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Schlei-Bote

18. Oktober 2017 | 18:49 Uhr

Piraten füllen die Kasse der Stadt

vom

Um eine Geisel zu befreien, müssen die Seeräuber beim Eckernförder Piratenspektakel mit Kindern spielen

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

eckernförde | Nicht nur einmal hallte am Wochenende der Donner von Kanonen und Böllern über Eckernförde, als die Piraten nun zum 17. Mal das Ostseestädtchen heimsuchten. Strandüberfall, Einkerkerung von Käptn Birgit und ihren Kaper schwestern auf dem Weg zum Rathaus war die Einleitung der Geschichte, die sich am Sonnabend mit der Befreiung fortsetzte.

Während die Piraten am Strand in den schwarzen Zelten ihr Lager aufschlugen, genossen nicht nur die Eckernförder, sondern auch viele Touristen das Angebot bei angenehmen Temperaturen bis spät in die Nacht an der Hafenmeile. Den Ausblick über die Stadt vom Riesenrad aus erleben, im Verlauf des Abends der Coverband "Mofa 25" bei ihren Hits von damals zuhören und an einem der zahlreichen Stände Erfrischungen und Kulinarisches genießen, das ließ viele bis spät in die Nacht verweilen.

"Eckernförde von oben zu sehen, begeistert mich", schwärmte etwa Gaby Nissen, die zunächst am Tag und später bei Dunkelheit im Riesenrad fuhr. Wer weniger Tumult, keine Warteschlange bei den Getränken und Musiklautstärke zum Unterhalten wollte, war auf dem Achterdeck der "An dreas Gayk" an richtiger Stelle. "Heute Nachmittag bekamen wir endlich die Konzession zum Öffnen", freute sich Servicechef Wilhelm Lehmann hinter dem Tresen im Passagierraum des ehemaligen Butterdampfers. Dort wird es nicht nur Getränke, sondern auch kleine Speisen geben.

Das Akkordeon eines Piraten sorgte für musikalische Untermalung, als sich am Sonnabend der Platz vor dem Eckernförder Rundspeicher mit den Zuschauern füllte, die die Verurteilung der Kaperschwestern miterleben wollten. Gefesselt wurden diese aus dem Kerker gezerrt, damit ihnen der Prozess gemacht werden konnte. "Wir verhandeln nicht", erklärte Käptn Piet und zeriss die Anklageschrift, nachdem er sich zur Befreiung der Kaperschwestern mit seinen Gesellen einen Weg durch die Menge bahnte. Säbelrasseln und Forderungen wechselten sich ab. Doch zeigten sich die Piraten vorsichtig, schließlich sollte ihren Frauen kein Haar gekrümmt werden. Am Ende die Einigung: Die Frauen kommen frei, nur Käptn Birgit bleibt als Geisel. "Füllt unsere Stadtkasse bis Sonntagabend wieder mit Gold, dann könnt ihr Käptn Birgit wieder auf Kaperfahrt mitnehmen", lautete die ungewöhnliche Bedingung der Stadtoberen - schließlich füllen Piraten keine Kassen, sondern plündern sie. "Verdient das Gold, indem ihr mit Kindern das tut, was ihnen Spaß macht, dann bekommt ihr eure Lady am Sonntag wieder frei", half die Bürgervorsteherin den Piraten auf die Sprünge.

Fechten, Enterhaken werfen, vielleicht auch mal ein Messer, die Piraten ließen sich viel einfallen, um die Kinder bei Laune zu halten. "Puh, das ist ja richtige Arbeit", ließ einer der Gesellen verlauten, als er gegen Lina (5) im Sand den Säbel schwang. Geschichten um das Piratenleben erfuhren die Kinder im großen Zelt, wo die Tochter von Käptn Black kein gutes Haar an den Piraten ließ, schließlich könnten diese ja nichts anderes als zu streiten und zu trinken. Dies sah ihr Gegenspieler "Flinkie" völlig anders, er würde sein Gegenüber lieber verkaufen, aber schließlich sei sie mit ihren 15 Jahren schon viel zu alt. Auch hier gab es die ein oder andere Golddublone für die kleinen Zuhörer, denn schließlich wurden diese vom Kommodore der Stadtwache und dem Fechtmeister überwacht.

Erschöpft hielten sich die Piraten für den restlichen Tag zurück und überließen den Hafen den Besuchern, die dicht gedrängt dem bewährten Sound von "Zack Zillis" folgten. "Ein toller Abend und eine super Stimmung", befand Marie Steinberg. Sie konnte wie viele an diesem Abend nicht nachvollziehen, warum eine Zugabe nach 23 Uhr untersagt wurde.

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