Mittelangeln : Protest-Video gegen Lehrermangel

In Arbeitsgruppen haben die Schüler die Texte für ihr Protest-Musikvideo erarbeitet und vertont.
In Arbeitsgruppen haben die Schüler die Texte für ihr Protest-Musikvideo erarbeitet und vertont.

Schüler der Struensee-Gemeinschaftsschule übermitteln ihren Unmut über Stundenausfall per E-Mail an Bildungsministerin Britta Ernst.

shz.de von
13. Mai 2015, 12:30 Uhr

Ob Bildungsministerin Britta Ernst sich über diese Post wohl freuen wird? Der Schülervertretung der Struensee-Gemeinschaftsschule ist das ziemlich gleichgültig, ihnen ist wichtig, ihre Botschaft rüber zu bringen und die lautet: „Wir wollen 100 Prozent Lehrer.“ Die Realität an der Schule sieht anders aus und ist von Unterrichtsausfall geprägt. „Nun fehlen auch noch die Lehrer im Vorbereitungsdienst“, kritisiert Schulsprecherin Anna Zimmermann die aktuelle Lage.

Seit zwei Jahren ist der Schulstandort Satrup Mittelpunkt der Protestaktionen gegen den Lehrermangel. Neben den Eltern ist es die aktive Schülervertretung der Struensee-Gemeinschaftsschule, die den Protest am Kochen hält. „Wir erleben täglich die Auswirkungen des Lehrermangels“, berichtet Leonie Kramp. Frustrierend für Eltern und Schüler sei die Ignoranz der Landesregierung. „Den Protest sitzt das Bildungsministerium aus“, charakterisierte ein Sprecher der Eltern das Verhalten von Bildungsministerin Britta Ernst und ihrem Ministerium.

Plumper Protest ist allerdings nicht das Anliegen der Akteure. Kreativ soll es sein, lautet die Devise. In einer Besprechung ist daher die Idee entstanden, einen Flashmob zu organisieren. In weiteren Besprechungen wurde aus dem Flashmob-Vorhaben die Idee für ein Musik-Video. In dem selbst gestalteten Text geht es allerdings zur Sache: „99 Abschlussquoten, allesamt aus schlechten Noten, denn sie klauen uns’re Lehrer“. Weiter geht es mit dem Aufruf, die Satruper Schüler bei ihrem Kampf um bessere Bildung zu unterstützen.

Noch in dieser Woche soll das Musikvideo in den verschiedenen Medien unter dem Stichwort „Schüler vs. Bildungsmisere“ eingestellt werden. Mit dem Video rufen die Schüler zu einer Petition an das Kieler Bildungsministerium auf unter dem Motto „Gemeinsam für eine bessere Bildung in Schleswig-Holstein“.

Schulsprecherin Anna Zimmermann ist riesig gespannt, wie diese Protest-Idee aufgenommen wird und hofft natürlich, dass sie von möglichst vielen Menschen unterstützt werden. Aber eines bekräftigt sie: egal ob Flop oder Erfolg, „aussitzen ist nicht!“

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