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Schlei-Bote

15. Dezember 2017 | 19:40 Uhr

Postkarten für die Lebensader Schlei

vom

Lenkungsgruppe Wassertourismus setzt sich für Erhalt als Bundeswasserstraße ein / Unterstützung von Kommunen gewünscht

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Winnemark | Noch ist die Schlei ein ideales Segel- und Wassersportrevier mit florierender maritimer Wirtschaft an ihren Ufern. Sie lebt vom Tourismus am und auf dem Fjord. Als Fischereistandort ist sie ebenso unverzichtbar wie für die ansässigen Werften- und Wasserbauunternehmen sowie für Zuliefererbetriebe. 10 000 vom Tourismus geprägte Arbeitsplätze sind von der Schlei abhängig. Das alles könnte in Kürze anders aussehen, wenn die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes greift und die Schlei ihren Status als Bundeswasserstraße verliert. Das befürchtet die Lenkungsgruppe Wassertourismus, die sich für den Erhalt des status quo einsetzt.

30 000 Flyer liegen seit Kurzem in allen Häfen rund um die Schlei aus. Und eben so viele Postkarten mit der Warnung "Regionale Lebensader in Gefahr ! Zukunft für die Bundeswasserstraße Schlei" finden sich dort. Die Schlei als Bundeswasserstraße ist in Gefahr. Das sagen die Mitglieder der Lenkungsgruppe Wassertourismus, der sich 80 maritime Wirtschaftsbetriebe angeschlossen haben - darunter auch die Stadtwerke Schleswig, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Flensburg, die Wireg (Wirtschaftsförderung im Kreisgebiet Nord, Regionalmanagement Konversion) Flensburg/Schleswig, die Globetrotter Akademie und die Ostseefjord-Schlei-GmbH (OFS). Auf einer Pressekonferenz stellten ihre Vertreter die Flyer- und Postkartenaktion vor.

In Zukunft werde die WSV die Wirtschaftlichkeit von Gewässern an der dort transportierten Fracht (Tonnage) messen, erklärte Max Triphaus, Geschäftsführer der OFS. Da die Schlei eine geringe Rolle im Frachtverkehr spielt, wurde sie zunächst in die unterste Stufe "Seewasserweg mit maritimer Verkehrssicherung" eingestuft. Unterhaltungsmaßnahmen, wie das Ausbaggern der durch die Strömung vermehrten Sedimentablagerungen, würden nachrangig behandelt, so Triphaus. Die Lenkungsgruppe wehrt sich nun gegen diese "eindimensionale Betrachtungsweise", die den Tourismus als Wirtschaftsfaktor nicht einbeziehe. Ein von dem Zusammenschluss beauftragtes Gutachten, das deutlich die wirtschaftlichen Gefahren einer Herabstufung herausstellt, habe bislang nicht zum gewünschten Erfolg geführt, so Triphaus. "Wir haben noch nicht genügend Gehör im Bundesverkehrsministerium gefunden", begründete Triphaus die nun geplante Flyer- und Postkartenaktion.

Segler, Touristen, Kommunalpolitiker und Bürger sind aufgefordert, die Karten ausgefüllt an die Wireg zurückzuschicken. Nach der Bundestagswahl am 22. September sollen sie in einer öffentlichen Veranstaltung werbewirksam der WSV übergeben werden. In der Presseerklärung der Lenkungsgruppe heißt es: "Ziel ist es, viele Bürger und Gäste zu informieren, über den Sachverhalt aufzuklären und möglichst viele Mitstreiter zu gewinnen." Frederik Erdmann von der IHK Flensburg forderte eindringlich: "Die Schlei als unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor muss in der jetzigen Form unbedingt erhalten bleiben." Das bedeute den Erhalt der Fahrwassertiefe von mindestens drei Metern, die Gewährleistung des Küstenschutzes im Bereich Schleimünde sowie die Sicherstellung der Fahrwassermarkierung durch die ständige Kontrolle und Unterhaltung der Seezeichen. "Und diese Anstrengungen sollten auch in gleicher Form für die nächsten 20 Jahre gelten, wollen wir die Schlei als Lebensader der Region erhalten", so Erdmann. "Deswegen brauchen wir vom Bund eine dauerhafte, nachhaltige Zusage hinsichtlich der Unterhaltung." Bislang habe der Bund nur zugesagt, dass die Schlei im heutigen Zustand erhalten bleibe - von Unterhaltungsmaßnahmen, wie Ausbaggerungsarbeiten zur Gewährleistung der Fahrrinne, sei keine Rede. Der Gesellschafter-Geschäftsführer der Globetrotter Akademie, Günther Hoffmann, erklärte, die beabsichtigte Herabstufung nicht nachvollziehen zu können, "wenn alles so bleibt, wie es ist". Er verlangte, "die Schlei als zukunftsorientiertes Gebiet" zu erhalten. Wolfgang Schoofs, Geschäftsführer der Schleswiger Stadtwerke, wünschte sich: "Herr Ramsauer sollte uns eigentlich mal besuchen. Dann würde er die Wirtschaftlichkeit der Schlei anders beurteilen." Schleswig selbst habe gerade drei Millionen Euro in den Ausbau des Stadthafens investiert - vor dem Hintergrund des zukunftsträchtigen Wirtschaftsfaktors Wassertourismus auf der Schlei.

Stephan Jung von der Wireg Flensburg/Schleswig berichtete derweil, dass innerhalb von zwei Wochen bereits 1100 Postkarten zurückgeschickt worden seien. Er hofft, dass am Ende des Sommers alle 30 000 ausgefüllt dem Bund zugesendet werden können, um der Forderung nach Erhalt der Schlei als Bundeswasserstraße deutlich Nachdruck zu verleihen. Wünschenswert ist laut Jung auch die Unterstützung von Kommunen aus der zweiten Reihe.

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