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B 199 : Nordstraße sechs Wochen länger gesperrt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Langballigs Bürgermeister spricht von einer „Katastrophe“ für Gewerbe und Gastronomie.

Diese Entwicklung hat wohl niemand vorausgeahnt. Die am 30. März begonnene Grundsanierung der Nordstraße (B  199) im ersten Bauabschnitt zwischen Langballig und Ringsberg hätte an diesem Wochenende abgeschlossen sein sollen. Nun wird sie bis Ende Mai dauern, also sechs Wochen länger als geplant. Das Ende der Gesamtmaßnahme bis Oxbüll verschiebt sich von Mitte Juni auf Ende Juli. Die Auswirkungen auf den Verkehr, das Gewerbe und die Feriensaison sind noch nicht abzusehen.

Für Langballigs Bürgermeister Peter Dietrich Henningsen ist das „eine Katastrophe, nicht nur für den Verkehr, sondern auch für die Betriebe vor Ort“. Bei ihnen gehe es teilweise an die Substanz, die Einnahmeverluste lägen bei 30 Prozent und mehr. Diese Quote bestätigte Reinhard Hinrichsen, Marktleiter beim Team Baucenter in Langballig. „Die Kunden aus Flensburg und Glücksburg bleiben weg“, sagt er. „Wir merken das insbesondere an den Blumenumsätzen.“

Wolfgang Wendorf von der Flensburger Firma AZF beziffert den Umsatzrückgang der von seinem Unternehmen in Langballig betriebenen Tankstelle auf insgesamt mehr als die Hälfte. „Über Ostern hatten wir 70 Prozent weniger als im letzten Jahr“, sagt er. Erfreulicherweise seien die 100 Meter von der Kreuzung bis zur Tankstelleneinfahrt jetzt zumindest grob asphaltiert und diese kurze Strecke als Sackgasse geöffnet worden.

Starke Einbußen beklagen auch der örtliche Lebensmittelhändler und die Gastronomiebetriebe in Langballigau. Stellvertretend für sie äußerte sich Christopher Lehuniak vom Bistro „Odin Fischer“: „Bei diesem Wetter ist es bei uns normalerweise brechend voll. Jetzt herrscht aber nur wenig Betrieb.“

Bürgermeisterin Margrit Jebsen aus Munkbrarup berichtete von gravierenden negativen Auswirkungen auf die Auslastung des Campingplatzes in Bockholmwik. Die Aussicht, dass die Sanierungsarbeiten erst Ende Juli abgeschlossen sein sollen, schreckt sie sehr. „Das ist ein Albtraum, gerade für den Verkehr in der Ferienzeit“, sagt Jebsen. Die Sommerferien an den Schulen beginnen am 20. Juli.

Ihr Kollege Henningsen will die neue Lage mit seinen Gemeindevertretern beraten und fragt sich, ob die prekären Bodenverhältnisse nicht absehbar waren oder durch die vorherige Entnahme von Proben dieses Fiasko vermeidbar gewesen wäre. Eine nur jeweils halbseitige Sanierung mit Freihalten der jeweils anderen Straßenhälfte hatte Gerhard Nörenberg vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) schon bei mehreren vorangegangenen Einwohnerversammlungen in den betroffenen Gemeinden als nicht durchführbar bezeichnet. Dann wäre der notwendige Sicherheitsabstand zu den unmittelbar daneben laufenden Bauarbeiten nicht gewährleistet.

Die Ursache für Verzögerung der Arbeiten liegt in unerwarteten Wassermengen an zwei Stellen knapp unter dem Straßenniveau (wir berichteten). Dadurch wird die Tragfähigkeit der Fahrbahn so stark beeinträchtigt, dass zusätzliche Maßnahmen notwendig sind. Nach Mitteilung der Flensburger Niederlassung des LBV-SH wird eine Spezialfirma in der nächsten Woche den Boden an den betroffenen Stellen mit Bindemitteln behandeln. Anfang Mai wird dann der Asphalteinbau erfolgen. Nach Abschluss der Arbeiten an Banketten und zur Fahrbahnmarkierung könne die Sperrung der ersten Teilstrecke wohl Ende Mai aufgehoben werden. Sofort danach werde mit dem zweiten Abschnitt (Ringsberg bis Oxbüll) begonnen. Mit der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme sei nun Ende Juli zu rechnen.


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