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Rendsburg-Eckernförde : Pflicht zur Biotonne zeigt Wirkung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Seit einem Jahr muss jeder Haushalt im Kreis Rendsburg-Eckernförde über Biotonne oder Kompost verfügen. Die Folge: Der Restmüll wird weniger.

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erstellt am 05.Jan.2016 | 17:38 Uhr

Nach einem Jahr Regel-Biotonne fällt die Bilanz für die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) positiv aus. „Inzwischen liegt die Anschlussquote bei 90 Prozent“, sagt AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt. In den Vorjahren hatte nur jeder zweite Haushalt die braune Tonne bei sich stehen. Bereits nach Ende des dritten Quartals wurden in der Bioabfall–Behandlungsanlage (BBA) mehr als 43.000 Tonnen Biomüll verarbeitet sowie rund 170.000 Tonnen Kompost gewonnen. 2014 waren es nur rund 35.000 Bioabfall.

Zum 1. Januar 2015 haben alle 120.000 Haushalte im Kreis Rendsburg-Eckernförde eine Biotonne erhalten. Hintergrund ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz, nach dem spätestens seit 1. Januar 2015 Bioabfälle getrennt zu sammeln sind. Bereits im Sommer 2014 hat die AWR mit der Umsetzung begonnen und die ersten 50.000 Tonnen ausgeteilt. Von einem „Kraftakt“ sprach Hohenschurz-Schmidt damals. Eine Gebühr wurde zu dem Zeitpunkt noch nicht erhoben. Bis September 2015, so berichtet Hohenschurz-Schmidt, wurden 76.216 120-Liter-Biotonnen und 14.388 240 Liter-Biotonnen ausgegeben. Zudem gebe es 462 sogenannte Nachbarschaftstonnen. Dabei teilen sich 924 Haushalte eine Tonne und die 2,50 Euro an monatlichen Gebühren. Bei 2615 Haushalten hat die AWR eine Befreiung von der Tonnenpflicht erteilt. „Dort konnte plausibel dargelegt werden, dass die Menschen auf ihrem Grundstück kompostieren können“, so der Geschäftsführer. Pro Person wurden im vergangenen Jahr etwa 162 Kilogramm Bioabfall pro Person gesammelt, 2014 waren es noch 130 Kilogramm.

Neben den Bioabfällen aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde werden bei der AWR in Borgstedtfelde jetzt auch rund 20.000 Tonnen aus dem Nachbarkreis Schleswig-Flensburg sowie 5000 Tonnen Übermenge aus Neumünster und ab 1. März weitere 8000 Tonnen aus dem Kreis Plön angeliefert. „Daher werden wir unsere Anlage auf 80.000 Tonnen erweitern“, betont Hohenschurz-Schmidt. Dazu werden neue Fermenter und neue Intensiv-Rotteboxen in einem eigenen Anlagenbereich errichtet. Auf dem Gelände in Borgstedtfelde werden diese Mengen zu Strom und Wärme sowie Kompost umgewandelt.

Erreicht wurde im Zuge der Regel-Biotonne auch ein Rückgang des Restmülls denn dort landete der wertvolle Biomüll oftmals. „Der Bioanteil im Restmüll, das haben Sortieranalysen ergeben, betrug etwa 40 Prozent“, so Hohenschurz-Schmidt. Ökologisch und ökonomisch problematisch, denn zum einen sei die Entsorgung des Restmülls in der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) deutlich teurer als die Verwertung des Bioabfalls und zum anderen könne aus dem Biogut Biogas und damit Strom und Wärme produziert werden. Der Restmüll konnte nun von 41.700 Tonnen (2014) auf 39.200 Tonnen reduziert werden. Für dieses und die nächsten Jahre rechnet der der AWR-Chef noch mit einer weiteren Verbesserung des Trennverhaltens.

Noch überwiegen in der Biotonne die Pflanzenreste, doch Ralph Hohenschurz-Schmidt wünscht sich mehr Abfälle aus der Küche in der braunen Tonne. Denn gute Biogaserträge sind nur dann möglich, wenn geeigneter Bioabfall für die „Arbeit“ der Mikroorganismen zur Verfügung gestellt wird. Zu diesem Zweck ist es sehr wichtig, die Biotonne richtig zu befüllen. Denn Biogas entsteht durch Gärung, dem Abbau von organischer Substanz durch spezielle Mikroorganismen unter Luftabschluss. Dazu zählen haushaltsübliche Mengen an gekochten Speiseresten, Fleisch oder auch Frittenfett. Aus Kantinen und Restaurant nimmt die AWR keine Bioabfälle entgegen. Um die Entsorgung in der Tonne angenehmer zu machen, können die Abfälle in Küchenrollen- oder Zeitungspapier eingewickelt werden. Aber auch schädliche Pflanzen wie Bärenklau oder das Jakobskreuzkraut können bedenkenlos in der Biotonne entsorgt werden. Die Samen werden ebenso wie die Eier der Miniermotte in der Behandlung abgetötet

Mit den aktuellen Minusgraden droht jedoch ein Gefrieren des Biomülls in der Tonne. Etliches löst sich aber durch den Rüttelvorgang an den Fahrzeugen. Sollten doch am Tonnenboden Abfälle gefrieren, empfiehlt Hohenschurz-Schmidt feuchte Lebensmittel einzupacken oder mit Pflanzenöl einzureiben. Auch eine Kartonage auf dem unten auf dem Boden könne schon Abhilfe schaffen.

 

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