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Maasholm : Pfingstausflug auf See endet tödlich

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ein 70-Jähriger aus Niedersachsen fällt vor Maasholm bei einer Halse in die Schlei – und überlebt das Unglück nicht.

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2016 | 07:15 Uhr

Auch ein Großaufgebot an Rettungskräften mit drei Seenotrettungsbooten, einem Feuerwehrboot und einem Hubschrauber konnten am Pfingstmontag nicht verhindern, dass ein 70-jähriger Mann bei einem Segelunfall verstarb.

Es war ein Albtraum für  einen 30-jähriger Mann aus Niedersachsen, der mit  seinem  Vater   am Pfingstmontag um 10 Uhr auf einer fünf Meter langen Jolle vom Typ Pirat von Maasholm aus losgesegelt war. Um kurz nach 12 Uhr im Olpenitzer Noor geschah dann das Unglück. Bei starkem Nordwestwind verlor der 70-Jährige, der zu der Zeit an der Pinne war und keine Schwimmweste trug, bei einem Wendemanöver (Halse) das Gleichgewicht und stürzte über Bord. Ob er dabei vom Baum des Schiffsmastes getroffen wurde, konnten die Rettungskräfte gestern noch nicht sagen. Unmittelbar nach dem Sturz ins Wasser war der Verunglückte offenbar nicht mehr handlungsfähig.

„Einsätze mit Mann über Bord haben wir glücklicherweise selten, aber wenn es dazu kommt, herrscht unmittelbare Lebensgefahr“, sagte gestern Antke Reemts von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Hinzu komme, dass die Überlebenschancen für einen Überbordgefallenen bei 20 Grad Celsius Wassertemperatur erheblich größer seien, als bei den vorherrschenden 14 Grad.

Der 30-Jährige unternahm ein Rettungsmanöver, um seinen Vater wieder an Bord holen zu können. Doch dieser Rettungsversuch misslang aufgrund des starken Windes und der schwierigen Strömungsverhältnisse. „Einen ins Wasser Gefallenen wieder ins Boot hineinzuholen, ist sehr schwierig, zumal dann, wenn der Verunglückte sich nicht unmittelbar an der Rettung beteiligen kann“, so Reemts. Genau das war hier der Fall.

Da es an Bord der Jolle kein Funkgerät gab, entschloss sich der Sohn, nach Maasholm zurückzusegeln. Dort löste er Alarm aus. Es begann eine groß angelegte Suchaktion, an der sich der Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“, dessen Tochterboot „Onkel Willi“, das Seenotrettungsboot „Wuppertal“ (alle DGzRS), ein Feuerwehrbot und die Wasserschutzpolizei beteiligten. Ein Hubschrauber der DRF-Luftrettung landete in Maasholm am Fischereihafen, brauchte sich aber nicht mehr an der Aktion zu beteiligen, da zu dem Zeitpunkt, gegen 13 Uhr, der 70-Jährige bereits gefunden worden war. Aufgrund des starken Windes war er einige Hundert Meter von der Unglücksstelle entfernt, östlich von Olperör, in flaches Wasser getrieben worden. Dort wurde er von „Onkel Willi“ aufgenommen. Ein Notarzt, samt Rettungssanitäter auf dem Schiff, wie auch später der Notarzt des Hubschraubers versuchten letztlich erfolglos, den Mann zu reanimieren. Ob der Niedersachse ertrunken ist, an Unterkühlung oder wegen eines Herzstillstandes verstarb, kann nur eine Obduktion klären.

Bei der Polizeidirektion Flensburg sprach man gestern von einem schrecklichen Unglücksfall. „In meiner Zeit als Pressesprecher sind mir ähnliche Segelunfälle mit tödlichem Ausgang nicht bekannt, und ich bin schon einige Zeit Pressesprecher“, sagte Matthias Glamann. Er wies darauf hin, wie wichtig das Anlegen von Schwimmwesten für die Sicherheit auf dem Wasser ist. Das betonte auch Antke Reemts von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. „Eine Schwimmweste erhöht definitiv die Überlebenschancen“, sagte sie. Auch ein Binnenrevier wie die Schlei solle man nie unterschätzen. Auch dort kann es Seegang und eine starke Strömung geben. Reemts: „Nicht umsonst haben wir einen Seenotrettungskreuzer in der Schlei stationiert.“

Das Unglück vom Pfingstmontag ist bereits der zweite Einsatz innerhalb kurzer Zeit für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Erst am 8. Mai war die „Nis Randers“ im Einsatz, um ein Schiff in den Hafen zu bringen. Dieser Fall ging glimpflich aus. Ein Familienvater hatte sich an Bord das Bein gebrochen.

 

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