Bürgerentscheid : Oersberger stimmen über Windpark ab

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Die Gemeinde macht ihre Pläne vom Willen der Bürger abhängig – könnte die Einnahmen jedoch allzu gut gebrauchen.

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17. Januar 2015, 12:45 Uhr

Windkraft? Ja oder nein – darüber sollen die Oersberger noch in der ersten Hälfte dieses Jahres bei einem Bürgerentscheid bestimmen. Nach den Worten von Bürgermeister Hauke Lassen will die Gemeinde eben diesen auf den Weg bringen. Während der in dieser Woche anberaumten Einwohnerversammlung fügte er hinzu: „Gibt es ein Ja, wird mit den Planungen begonnen, bei einem Nein ist die Sache vom Tisch.“ Hauke Lassen und seinen kommunalpolitischen Mitstreitern ist es wichtig, in der 302 Einwohner zählenden Gemeinden gerade bei diesem Thema ein „Wir-Gefühl“ zu schaffen und alle mit ins Boot zu holen – so wurde es bekräftigt.

Wie Oersbergs Bürgermeister berichtete, haben in jüngster Vergangenheit Planungsbüros und Investoren in Sachen Windkraft bei ihm angeklopft, wobei als mögliches Windeignungsgebiet Ackerflächen beim Gut Toestorf – also im Südosten der Gemeinde – ins Auge gefasst wurden. Lassen: „Für die Gemeindevertretung stellt sich die Frage, ob sie sich damit beschäftigen sollen, nachdem noch vor gar nicht so langer Zeit eine Windkraftplanung im Sande verlaufen ist.“ Alle Überlegungen, so der Bürgermeister weiter, stünden nicht zuletzt vor der prekären finanziellen Situation der Gemeinde, die nach dem Bau des Radweges an der Landesstraße und der Breitbandversorgung in Geldnöte geraten sei. Genau das wird im Haushalt 2015, der ein Defizit von 35  000 Euro ausweist, deutlich. Zudem beginnt 2016 die Darlehnstilgung für beide Maßnahmen mit jährlich 20  000 Euro. „Da müssen wir sehen, wie sich die Gemeinde neue Einnahmequellen erschließen kann“, kündigte Lassen an – ein Bürgerwindpark könnte eine Möglichkeit sein. Aber: „Wir brauchen ein Signal, einen klaren Auftrag, um so oder so weiterzukommen“, betonte der Bürgermeister. Deshalb solle es besagten Entscheid geben.

Rund 50 Bürger der Gemeinde waren zur Einwohnerversammlung gekommen und waren zufrieden damit, dass sie vor einer Entscheidung der Gemeindevertretung gefragt werden sollen. Um genau zu wissen, welche Fragen sie haben, wo sie besser informiert sein wollen, verteilte der Bürgermeister Karteikarten und Schreibstifte, forderte dazu auf, niederzuschreiben, welcher Informationsbedarf bestehe. Nachdem die Bürger in Stichworten ihre Wünsche dargelegt hatten, wurden die Karten zur Auswertung wieder eingesammelt. Sie sollen die Grundlage für weitere themenbezogenen Informationsveranstaltungen in naher Zukunft bilden.

Was können die Bürger tun, um Geld in die leere Gemeindekasse zu bringen? Diese Frage warf Einwohnerin Susanne Münchbach auf. Gemeindevertreter Cai Petersen wies darauf hin, dass es diesbezüglich durchaus Initiativen gebe. So werde beispielsweise der Erlös des Osterfeuers verwendet, um für die Kinder der Gemeinde etwas zu tun. Doch man müsse das alles realistisch sehen, denn: „Hexen und zaubern können wir nicht.“ Dessen ungeachtet seien Initiativen und Aktionen jederzeit wünschenswert.

Dass sich da etwas tut, wurde am Aufruf von Susanne und Falk Münchbach deutlich. Sie luden die Oersberger zur Teilnahme an einem Aktiven-Treff am morgigen Sonntag ab 16 Uhr im Feuerwehrhaus ein. Erklärtes Ziel der Münchbachs ist es, dass die Bürger gemeinsam für und in der Gemeinde wirken, sich engagieren und etwas auf die Beine stellen.

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