

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12. Mai 2018, 07:00 Uhr

Noch sitzen sie oben und können den Blick über den Hafen und auf die Klappbrücke genießen. Aber dann heißt es „Auf die Plätze, fertig, los“, und ab geht es die steile Piraten-Rutsche hinunter. Gekreische und die Hände in die Luft – und am besten gleich noch einmal.

„Wir kommen schon seit Jahren mit unseren Freunden über Himmelfahrt nach Kappeln. Da besuchen wir an einem Tag auch immer die Heringstage“, berichtet Nina aus Hamburg und stellt sich mit Tochter Elisa gleich noch einmal bei der Rutsche an. Gleich nebenan nehmen die Gondeln des „Viva Mexico“ Fahrt auf. Zwischen 14 und 15 Uhr gilt hier „Einmal zahlen, zweimal fahren“. Simone Picart nutzt das Angebot und fährt mit ihren Kindern Laura (9) und Yann (7). Die ehemalige Kappelnerin wohnt inzwischen im Harz. „Aber zu den Heringstagen kommen wir gern zu Besuch.“

Sonderangebote am Hafen – kostenloses Vergnügen in der Innenstadt: In der Jöns-Hof-Passage steht Harry Hoppe’s Kasper-Theater. Der Berufspuppenspieler aus Rabenkirchen schreibt alle seine Stücke selbst und gestaltet auch einen Teil seiner Puppen allein. Gestern hatte er drei Vorstellungen und auch heute ab 11, 14 und 15 Uhr will er die kleinen und größeren Zuschauer wieder zum Lachen bringen. Seit mehr als fünf Jahren ist Hoppe zu Gast auf den Heringstagen. „Es war gut besucht bis jetzt, ich bin sehr zufrieden“, sagt er über seine Vorstellungen in diesem Jahr.

Ein Stück weiter längs auf dem Deekelsenplatz hat die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde der Baptisten das Spielmobil aufgebaut. Hier gibt es Bungee-Run, eine kleine Hüpfburg, Kaffee für die Eltern – auch hier alles kostenfrei. Nico hat es die Hauptattraktion, das Bullenreiten, besonders angetan. Schon zum vierten Mal klettert er auf die große luftgefüllte Figur und lässt sich ordentlich durchschütteln. Aber der Siebenjährige hält sich wacker. „Ich hab das mit dem Gleichgewicht herausgefunden“, verrät er. Nico kommt eigentlich aus Braunschweig und verbringt gerade ein paar Ferientage mit seinen Großeltern in deren Wohnwagen auf einem Campingplatz in Waabs.

Das Spielmobil als „Kirche buten un binnen“ gehört auch schon seit einigen Jahren zu den Heringstagen dazu. „Wir sind zum vierten Mal dabei“, berichtet Uwe Vergin. Die Idee dazu, hier etwas anzubieten, das gar nichts kostet, sei ihm gekommen, als er mit Freunden und Kindern über die Heringstage gelaufen und in kürzester Zeit viel Geld losgeworden sei. „Das kann nicht sein, habe ich gedacht“, beschreibt er. Das Spielmobil gehört vielen Gemeinden, die in Landesverbänden zusammengeschlossen sind, und wird für Gelegenheiten wie die Heringstage ausgeliehen. „Hier sollen die Kinder ihren Spaß haben. Oder auch die Erwachsenen.“ Denn im Bungee-Run versuchen auch gern „die Großen“, ob die Gurte die 120 Kilo auch wirklich halten.

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