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Zwischen Flensburg und Kappeln : Nordstrasse B199: Straßensperrung bringt Firmen in Not

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Mehrkosten und länger dauernde Isolation: Unternehmer leiden unter verzögerter Fertigstellung der B 199.

Mit Unannehmlichkeiten hatten sie gerechnet und sich auf die Schwierigkeiten während der für drei Wochen angekündigten Sanierung der Nordstraße (B 199) zwischen Langballig und Ringsberg eingerichtet. Am vergangenen Sonnabend sollte sie abgeschlossen sein, nun wird das wohl erst Ende Mai der Fall sein. Dieser Zeitverzug stellt Heizungsbaumeister Michael Blanke aus Langballig und Hans Nissen, Inhaber der gleichnamigen Viehhandlung in Ringsberg, vor größte Probleme, führt die einzige Zufahrt zu ihren lediglich wenige hundert Meter auseinanderliegenden Betrieben doch nur über den gerade im Bau befindlichen Abschnitt der Nordstraße.

Blanke hatte für diese drei Wochen keine größeren Aufträge angenommen und sich auf kleinere Arbeiten beschränkt. „Ich habe mich so hingehampelt“, sagt er. Ein vorsorglich angelegtes Materiallager sollte dem Umstand Rechnung tragen, dass ihn während der Bauarbeiten kein Großhändler beliefern würde. Auch Post und Paketdienste kämen äußerst unregelmäßig. Ab dieser Woche wollte Blanke wieder größere Arbeiten angehen. „Die Großhändler liefern zwischen vier und fünf Uhr morgens aus, können nun aber bis Ende Mai gar nicht kommen“, sagt er. Das Abladen direkt an der Baustelle sei problematisch. „Welcher Bauherr ist zu solch früher Stunde vor Ort und passt auf?“, fragt er aufgebracht und weist darauf hin, dass unbeaufsichtigt stehendes Material schnell auf Nimmerwiedersehen verschwunden sei.

Erbost ist Blanke auch über den gegenwärtigen Zustand der Straße, einer Schotterstrecke. Die Betonplatten der alten Straße wurden vor Ort gebrochen und als Unterbau für den neuen Straßenkörper verwendet. Das auf diese Weise wiederverwendete Material ist gespickt mit kleinen Stahlteilen, die manchmal wie Dolche aus der Oberfläche ragen. „Wer ersetzt mir den kaputten Reifen meines Transporters?“, fragt er verbittert. Auf der anderen Seite ist er aber dankbar für das Entgegenkommen der Bauarbeiter, die die großen Höhenunterschiede zwischen jetzigem Unterbau und Zufahrtsweg zu seinem Betrieb immer mit einer Rampe versehen. Sehr kritisch wurde es für den Firmenchef jedoch, als er zehn Tage lang weder Telefon noch Fax oder Internet hatte.

Derartige Probleme belasten auch seinen Nachbarn Hans Nissen. Zwar könne er seine Viehtransporter mit bis zu 40 Tonnen Gewicht in Munkbrarup unterstellen, die Fahrzeuge müssten aber große Umwege fahren, was erheblich höheren Zeit- und Kostenaufwand zur Folge habe. Die ursprünglich angesetzten drei Wochen Bauarbeiten hätten ihn bereits mehrere Tausend Euro gekostet. „Bei neun Wochen werden alle Vorausplanungen über den Haufen geworfen, und die Kosten gehen in die Zehntausende“, klagt Nissen.

Sein Betrieb dient normalerweise als Sammelplatz für Vieh, dass bei den Landwirten der Umgebung abgeholt und dann bei ihm für den Ferntransport umgeladen wird. Nissen: „Jetzt müssen wir improvisieren mit ambulantem Umladen am Tarper Kreuz.“ Seine Stallungen stehen leer. Besonders problematisch werde es, wenn in Kürze die Straße mehrere Tage überhaupt nicht befahren werden dürfe. „Dann bin ich vollkommen abgeschnitten“, so Nissen.

Grundsätzlich ist er mit der Sanierung der Nordstraße sehr einverstanden. Für das jetzige Krisenmanagement hat er jedoch nur Kopfschütteln übrig. Unmittelbar nach Beginn der Abbrucharbeiten am alten Straßenkörper sei der problematische Untergrund festgestellt worden. „Warum nicht sofort damit aufhören, die stabilen Betonplatten an Ort und Stelle belassen und lediglich eine neue Verschleißdecke aufbringen?“, fragt er. Jetzt geht es für ihn und Nachbar Blanke nur darum, bis Ende Mai einigermaßen über die Runden zu kommen.

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erstellt am 23.Apr.2015 | 11:15 Uhr

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