Kappeln : Passfotos gibt’s jetzt im „Kawerk“

Fest im Blick haben Jürgen Otto (li.) und David Möller (2.v.li.) ihr erstes „Passfoto-Modell Manfred Guth (r.). Henning Herges sieht sich das Procedere aus der Ferne an.
Fest im Blick haben Jürgen Otto (li.) und David Möller (2.v.li.) ihr erstes Passfoto-Model Manfred Guth (r.). Henning Herges sieht sich das Procedere aus der Ferne an.

Die offene Manufaktur der Kappelner Werkstätten in der Mühlenstraße übernimmt das Angebot von Foto Guth.

Rebecca_Nordmann-7304.jpg von
09. November 2020, 13:48 Uhr

Kappeln | Ab sofort gehören Leinwand und Scheinwerfer zur Grundausstattung im „Kawerk“. In der offenen Manufaktur der Kappelner Werkstätten sind künftig Passfotos erhältlich, das „Kawerk“ hat diese Aufgabe übernommen, nachdem Foto Guth Ende Oktober seine Türen geschlossen hatte. Erstes Passfoto-Model war am Montagvormittag – natürlich – Manfred Guth.

Mir war es wichtig, dass es weiterhin die Möglichkeit gibt, ein Passbild in Kappeln machen zu lassen. Manfred Guth, Foto Guth
 

„Mir war es wichtig, dass es weiterhin die Möglichkeit gibt, ein Passbild in Kappeln machen zu lassen“, sagte Manfred Guth am Montag. Und zwar eines ohne Automaten, stattdessen mit dem Wissen und der Expertise, die sein Geschäft so lange ausgezeichnet habe. „Und das Kawerk hatte ich dafür schon eine Weile im Blick“, sagte er. Das Ziel: qualitative Passbild-Fotografie langfristig zu sichern. Da passt es, dass das „Kawerk“ mit Jürgen Otto auch gleich noch einen langjährigen Guth-Mitarbeiter übernommen hat. Und auch einiges an notwendiger Ausrüstung, wie etwa einen besonders schnellen Drucker.

Für uns war es entscheidend, dass wir dabei auch unsere Betreuten mit einbinden können. Henning Herges, Werkstattleiter
 

Werkstattleiter Henning Herges hatte dabei auch noch etwas Anderes im Blick. „Für uns war es entscheidend, dass wir dabei auch unsere Betreuten mit einbinden können“, sagte er. So wie David Möller zum Beispiel. Der junge Mann legte am Montag unter Anleitung von Jürgen Otto gleich mal selbst den Finger auf den Auslöser – und war begeistert. „Auf jeden Fall kann ich mir vorstellen, mich damit weiter zu beschäftigen“, sagte er.

Weiterlesen: Foto Guth: Ende nach 75 Jahren

Für Henning Herges ist das ein wesentlicher Teil der Geschichte. „Mediendruck machen wir schon länger“, sagte er. „Das durch die Fotografie zu erweitern, passt einfach gut. Vor allem dann, wenn es für unsere Betreuten professionell begleitet wird.“ Und Jürgen Otto hat tatsächlich recht genaue Vorstellungen davon, wie er seine neuen Kollegen an der Fotografie teilhaben lassen will. Am Montag sprach er beispielsweise von Digitalisierung alter Super8-Filme und von Dias, vom Zuschneiden der Passfotos, vom Rahmen größerer etwa Familienaufnahmen, von der Assistenz beim Fotografieren bis hin zum eigenen Fotografieren. Auch die Nachbearbeitung oder den Fotodruck auf Shirts, Tassen oder Puzzles können sie übernehmen.

Weiterlesen: Foto Guth: Zum Schluss gibt's einen Flohmarkt

Und ganz nebenbei räumt die Angelegenheit dem „Kawerk“ auch die Chance eines weiteren Standbeins ein. Carsten Schittkowski, Abteilungsleiter bei den Werkstätten, sagte: „Klar eröffnet uns das Thema der Passbild-Fotografie auch eine neue Zielgruppe.“ Etwa die Gruppe derjenigen, die bislang nicht den Weg ins „Kawerk“ gefunden haben und jetzt vielleicht Bewerbungsaufnahmen oder ein Führerscheinbild benötigen. Dass der Weg vom früheren Foto-Guth-Laden in der Schmiedestraße zum „Kawerk“ in der Mühlenstraße nicht weit ist, weiß Manfred Guth. „Fünf Minuten zu Fuß“, sagte er. „Und sechs Minuten mit dem Auto.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen