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Tansania in Kappeln : Parallelgottesdienst in Afrika und Kappeln

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Tansania-Arbeitsgemeinschaft feierte ihre Partnerschaft mit Ngaruma. Die Gemeinde am Kilimandscharo will eine Kirche bauen und erhält Spenden von der Schlei.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 00:33 Uhr

„Wir wollen Freunde sein“ – dieses Ziel hat sich die seit zweieinhalb Jahren bestehende Tansania-Arbeitsgemeinschaft (T.A.G.) gesetzt und füllt die mit der Kirchengemeinde Ngaruma am Fuß des Kilimandscharo in Tansania bestehende Partnerschaft mit Leben. Dazu gehörte gestern in der Kappelner St.-Nikolai-Kirche zum zweiten Mal ein Partnerschafts-Gottesdienst – zeitgleich mit einem im fernen Ngaruma mit gleichen Inhalten. Um die Verbundenheit zu dokumentieren, wurden in der Schleistadt Lieder in deutscher Sprache, aber auch in Kisuaheli gesungen – ein bunter Gottesdienst, in dem sich Martina Braatz und Pastor Dr. Karsten Petersen in einem Predigt-Dialog mit der deutsch-afrikanischen Partnerschaft im Allgemeinen und dem „in den Herzen und auf den Lippen tragenden Glauben“ im Besonderen auseinander setzten. Nicht an der Oberfläche verharren, sondern mit dem Herzen sehen und handeln, Blickwinkel verändern, so lautete beider Credo. Die Partnerschaft, so habe sich gezeigt, sei ein Weg, um sich selbst zu erkennen, ein Weg für ein Mehr an Gottverständnis.

Das Ehepaar Sabine und Matthias Mau, das immer wieder die Partnergemeinde in Tansania besucht, schilderte nicht nur seine Eindrücke, sondern teilte auch mit, was als jüngste Botschaft aus Ngaruma bei ihnen eingetroffen ist. Bei alledem wurde deutlich, dass die Partnergemeinde dringend auf Spenden angewiesen ist – für Gesundheit, Schule, Kindergarten und vieles mehr. Bedauert wird, dass mit dem geplanten Kirchenbau in Ngaruma noch immer nicht begonnen werden konnte, aber, so hieß es in der Botschaft aus Tansania: „Wir sammeln jeden Sonntag Steine und hoffen, noch in diesem Jahr mit dem Bauen beginnen zu können.“

Die Unterstützung geht weiter: Der Erlös einer Versteigerung nach tansanischem Vorbild wird in die Partnergemeinde nach Tansania überwiesen. Als „Auktionator“ brachte Matthias Mau draußen vor dem Gotteshaus Naturalien, die Gottesdienstbesucher mitgebracht hatten, meistbietend an den Mann und die Frau. Ob Bananen, Äpfel, Kohl und anderes Obst sowie Gemüse – da wurde nicht geknausert. Ein Bund Möhren für fünf Euro: Da stand der Gedanke, mit einer Spende die Menschen in Ngaruma zu unterstützen, an erster Stelle. Versteigert wurden sogar zwei kleine Laufenten, die noch wachsen müssen, um den Nachtschnecken wirklich den Garaus zu machen.

Diese Art der Versteigerung haben alle diejenigen, die bereits die Partnergemeinde im fernen afrikanischen Land besuchten, miterlebt und konnten erzählen, welche Bedeutung sie haben. Da sich die Kirchengemeinden ausschließlich aus Spenden finanzieren, lassen die Gläubigen Anfang eines jeden Jahres in ein Buch eintragen, wie viel sie spenden möchten. Doch nicht immer reicht das Geld. Also bringen sie zu den Gottesdiensten Eier, Zuckerrohr und sogar lebende Tiere mit, um sie zu versteigern. Die Erlöse werden in das Spenden-Jahresbuch der Gemeinde eingetragen und dem jeweiligen Spender gutgeschrieben.

Beifall der Besucher gab es während des Tansania-Gottesdienstes für Yaovi Loko aus Flensburg. Er war es, der mit seinem Sohn Edy den Gottesdienst trommelnd begleitete und voller Inbrunst seine Trommeln „zum Singen“ brachte. Seit 2007 lebt der gebürtige Westafrikaner in Flensburg. 2002 hatte der Trommellehrer sein Heimatland Benin verlassen und in Deutschland Asyl beantragt.

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