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Neu an der Gemeinschaftsschule Kappeln : „Platt muss erhalten werden“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ab dem kommenden Schuljahr gibt es an der Kappelner Gemeinschaftsschule ein Niederdeutsch-Angebot.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2017 | 05:59 Uhr

Kappeln | An 29 Grundschulen des Landes gibt es das freiwillige Niederdeutschangebot bereits seit 2013. Nun soll es laut Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) auch auf die Sekundarstufe I weiterbildender Schulen erweitert werden. Die Gymnasien und Gemeinschaftsschulen konnten sich darum beim Bildungsministerium bewerben. Das hat auch die Gemeinschaftsschule Kappeln getan – und sie hat neben sechs weiteren Schulen im Land den Zuschlag bekommen.

„Wir ermöglichen damit den systematischen Spracherwerb ‚Niederdeutsch‘ und stärken unsere Regionalsprache“, begründete die Bildungsministerin den Beschluss. „Als wir von der Möglichkeit erfuhren, haben wir uns sofort beworben“, berichtet Anke Olsen. Sie unterrichtet Deutsch und Musik an der Gemeinschaftsschule, und Schulleiterin Britta Pichatzek hatte gleich an sie gedacht, als sie von den Plänen des Bildungsministeriums erfuhr. „Klar, bin ich dabei“, hatte Olsen gesagt. Sie ist nämlich nicht nur Lehrerin, sie ist auch seit 1983 Laiendarstellerin bei der Niederdeutschen Bühne in Flensburg. „Mit 20 Jahren bin ich dort eingetreten“, verrät sie. Aber schon davor, als Schülerin, war sie in der Kappelner Speeldeel, denn in Kappeln ist sie aufgewachsen. Ihre Großeltern und Eltern haben plattdeutsch gesprochen, nur nicht mit ihr.

Hängengeblieben ist dennoch mehr als genug. „Ich liebe das Plattdeutsche“, sagt Olsen. Niederdeutsch auch an den weiterführenden Schulen zu lehren, findet sie eine gute Idee, und dass das Interesse an dem neuen Unterrichtsfach bei Schülern und auch Eltern vorhanden ist, hat sie in zahlreichen Gesprächen selbst erfahren.

Schulleiterin Pichatzek freut sich ebenfalls sehr, dass sie mit der Bewerbung erfolgreich waren, und weiß um die überdurchschnittliche Qualifikation ihrer Lehrerin. „Es ist eine so schöne Sprache, die es absolut wert ist, erhalten zu werden“, sagt sie. Die Zusammenarbeit mit den Grundschulen sei gut. „Das wird bestimmt eine spannende Sache für die Schule, vor allem aber für die Kinder“, so die Schulleiterin.

Geplant ist, dass die Gemeinschaftsschule mit einem freiwilligen zweistündigen Unterrichtsangebot in Form von Arbeitsgemeinschaften in der Jahrgangsstufe 5 beginnen wird. Noten gibt es keine. Die Kinder, besonders die, die aus den Grundschulen in Gelting und Karby auf die Gemeinschaftsschule kommen, bringen Grundkenntnisse mit. „Da greifen wir das Potenzial auf, das schon da ist“, sagt Anke Olsen. Sie kann sich viel vorstellen und hat schon reichlich Ideen für die Unterrichtsgestaltung, will aber ganz vorsichtig anfangen. „Es ist eine sehr authentische Sprache, die mit der Gegend und den Menschen hier verwurzelt ist“, weiß die Lehrerin und freut sich auf ihre neue Aufgabe nach den Sommerferien. „Wenn einem etwas selbst so viel Spaß macht, kann man sicher auch etwas von der Begeisterung mitgeben.“

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