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Oersbergs Bürgermeister geht nach 31 Jahren

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Landwirt Peter-Heinrich Lassen ist noch bis zum 3. Juli Spitzenmann der Gemeinde

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Oersberg | "Hiermit stelle ich die ordnungsgemäße Einladung fest und eröffne die Sitzung." Mit diesen Worten läutete Peter-Heinrich Lassen kurz vor der Kommunalwahl die für ihn letzte Sitzung als Bürgermeister der Gemeinde Oersberg ein. Seit 1970 gehört der 73-jährige Landwirt diesem Gremium an und steht seit 31 Jahren als Bürgermeister an der Spitze. Damit gehört er mit zu den Dienstältesten im Kreis. Nun sei es genug mit der Kommunalpolitik, hatte er für sich entschieden, zumal er sich mit Computer und Co. nicht so recht anfreunden mag.

Der Rückzug bedeute für ihn, wie er sagt, keineswegs, dass er die Hände in den Schoß legen werde. Schließlich gebe es für ihn an anderer Stelle genug zu tun. Noch bis zum 3. Juli ist er Bürgermeister, wobei seine letzte Tat sein wird, für diesen Tag zur konstituierenden Sitzung der neuen Gemeindevertretung einzuladen.

Als er vor 31 Jahren das Bürgermeisteramt antrat, hatte ihm sein Vorgänger versichert, dass es in der 328 Einwohner zählenden und 708 Hektar großen Gemeinde nichts zu tun gebe, es sei alles erledigt. Doch der Mann irrte, wie sich Peter-Heinrich Lassen erinnert. Die Ereignisse, die auf die Gemeindevertretung einstürmten, hielten ihn in Atem.

Los ging es mit der Wasserversorgung durch das Werk in Spenting. Ob Klärteiche, Kinderspielplatz und Bolzplatz sowie Schaffung eines Bürgerparks - es gab viel zu tun. Es folgten der Radweg-Bau nach Scheggerott und dann der Neubau eines Feuerwehrhauses sowie im Laufe der Jahre die Anschaffung von zwei Löschfahrzeugen. Doch damit nicht genug. Zuletzt sorgte der Bau eines Radweges entlang der Landesstraße 21 für Aufregung. Dieses Vorhaben wurde deutlich teurer als veranschlagt. Der Weg kostete nicht nur viel Geld, sondern auch viel Zeit und Nerven und brachte die Gemeinde finanziell in die Bredouille. Dennoch: "Insgesamt hat mir das Ehrenamt Spaß gemacht."

Wenn sich Peter-Heinrich Lassen auch aus der Kommunalpolitik verabschiedet, so ist seine Familie doch nicht raus aus dem Geschehen. Sohn Hauke wird in die Gemeindevertreter-Fußstapfen seines Vaters treten. Da bei der Kommunalwahl nur die Freie Wählergemeinschaft antritt, ist der Junior schon so gut wie drin in der neunköpfigen Gemeindevertretung: Schließlich belegt er auf der Liste den vierten Platz.

In seinem letzten Verwaltungsbericht listete Peter-Heinrich Lassen eine Fülle von Terminen auf, die seit Anfang Dezember "abgearbeitet" worden waren. Zur Kenntnis nahmen die Gemeindevertreter die Änderung des "Sondergebietes Werft" in Arnis ab und stimmten auch den Jahresabschlüssen für die Jahre 2010, 2011 und 2012 zu. Diese lagen wegen der Umstellung auf "Doppik" erst jetzt vor.

Was die finanzielle Situation der Gemeinde Oersberg betrifft, so werden Zinsen und Tilgung für das für den Radweg an der Landesstraße 21 aufgenommene Darlehen ihr das Leben nicht leicht machen. Dennoch herrschte während der Sitzung reihum Zuversicht, dass man irgendwie über die Runden kommen werde.

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