Oldtimer-Trecker-Treffen : Oldies am Eckernförder Strand

Zum ersten Mal dabei: Hermann und Heidelore Wallerab aus dem rheinland-pfälzischen Obrigheim mit ihrer „Hülle auf drei Rädern“.
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Zum ersten Mal dabei: Hermann und Heidelore Wallerab aus dem rheinland-pfälzischen Obrigheim mit ihrer „Hülle auf drei Rädern“.

Rund 200 Oldtimerfreunde zeigten ihre Fahrzeuge.

shz.de von
04. Mai 2015, 12:30 Uhr

Die Oldtimerfreunde rund um Eckernförde luden zum achten Mal zum Oldtimer-Trecker-Treffen auf dem Festivalgelände am Südstrand ein. Etwa 200 restaurierte, historische Landmaschinen und Nutzfahrzeuge konnten sich die Besucher des Treffens ansehen – das zumindest schätzte der Veranstalter und Vorsitzende der Oldtimerfreunde, Kai-Dieter Bock. Ziel des jährlichen Treffens sei es, das alte Kulturgut zu zeigen und mit anderen Oldtimerfreunden Erfahrungen auszutauschen.

Vorsitzender Bock kaufte 1987 seinen ersten historischen Trecker – einen Lanz Bulldog, Baujahr 1955, für 1500 Mark. Über eine Annonce im Bauernblatt wurde er auf den Trecker, der ehemals bei der Schleswag in Heide in Betrieb war, aufmerksam und „möbelte ihn auf“. Besondere technische Kenntnisse brauche man dafür nicht, so Bock. „Wenn man den Trecker immer instand hält, ist das ein Selbstgänger“, sagte er. Ein zweites Lanz-Modell, Baujahr 1940, steht bei Bock in der Garage.

Oldtimer dürfen sich Trecker nennen, die vor 1970 gebaut wurden. Alle Traktoren nach 1970 sind sogenannte Youngtimer. Einige der ausgestellten Oldies werden noch heute landwirtschaftlich genutzt. Andere dienen als historisches Ausflugsgefährt – mit angehängtem Campingwagen auch zu einem Wochenendtrip. Der älteste Trecker, auch ein Lanz Bullog, kam aus Gettorf und gehört Hermann Jöhnk. 20 PS und ein Gewicht von 2500 Kilogramm hat der Trecker, der erstmals im Juli 1940 zugelassen wurde, vorzuweisen. Als Lanz Bulldog werden Ackerschlepper, die von 1921 bis 1957 von der Heinrich Lanz AG (später John Deere) hergestellt wurden, bezeichnet. Sie prägten den Namen Bulldog als umgangssprachlichen Gattungsnamen für einen Ackerschlepper.

Den weitesten Weg unter den Ausstellern legten Hermann und Heidelore Wallerab aus dem rheinland-pfälzischen Obrigheim mit ihrer „Hülle auf drei Rädern“, wie sie ihr Lastendreirad der Firma Guggenbühler nennen, zurück – jedoch nicht „auf eigener Achse“. Die 700 Kilometer nach Eckernförde verbrachte ihr historisches Fahrzeug auf dem Anhänger.

„Auf eigener Achse“ kamen derweil Oldtimerfreunde aus der Nähe von Osnabrück. Bereits am Freitag sind sie mit ihren in die Jahre gekommenen Gefährten Richtung Eckernförde aufgebrochen und haben schließlich über Land den Weg zum Südstrand gefunden – mit durchschnittlich 30 Stundenkilometern.

Beim diesjährigen Treffen wurde erstmals eine Fendt-Sonderausstellung gezeigt. Neben den Oldies standen dort die neuesten Fendt-Modelle – mehrere Jahrzehnte Trecker-Geschichte von 1940 bis heute.

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