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Kappeln : Polizei plant barrierefreies Gebäude

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Konzeption für den Umbau soll unverzüglich beginnen. Aber: Der Denkmalschutz muss noch zustimmen.

Das Kappelner Polizeigebäude könnte sich bald barrierefrei und weitgehend auch behindertengerecht präsentieren. Denn: Was Politik, Verwaltung und dem Kappelner Seniorenbeirat bislang aus Denkmalschutzgründen verwehrt worden war, das könnte jetzt womöglich einem einzelnen Kappelner Bürger gelungen sein.

Volker Schmeckthal, in Adelbylund geboren und jetzt in Kappeln lebend, ist nach einem schweren Brandunfall auf den Rollator angewiesen. Und genau deshalb ist es dem 61-Jährigen ein Gräuel, dass das Kappelner Polizeigebäude für Rollstuhlfahrer, Rollator-Nutzer und Mütter mit Kinderwagen nur schwer zugänglich ist. „Das gefällt mir nicht“, erklärte Schmeckthal, denn Menschen mit Behinderung seien gleichwertige Bürger mit Rechten und Pflichten. Auch sie hätten ein „Recht auf Hilfe durch die Polizei, oder um dort etwas zur Anzeige zu bringen“. Allerdings: Das sei in Kappeln derzeit nicht im vollen Umfang möglich, weil sich ein Behinderter dort nicht bemerkbar machen kann, so der staatlich anerkannte Erzieher.

Die Treppe des Haupteingangs kann er nicht nutzen, eine Klingel fehlt und am Seiteneingang steht ein Schild „Besucher bitte Haupteingang benutzen“. Und weil Volker Schmeckthal diese Situation ändern möchte, hat er nach Ansprechpartnern gesucht. Fündig wurde er bei der Polizeidirektion und dem Gebäudemanagement Schleswig-Holstein, beide mit Sitz in Flensburg. Und er hat erreicht, dass sich die Verantwortlichen mit ihm jetzt in Kappeln am Gebäude trafen.

Bei diesem Ortstermin waren Sybille Gertenbach, Architektin des Gebäudemanagements Schleswig-Holstein, und ihr Mitarbeiter Werner Lorenzen von der Fachgruppenleitung der zuständigen Baugruppe Nord, Sibylle Cieplik vom Stabsbereich 2 der Polizeidirektion Flensburg, Kappelns stellvertretender Polizeirevierleiter Rainer Detlefsen, Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker und Werner Barz vom Kappelner Seniorenbeirat mit dabei. Und nach 20 Minuten gab es bereits ein belastbares und für alle zufriedenstellendes Ergebnis: Die Barrierefreiheit des Kappelner Polizeigebäudes geht in die Planung. Und zwar sofort. Das versprach Architektin Gertenbach. Für die Realisierung werde allerdings noch Zeit gebraucht, denn, so betonte Gertenbach, auch der Denkmalschutz müsse ins Boot geholt werden.

Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker hatte zu Beginn des Treffens betont: „Wir brauchen eine barrierefreie Lösung, denn es ist selbstverständlich, dass auch die Polizei jederzeit erreichbar sein muss.“ Dazu erklärte Rainer Detlefsen, dass nicht garantiert werden könne, dass die Dienststelle immer besetzt sei, etwa dann, wenn alle Polizeibeamten im Einsatz sind. Wer allerdings – auch als Mensch mit Mobilitätseinschränkungen – die Polizei aufsuchen möchte, sollte vorher anrufen, erklärte er. Unabhängig davon, würde auch die Polizei die Barrierefreiheit ihres Gebäudes begrüßen.

Die Anwesenden kamen überein, dass geprüft werden solle, ob der Zugang über eine schiefe Ebene am Nebeneingang barrierefrei geschaffen werden kann. Die Realisierung wäre dann Aufgabe der Stadt. Notwendige Arbeiten im Inneren des Gebäudes müssten die Eigentümer übernehmen. Eine Auffahrt für Rollstuhlfahrer am Haupteingang wäre vermutlich aus Sicht der Denkmalschützer nicht möglich, meinten die Anwesenden einmütig.

Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker erklärte: „Wichtig ist, dass wir jetzt weiterkommen.“ Und danach sieht es jetzt aus. Doch ein Jahr wird es mindestens noch dauern, so die Ansicht von Sybille Gertenbach.

 

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