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Kappeln : Olpenitzer Wehr ist jetzt „rund erneuert“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Einweihung des neuen Gerätehauses mit einem Überraschungsgast. Auch die Ausstattung mit Löschboot und Fahrzeug ist top-aktuell.

Die Olpenitzer Feuerwehr hatte am Sonnabend allen Grund zum Feiern: Einweihung des neuen Gerätehauses, neues Löschfahrzeug, neues Löschboot, 90 Jahre Musikzug und 125-jähriges Bestehen der Wehr. Diesen vielen Anlässen entsprechend gab es für die Ortswehr Olpenitz mit ihren 24 Mitgliedern auch eine große Ehre. Der scheidende Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hans-Peter Kröger aus Ostholstein, kam zum Gratulieren. Der 62-Jährige, der zwölf Jahre an der Spitze aller Wehren stand, hatte sich Olpenitz ganz gezielt für seinen, wie er sagte, letzten Besuch einer freiwilligen Feuerwehr ausgewählt. Kröger bescheinigte den Verantwortlichen der Stadt, kräftig in ihre Wehren – sechs an der Zahl – zu investieren. „Das verdient große Anerkennung, dient dies doch auch zugleich der Sicherheit“, sagte Kröger. Zum Mitgliederrückgang bei den Wehren sagte der Präsident: „Es ist falsch, Frauen auf der Reservebank zu belassen, sie müssen mit in das Retten, Löschen, Bergen und Schützen eingebunden werden.“ Kröger, der noch einige Tage in der Bundeshauptstadt residiert, war nicht mit leeren Händen gekommen, er überreichte dem Olpenitzer Wehrführer Dirk Langenstein einen Berliner „Feuerbären“.

630.000 Euro für das neue Haus der Feuerwehr mit großer Fahrzeughalle sowie Werkstatt, Schulungs- und Versammlungsraum sowie sanitären Anlagen und 302.000 Euro für das neue Löschfahrzeug – das neue Löschboot wurde vom Landesbetrieb für Küstenschutz und Natur zur Verfügung gestellt – bedeuten für die Stadt unterm Strich eine Investition von rund 360.000 Euro. Denn die Restsumme wird durch einen Zuschuss des Landes und aus der Feuerschutzsteuer finanziert. Dass der Neubau, anfangs veranschlagt mit 580.000 Euro, im Endeffekt teurer wurde, lag letztlich an „Unvorhergesehenem“ und war bei „Olpenitz feiert“ kein Thema. Stattdessen gab es von Wehrführer Dirk Langenstein viel Lob für Bürgermeister Heiko Traulsen: „Mit großer Hartnäckigkeit hat er beim Land für eine Sonderbedarfszuweisung gesorgt.“

Langenstein erinnerte daran, dass vor drei Jahren der Schulungsraum in der einstigen Meierei geschlossen werden musste – wegen gesundheitsgefährdendem Schimmelpilz: „Der Frust bei der Wehr stieg, der Druck auf die Politik wuchs.“ Da gab es viele Diskussionen und schließlich jetzt die Einweihung eines neuen Feuerwehrhauses. Der Musikzug setzte dazu ein und gefiel mit seiner Musik.

„Hinter uns liegt eine ereignis- und arbeitsreiche Zeit“, sagte Langenstein nach der Musik und fügte hinzu: „Wir haben uns, was die Ausstattung und Ausrüstung betrifft, runderneuert.“ Als Herausforderung für die Zukunft sah er die Notwendigkeit, weitere Menschen für den freiwilligen Dienst in der Feuerwehr zu gewinnen.

Kreispräsident Ulrich Brüggemeier überreichte namens des Landes die Silberglocke für das 125-jährige Bestehen der Wehr. Er betonte, dass eine „Runderneuerung“ wie in Olpenitz nicht alle Tage vorkommt. Kappelns Bürgermeister Heiko Traulsen kam die Aufgabe zu, gleich zwei Schlüssel an den Wehrführer zu überreichen, einen für das neue Haus und einen für das neue Fahrzeug. Die Anforderungen an die Wehr steigen laut Traulsen. Dass sie diese professionell angesichts wachsender Brandlasten bewältigen könne, dafür habe die Stadt nunmehr die äußeren Voraussetzungen geschaffen.

Zu den Gratulanten gehörten auch die stellvertretende Landesbrandmeisterin Ilona Dudek vom Landesfeuerwehrverband, Andreas Eckers vom Landesbetrieb für Küstenschutz und Natur sowie Kreiswehrführer Mark Rücker.

Kappelns Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt sprach davon, dass sich das Dorf Olpenitz im Wandel befinde: „Und die Feuerwehr wandelt sich mit.“ Mit den getätigten Investitionen habe die Stadt zur Zukunftssicherung beigetragen.

Ehrenwehrführer Horst Albrecht betonte, wie unerlässlich es sei, Gemeinschaft zu leben, „denn wir brauchen sie“. August-Heinrich Weller von Ahlefeld meinte: „Ich habe gerne die Schirmherrschaft für ’Olpenitz feiert’ übernommen. Darauf bin ich stolz.“ Der Olpenitzer Gutsherr hatte dem alten Fahrzeug in der zurückliegenden Zeit ein schützendes Dach geboten. „Das war doch eine Selbstverständlichkeit“, so Weller von Ahlefeld. 

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erstellt am 06.Dez.2015 | 19:32 Uhr

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