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Ein Jahr danach : Parkautomaten bringen Kappeln 246.000 Euro

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ein Jahr nach der Einführung der Parkgebühren zieht die Stadtverwaltung eine positive Bilanz. Der Februar ist der bislang umsatzschwächste, der August der umsatzstärkste Monat.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 07:45 Uhr

Kappeln | Ziemlich genau ein Jahr ist rum, seit sich die Stadt das Parken auf ausgewählten Plätzen bezahlen lässt – und von den anfänglichen Beschwerden ist nicht mehr viel übrig geblieben. So berichtete es zumindest Manfred Wehking, in der Stadtverwaltung zuständig für die Verkehrsüberwachung, dem Ausschuss für Umwelt und Verkehr. „Das einzige, was jetzt noch kommt, ist die Aussage: Was seid ihr billig“, sagte Wehking.

Innerhalb von 368 Tagen seit Scharfschaltung der Ticketautomaten haben parkende Kappeln-Besucher immerhin 246.172,45 Euro in die städtischen Kassen getragen, seit Jahresbeginn landet dieses Geld beim Eigenbetrieb Parken. In der gleichen Zeit sei, so Manfred Wehking, die Zahl der Knöllchen für nichtgelöste Tickets gesunken. Allerdings: „Auffällig ist das Überziehen der Brötchen-Taste“, sagte Wehking. „Und das betrifft fast nur Einheimische.“ Grundsätzlich sei die Akzeptanz der Ticketautomaten jedoch höher als bei der Parkscheibe.

Blickt man ins Detail – was Manfred Wehking für den Schlei Boten getan hat –, fällt auf, dass der bislang umsatzstärkste Monat der August vergangenen Jahres war, also bereits kurz nach Einführung der Parkgebühren. Im August sammelten sich 35.840,20 Euro in den Automaten verteilt auf knapp 31.500 Tickets. Der bislang umsatzschwächste Monat im gleichen Zeitraum ist der Februar dieses Jahres mit 8780,90 Euro und gut 10.300 Tickets. Bemerkenswert: Der Dezember sorgte wohl aufgrund des Weihnachtsgeschäftes im Vergleich zum November noch einmal für ein kleines Hoch (13.280 Euro und gut 15.000 Tickets) ehe die Zahlen erst im März wieder stiegen.

Konsequenterweise ist es der Parkplatz Wassermühlenstraße mit seinen vier Parkscheinautomaten und 152 Stellplätzen, der der Stadt in den zurückliegenden zwölf Monaten mehr als die Hälfte der Gesamteinnahmen beschert hat, nämlich 134.947,05 Euro. Über ihn sagt Manfred Wehking: „Im Sommer kriegen Sie in der Wassermühlenstraße ab 9.30 Uhr keinen Parkplatz mehr.“ Den geringsten Beitrag hat jedoch nicht der Deekelsenplatz geliefert, obwohl er mit seinen 16 Stellplätzen der kleinste ist (8258 Euro). Vielmehr waren es die 19 Stellplätze im Kehrwieder, deren Einnahmen von 2016,30 Euro überschaubar blieben. Übrigens: Während ein Stellplatz in der Wassermühlenstraße in den abgelaufenen zwölf Monaten durchschnittlich 887,80 Euro eingebracht hat, war ein Stellplatz im Kehrwieder im gleichen Zeitraum gerade mal 106,12 Euro wert. Mittendrin siedelt sich der Parkplatz Mühlenstraße an, dessen einzelner Stellplatz für Einnahmen von 547,92 Euro gesorgt hat. Dieser Parkplatz ist nebenbei der am stärksten frequentierte zu Markttagen. Während, so berichtet es Manfred Wehking, üblicherweise jeder Stellplatz in der Mühlenstraße am Tag fünf Mal aufgesucht wird, passiert genau das an Markttagen mindestens acht Mal. Ohnehin sei der Donnerstag – also der Markttag – grundsätzlich der umsatzstärkste Tag der Woche, an Wochenenden sinken die Einnahmen üblicherweise. Die meisten Parktickets wandern nach Angaben Wehkings zwischen 10 und 12 Uhr aus den Automaten.

Zugenommen hat derweil die Zahl derjenigen, die ein Tagesticket für 9 Euro lösen, durchschnittlich sind dies inzwischen zwei bis drei Nutzer pro Tag. Zwar wollte die Stadt eben das Dauerparken unterbinden, so lange es aber bei dieser übersichtlichen Zahl bleibe, habe man keine Bedenken. Wehking: „Das tolerieren wir.“ Unterm Strich steht für die Verwaltung etwas ganz anderes fest, das Wehking so zusammenfasst: „Wir haben unser Ziel erreicht, nämlich zu jeder Tageszeit in der Innenstadt freie Parkplätze vorhalten zu können.“ Mehr noch: Er habe von Menschen gehört, die nun wieder mit dem Auto in die Stadt führen, nachdem sie dies lange Zeit nicht getan hätten – in der neuen Gewissheit, stadtnah einen Stellplatz zu finden.

Die nächsten Schritte sehen nun vor, zunächst weitere öffentliche Parkmöglichkeiten zu schaffen und sich im Anschluss dem Anwohnerparken zu widmen. Vorher jedoch soll noch das viel diskutierte Parkleitsystem umgesetzt werden, das in erster Linie Touristen eine Hilfe sein soll. Ausgewiesen sind darauf allerdings ausdrücklich nicht die Innenstadtparkplätze.

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