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Touristenwerbung oder Überwachung? : Protest gegen die Hafen-Webcam

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bürger fühlen sich beobachtet – und verlangen die Abschaltung der Kamera, die Bilder für die Internetseite der Gemeinde Maasholm liefert.

„Man meint es gut, doch das empfinden nicht alle so“, erklärte Maasholms Bürgermeister Kay-Uwe Andresen. Er bezog sich mit seiner Äußerung auf Beschwerden von Bürgern, die sich am Hafen von der dort installierten Webcam beobachtet und überwacht fühlen. Diese Kamera zeigt unterschiedliche Perspektiven des Hafengeländes und nimmt in kurzen Intervallen Bilder auf, die dann auf der Website der Gemeinde im Internet zu sehen sind. Während Urlauber sich gerne anschauen, was da im Hafen jeweils los ist, gibt es zum Leidwesen des Bürgermeisters aber auch Leute, die sich beschweren, wenn sie abgelichtet werden. Das wollen sie nicht und verlangen, dass die Gemeinde die Webcam aus dem Verkehr zieht. Der Bürgermeister aber will darauf nicht ohne Weiteres eingehen und hat inzwischen einen Rechtsbeistand eingeschaltet, wie er während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung erklärte. „Wie die Sache letztlich aufgeht, müssen wir abwarten“, sagte Andresen.

Wenig glücklich zeigte sich der Bürgermeister einmal mehr über den Zustand der Kahnstellen, einem für Maasholm „traurigen Kapitel“. An der historischen Anlage haben sich, wie berichtet, nach aufwendiger Sanierung Schäden eingestellt. Die Gemeinde hat den Rechtsweg beschritten, um die Kosten für eine Behebung der Schäden nicht selbst tragen zu müssen. Das Verfahren nehme viel Zeit in Anspruch – ein Ergebnis sei weder heute noch morgen zu erwarten. „Das bedeutet“, so Andresen, „dass aus Sicherheitsgründen statt einer Nutzung der Kahnstellen derzeit nur eine Sperrung in Frage kommt – das ist höchst bedauerlich.“

Angesichts der Tatsache, dass die Nord-Ostsee-Sparkasse ihre Automaten-Filiale in Maasholm schließen will, berichtete der Bürgermeister von nochmaligen Gesprächen mit einem Vertreter dieses Geldinstituts. Ergebnis: Jeglicher Protest ist zwecklos. Und da sei es auch kein Trost, dass in der Gemeinde Sterup neben der Nospa auch die Volksbank ihre Pforten schließe. Das sei alles andere als bürgerfreundlich, bedeute vielmehr ein Wegbrechen von Infrastruktur unter dem Deckmantel von Kundenorientierung. Andresen: „Ich bin nicht bereit, das zu verstehen.“

Im weiteren Verlauf der Sitzung ernannte der Bürgermeister den von der Feuerwehr in seinem Amt wiedergewählten Wehrführer Udo Hänelt zum Ehrenbeamten, desgleichen Jürgen Führing zu dessen Stellvertreter. Führing hatte bei der Jahresversammlung der Wehr Thomas Mischke abgelöst.

Der Haushalt der Gemeinde schließt mit einem voraussichtlichen Jahresüberschuss von 22.100 Euro ab. Das freut die Maasholmer, weil sie damit zu den wenigen Gemeinden im Amt Geltinger Bucht gehören, die derart positiv in das Haushaltsjahr starten – da fiel die Zustimmung nicht schwer. Auf der Grundlage von unverändert bleibenden Hebesätzen für die Grundsteuern A und B von jeweils 270 und für die Gewerbesteuer von 320 Prozent weist der Ergebnisplan bei den Erträgen 1,0489 Millionen und bei den Aufwendungen 1,0268 Millionen Euro aus. Als größere Investition hat die Gemeinde für 160.000 Euro den Ausbau eines Breitbandnetzes eingeplant. Da wird mit einer Förderung von 60 Prozent gerechnet. Den Restbetrag kann die Gemeinde aus ihren liquiden Mitteln finanzieren. Zu den Investitionen gehört auch für 50.000 Euro die Erneuerung des Blockheizkraftwerkes im Mehrzweckgebäude.

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