zur Navigation springen

Kappeln : Nur knapp der Katastrophe entkommen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Gestern Morgen brannte es im Keller eines Mehrfamilienhauses – Bewohner mussten Gebäude über Drehleiter verlassen.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2015 | 07:15 Uhr

Unsanft geweckt wurden gestern früh die Bewohner eines Mehrfamilienhauses im Lüttfelder Ring. „Wir mussten die Wohnungstüren aufstemmen“, sagte Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt.

Grund dafür war ein aus noch ungeklärter Ursache um 4 Uhr morgens ausgebrochenes Feuer im Keller des Gebäudes. Was anfangs nach einem Routinefall aussah, entwickelte sich schnell zu einem spektakulären Großeinsatz. Zunächst war die Feuerwehr zu einem brennenden Müllcontainer gerufen worden. Hier konnte das schnelle Eingreifen der Feuerwehr Schlimmeres verhindern. Denn auch hier hätte viel passieren können, befand sich der Brandherd doch nur wenige Meter von einem 6700 Liter großen Gastank entfernt.

Doch das war nicht das einzige Feuer. „Noch während der Löscharbeiten hat uns ein DRK-Mitarbeiter darauf aufmerksam gemacht, dass es auch in einem benachbarten Mehrfamilienhaus brennt“, sagte Schadewaldt. Daraufhin forderten die Einsatzkräfte vor Ort Verstärkung an. Es waren schließlich alle sechs städtischen Ortswehren mit 60 bis 70 Personen im Einsatz und vier Krankenwagen vor Ort. „Die ganze Straße war voll von Feuerwehrfahrzeugen und Feuerwehrleuten“, sagte Franzi K. aus Kappeln, die die Sirene gehört hatte und die Löscharbeiten vor Ort verfolgte. Die Eckernförder Wehr entsandte dazu noch ein Fahrzeug mit Drehleiter. Denn durch das inzwischen völlig verrauchte Treppenhaus konnten die zehn Bewohner das Gebäude nicht mehr verlassen. „Die Bewohner haben insofern noch Glück gehabt, dass der Brand rechtzeitig entdeckt wurde“, meinte Franzi K. Tatsächlich kamen alle zehn mit dem Schrecken und ohne gesundheitliche Schäden davon. Allerdings können die Betroffenen ihre Wohnungen derzeit wegen der Rauchgefahr nicht benutzen und müssen daher ausquartiert werden. Zunächst hatten Feuerwehr und städtisches Ordnungsamt sie im Ellenberger Gerätehaus versorgt. Von den fünf Wohnungen war nur eine unbewohnt, weil ihr Eigentümer derzeit zur Kur ist. Wie sich herausstellte, können die anderen Betroffenen bei Freunden und Verwandten unterkommen. Nur ein Bewohner muss auf eine Ferienwohnung ausweichen.

Mittlerweile wurden die Türen des Gebäudes wieder repariert, doch bis der ganze Schaden im Keller und Treppenraum behoben ist, und damit die Bewohner in ihr Heim zurückkehren können, werden wohl noch einige Tage vergehen. „Nach meiner Schätzung beläuft sich der Schaden auf rund 50.000 bis 60.000 Euro“, meinte Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt. Die Polizei hat das Gebäude beschlagnahmt und ermittelt auch in Richtung Brandstiftung. Schließlich sind die beiden Brände nahezu zeitgleich ausgebrochen. Und am Brandherd im Keller des Hauses soll es keine elektrischen Geräte gegeben haben.  
 

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen