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Kappelner Innenstadt : Offensive gegen den Leerstand

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH startet eine Umfrage zu Geschäftswünschen in der Innenstadt.

In der Schmiedestraße sind es drei, ebenso in der Poststraße und in der Mühlenstraße zwei Leerstände. Insgesamt kann Stadtmanagerin Lara Zemite gegen Ende des Jahres 17 Ladenlokale als Leerstand im Stadtgebiet auflisten. Darunter in bester Innenstadtlage. „Kappeln ist unterm Strich gut aufgestellt“, meint Zemite. Die Innenstadt habe einen attraktiven Branchenmix. Aber es gebe ein Gefälle. Während die Schmiedestraße gut besucht wird, zieht es weniger Besucher Richtung Mühlenstraße. „Ideal wäre dort natürlich ein Frequenzbringer.“

Was für ein Geschäft das sein könnte, wollen die Stadtmanagerin der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK) und Claudius Callsen von Postbank Immobilien nun herausfinden. Bereits im November haben sie angekündigt, mit Fragebögen die Geschäftswünsche der Innenstadtbesucher herausfinden zu wollen (wir berichteten). Jetzt haben sie mit Fragebögen ihre Offensive gegen den Leerstand in die Tat umgesetzt. Am Montag starteten sie die Umfrage in der Innenstadt. Die Ausbeute am ersten Tag: 20 Fragebögen. „Wenn es so weiter geht, hätte die Umfrage eine gewisse Aussagekraft“, rechnet Callsen hoch. Noch bis einschließlich Sonnabend, 10. Dezember, werden zwei WTK-Helferinnen in der Innenstadt unterwegs sein. Auf dem Weihnachtsmarkt am Sonnabend wollen Callsen und Zemite dann von 10 bis 17 Uhr an einem gemeinsamen Stand in der Stadtpassage mit den Innenstadtbesuchern ins Gespräch kommen und Stimmen einfangen.

Von ihrem Erhebungszeitraum versprechen sie sich vor allem die Reaktionen von Einheimischen. „Ihre Antworten sind für uns fast wertvoller“, sagt Callsen. „Im Sommer haben wir nicht das Problem mit Leerstand. Es geht vor allem um die Wintermonate und ein attraktives Angebot für die Einheimischen.“ Zemite: „Wir erhoffen uns eine Tendenz der Innenstadtbesucher – sozusagen einen Spiegel der aktuellen Lage.“ Ein nächste Schritt könnte sein, einen konkreten Vorschlag aus den Ergebnissen abzuleiten und an Einzelhändler dieser Art in nahe gelegenen Städten heranzutreten.

Von ihrer Zusammenarbeit könnten beide profitieren: Callsen möchte die Gewerbeflächen vermieten, und Zemite geht es als Stadtmanagerin um das Image Kappelns. Von Seiten der WTK stellen die Ergebnisse eine Bestandsaufnahme dar. „Wir haben hier unsere Liste mit den leer stehenden Gewerbeflächen. Wenn dann ein Händler auf uns zukommt, können wir ihm direkt einen Vorschlag für ein Gewerbe machen“, erklärt Zemite. Bisher ist so das Prozedere, wenn es um die Vermietung von Flächen in der Innenstadt geht. Kristallisiere sich aus der Umfrage heraus, dass den Besuchern ein Geschäft fehle, so könnte dies ein Anstoß für die Wirtschaftsförderung sein. „Bisher wurde bei der WTK nur gesammelt. Vielleicht entwickelt es sich noch zur Aufgabe, konkret Einzelhändler anzusprechen.“

Nachdem erstmals über ihre Pläne berichtet wurden, hätten sich bereits einige Einwohner bei ihnen gemeldet. „Tenor war, dass die kostenpflichtigen Parkplätze für viele den Ausschlag geben, nicht in die Stadt zu fahren“, sagt Callsen. „Wenn sich dies in der Umfrage bestätigt, dann wäre dies ein Punkt, den wir auch an die Stadt herantragen könnten“, so Zemite.

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erstellt am 07.Dez.2016 | 12:00 Uhr

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