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Hochwasserschutz : Polder-Lösung kostet Gelting 300.000 Euro

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Widerstand gegen das Hochwasser von 2011 „plus zehn Prozent“: Das verspricht sich Geltings Bürgermeister Uwe Linde vom geplanten Polder. Eine 17-Hektar-Fläche dient im Notfall als Auffangbecken.

Die Verantwortlichen des Wasser-und Bodenverbandes (WBV) Geltinger und Stenderuper Au haben auf ihrer jüngsten Sitzung endgültig die Weichen für die Polder-Lösung zum nachhaltigen Hochwasserschutz im Kneippkurort gestellt. Eine südlich des bebauten Dorfbereichs liegende landwirtschaftliche Fläche von insgesamt 17 Hektar wird mit Wällen umschlossen und im Notfall als Auffangbecken für die Fluten benutzt. Die Geltinger Au durchfließt dieses Wiesen- und Ackerland mit starkem Gefälle. Deshalb ist vorgesehen, ein neues Rückstau-Bauwerk, eine Art Schleuse, zu errichten und das aufgestaute Wasser zum Gefahrenzeitpunkt kontrolliert über die weiter nördlich in die durch den Ortskern führende Au abzulassen. Damit kann der Engpass, der in einem engen Rohr unter der Nordstraße durchführt, nicht mehr durch Rückstau zum Verursacher von Überflutungen der Hausgrundstücke im Norder- und Süderholm werden.

Der Geltinger Bürgermeister Uwe Linde, dessen Kommune kooperatives WBV-Mitglied ist, erklärte nach der Sitzung: „Die Polder-Lösung ist laut Gutachten effektiv und für uns die einzig finanzierbare Option.“ Die Kosten belaufen sich demnach auf rund 1,2 Millionen Euro. Das Land gewährt eine halbe Million Euro als Zuschuss, während Gelting 300.000 Euro und der WBV 400.000 Euro über langfristig laufende Darlehen beisteuern müssen. Nach dem Landeswassergesetz ist der WBV verpflichtet, alle Grundstücke in seinem Einzugsbereich vor Überschwemmungen zu schützen. Dass die Gemeinde mitfinanzieren muss, liegt an einem Versäumnis von 1967. „Damals hatte das Land schon eine Polder-Lösung verlangt, doch wurde diese Anweisung von den damaligen kommunalen Entscheidungsträgern nicht befolgt – aus Sparsamkeitsgründen“, so Linde. Diese Unterlassung hat nun 46 Jahre später dazu geführt, dass die Gemeinde Gelting mit zur Kasse gebeten wird.

Der WBV hat die Bauplanung für den Polder in die Hand eines Planers gegeben, der die Details bis zur Baureife im kommenden Jahr erarbeiten soll. Das Projekt ist laut Linde so bemessen, dass es dem Hochwasserstand von 2011 „plus zehn Prozent“ widerstehen kann. Zu berücksichtigen ist das Gefälle der Au, die bei Gut Priesholz in einer Höhe von 35 Metern entspringt und am Durchlass an der B 199 lediglich 1,86 Meter aufweist. Jede „Sturzflut“ soll also künftig im Polder landen. Übrigens: Die Landwirte werden den 17-Hektar-Bereich weiterhin nutzen. Falls Hochwasser ihre Äcker im Polder heimsucht, steht ihnen eine finanzielle Entschädigung für Ernteausfälle zu. Die Einheimischen – vor allem die Betroffenen – werden in einer öffentlichen Versammlung am Montag, 21. Oktober, ab 19 Uhr im Gasthaus Gelting über die Feinplanung des Polderbaus informiert.

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erstellt am 21.Sep.2013 | 13:00 Uhr

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