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Schlei-Bote

17. Dezember 2017 | 07:21 Uhr

Kappeln : Orientierung im ersten Lebensjahr

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Christel Nordmeier, erste „Delfi“-Kursleiterin, erinnert sich an die Anfänge. Im Februar beginnt die nächste Fortbildung der Familienbildungsstätte.

von
erstellt am 06.Jan.2016 | 17:44 Uhr

Das erste Jahr im Leben eines Neugeborenen ist aufregend – auch für die Eltern. Eine Orientierungshilfe für frisch gebackene Mütter und Väter im Zusammenleben mit dem neuen Mitbewohner bieten die Delfi-Kurse der Evangelischen Familienbildungsstätten (FBS) Kappeln, Schleswig und Rendsburg. Mit dem Konzept von Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen, Individuell – kurz: Delfi – soll die Entwicklung des Babys im ersten Lebensjahr gefördert, und Eltern sollen mit praktischen Tipps unterstützt werden. Seit 2009 bildet die FBS Kurs-Leiterinnen und -Leiter aus. Antje Schümann, Leiterin der FBS Kappeln, sagt dazu: „Aktuell sind 20 Delfi-Kursleiterinnen im Einsatz. Sie bieten an 14 Orten im Kreis Schleswig-Flensburg und in der Stadt Flensburg wöchentlich etwa 40 Kurse an.“ Im Februar beginnt die nächste Delfi-Ausbildung.

Christel Nordmeier war schon mehrere Jahre ehrenamtlich für die FBS – unter anderem mit einem Baby-Kochkurs – im Einsatz, als Antje Schümann der ausgebildeten Kinderkrankenschwester 2004 die Delfi-Weiterbildung ans Herz legte. So wurde Christel Nordmeier die erste Delfi-Kursleiterin im Raum Schleswig. Insgesamt 116 Stunden dauerte die Fortbildung von Oktober 2004 bis September 2005. Nordmeier erinnert sich: „Die Kurse fanden immer Freitag- und Sonnabendabend in Pinneberg statt.“ Neben der Sensibilisierung der Wahrnehmungsfähigkeit standen auf dem Lehrplan der zweifachen Mutter unter anderem die Erprobung der eigenen Leitungskompetenz, krankengymnastisches sowie osteopathisches Basiswissen oder auch Methoden der Kommunikations-, Wahrnehmungs- und Bewegungsanregung. „Man lernt viel über die Entwicklung eines Kindes im ersten Lebensjahr“, erinnert sich Nordmeier. „Und wie man 90 Kursminuten füllen kann, um möglichst alle Sinne des Babys zu fördern.“ So ließ sich die Kinderkrankenschwester für ihre Delfi-Kurse einiges einfallen: „Ich habe mit den Müttern viel gesungen. Außerdem haben wir die Haut der Kinder massiert, auch um die Bindung zwischen Mutter und Kind zu stärken.“ Unterschiedlich beschaffene Krabbelmatten, durchsichtige Tafttücher, raschelnde Folien oder auch nur der Kontakt zu Gleichaltrigen sollten die Wahrnehmungen der Babys schulen. Aber auch für die Eltern des Neugeborenen seien die Treffen hilfreich gewesen, sagt sich Christel Nordmeier. „Wenn die Mütter berufstätig sind und dann plötzlich ein Kind da ist, verlieren sie häufig den Kontakt nach außen. In der Gruppe kommen sie ins Gespräch mit anderen Müttern oder Vätern.“ Selbst Mutter von zwei Kindern beantwortete Nordmeier aber auch Fragen zu Ernährung oder Umgang mit schreienden und zahnenden Babys. Hintergrundwissen sei für die Leitung eines Delfi-Kurses schon erforderlich, findet die 51-Jährige, – „wenn nicht als Mutter, dann wenigstens als Erzieher“.

Stets habe sie sich bemüht, sagt Nordmeier, den Kurs-Teilnehmern die gleichen Chancen zu ermöglichen. „Einige Eltern reden sofort drauf los, andere nicht. Man muss wie ein Moderator versuchen, eine homogene Gruppe zu schaffen und auch die Stilleren aus der Reserve zu locken.“ Christel Nordmeiers Delfi-Angebot wurde gut angenommen, zwischenzeitlich leitete sie sieben Kurse parallel – „ich war ja auch ganz allein in Schleswig“. Die Arbeit habe ihr viel Freude bereitet, betont die 51-Jährige. „Es ist eine sehr schöne Zeit gewesen. Man bekommt unheimlich viel Dank zurück.“ Trotzdem beendete Christel Nordmeier im Jahre 2008 ihre Tätigkeit als Delfi-Kursleiterin. „Ich habe wieder angefangen als Kinderkrankenschwester zu arbeiten und das ließ sich zeitlich leider nicht unter einen Hut bringen“, sagt sie. Mit Blick auf die drei Jahre als Kurs-Leiterin sagt Christel Nordmeier: „Ich würde es immer wieder machen und möchte diese unheimlich intensive Zeit nicht missen.“

Wer Delfi-Kursleiter werden möchte, sollte mindestens 23 Jahre alt sein und über eine abgeschlossene Berufsausbildung, möglichst in sozialpädagogischer, psychologischer oder medizinischer Richtung, verfügen. Schwerpunkt der Ausbildung sind die Auswirkungen von Schwangerschaft und Geburt auf die Babys sowie die Bedeutung des ersten Lebensjahres aus pädagogischer und psychologischer Sicht. Die Teilnahmegebühr beträgt 800 Euro.

> Am Dienstag, 19. Januar, beginnt um 19 Uhr in der FBS Schleswig, Königstraße 2, ein Info-Abend zur Delfi-Fortbildung. Weitere Informationen unter www.delfi-online.de. Anmeldungen sind unter ✆ 0 46 42 / 91 11 40 oder ✆ 0 46 21 / 9 84 10 oder info@fbs-kappeln.de möglich.

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