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Ortswehr Olpenitz : Privilegien für Feuerwehrleute?

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der oberste Brandschützer von Olpenitz will mit Nachlässen, Rabatten und kostenlosem Parken mehr Aktive gewinnen – sonst befürchtet er eine Pflichtfeuerwehr.

Im vergangenen Jahr stand die Feuerwehr Olpenitz mit Bau des neuen Gerätehaus im Wert von rund 630.000 Euro sowie der Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges für 302.000 Euro im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Nun gab es die erste Mitgliederversammlung der Ortswehr Olpenitz in dem neuen Gebäude. Doch was Wehrführer Dirk Langenstein den über 50 Feuerwehrmitgliedern und den Gästen der Kommunalpolitik und des DRK zu berichten hatte, klang alarmierend.

Danach benötigt die Wehr 27 Aktive, um die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen, nämlich die dreifache Besatzung des Löschfahrzeugs. Tatsächlich hat die Olpenitzer Wehr aber nur 23 Aktive. Hinzu kommt, dass vier Aktive aus Altersgründen in Kürze ausscheiden. Dirk Langenstein: „Damit wären wir dann nur noch bei 19 und hart an der Grenze zu einer dann notwendigen Pflichtfeuerwehr, wenn wir keine weiteren Mitbürger als aktive Kameraden gewinnen können.“ Er schlug vor, den Aktiven „kostenloses Parken, Nachlass bei der Grundsteuer, Rabatte in Geschäften oder eine kleine Lebensversicherung für Feuerwehrangehörige“ anzubieten. Darüber sollten Politik und Verwaltung nachdenken. Ziel sollte sein, mehr Feuerwehrleute zu gewinnen. „Ich habe keine Lust, irgendwann zum Bürgermeister zu gehen und ihm mitteilen zu müssen, dass wir trotz der Millioneninvestitionen den Brandschutz für Olpenitz und das Ostseeresort nicht mehr garantieren können“, begründete Langenstein seine Vorschläge.

Ansonsten berichtete der Wehrführer von einem ruhigen Jahr 2015, was die Einsätze betraf. Insgesamt musste die Wehr 13 Mal ausrücken. Gründe waren sieben Brände, darunter ein Kfz- und ein Bootsbrand, sowie sechs Hilfeleistungen. Allein am 5. Juli musste die Wehr wegen eines Sturms gleich vier Mal zu Hilfeleistungen ausrücken. Während die Einsätze gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte abnahmen, galt dies nicht für die Aktivitäten der Wehr. Die Wehr organisierte ein Boßeln am Weidefelder Strand, war an der Kindergilde des DRK und an dem gemeinsamen Dorffest beteiligt. Zudem nahm sie am Kappelner Blaulichttag teil, veranstaltete mit dem DRK den Laternelauf und stellte die Ehrenwache am Volkstrauertag. Und als Jahreshöhepunkt feierte sie im Dezember ihren 125. Geburtstag. Dabei wurde das neue Gerätehaus eingeweiht und ein neues Löschfahrzeug übernommen. Insofern stand das Jahr 2015 im Zeichen der Erneuerung.

Die Vorbereitungen auf das Jubiläum kosteten viel Arbeit. Für diesen Extra-Einsatz dankte der Wehrführer seinen Kameradinnen und Kameraden. Sie hatten dafür gesorgt, dass die Feier „eine rundum gelungene Veranstaltung“ wurde. Zusätzliche Zeit nahm die Schulung für das neue Löschfahrzeug (LF 10) in Anspruch.

Die Wehr hat derzeit 23 Mitglieder, darunter vier Frauen, der Musikzug hat zehn Musiker. Hinzu kommen elf Ehrenmitglieder. Insgesamt hat die Wehr nun 45 Mitglieder, denn mit Jasmin Koberg wurde eine neue Anwärterin aufgenommen. Des Weiteren zählen 51 fördernde Mitglieder dazu. Während die Wehr ihre Ausbildung auf Sparflamme halten musste, weil ein Übungsraum fehlte, hat der Musikzug 28 Übungsabende abgehalten und ist vier Mal öffentlich aufgetreten.

In diesem Jahr soll der Digitalfunk eingeführt werden. Auch hierfür ist eine Schulung nötig. Gleichzeitig wird die Alarmierung auf das System „e-Message“ umgestellt. Jeder Aktive bekommt dann einen Meldeempfänger. Dadurch wird die Sirene nicht mehr gebraucht und wird daher abgebaut. „Das könnte dazu führen, dass die Wehr noch mehr aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verdrängt wird“, befürchtete Langenstein, sodass sie nicht mehr für neue Aktive interessant sei. Gegen den Vorstands- und Kassenbericht gab es keine Einwände. Die Mitglieder erteilten dem Vorstand Entlastung.

Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker überbrachte die Grüße der Stadtvertreter und dankte für das Engagement. Bürgermeister Heiko Traulsen lobte das neue Gerätehaus: „Hier ist etwas gelungen, was dem Dorf fehlte.“ Auch Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt fand den Neubau gelungen: „Passt hier rein.“ Eine Spende an die Wehr übergab CDU-Gemeindevertreter Philipp Schmitt. Die DRK-Vorsitzende Inga Pantel bedankte sich für die gute Zusammenarbeit.

Und dann übernahm es der stellvertretende Wehrführer Heiko Krause, sich bei seinem Wehrführer Dirk Langenstein im Namen der Kameraden für seinen Einsatz zum Wohle der Wehr mit einem Geschenk zu bedanken. Der wiederum gab den Dank an seine Mitglieder zurück: „Ihr habt alle geholfen.“  

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