Spendenaufruf : Norbert Henrich: Hilfe für den kleinen Ilai

Norbert Henrich hat über eine ehemalige Schulkameradin von Ilai erfahren und möchte helfen.
Norbert Henrich hat über eine ehemalige Schulkameradin von Ilai erfahren und möchte helfen.

Der Kappelner Norbert Henrich hat für den erkrankten Enkel einer Schulfreundin ein Spendenkonto organisiert.

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07. Juli 2020, 19:38 Uhr

Kappeln | Als Ilai vor gut anderthalb Jahren auf die Welt kam, ging es dem kleinen Jungen prima. Aber vor etwa einem Jahr stellten sich sichtbare Veränderungen ein. Die Untersuchungen ergaben: Ilai hat einen bösartigen Tumor, der sich über die Nervenbahnen im Körper verteilt. Durch Zufall erfuhr der Kappelner Norbert Henrich vom Schicksal des Jungen – und entschloss sich spontan, bei der Einrichtung eines Spendenkontos zu helfen. Jetzt versucht er, Gelder für die lebensnotwendige Behandlung einzuwerben.

Wiedersehen beim Klassentreffen

Norbert Henrich lebt seit 2004 in Kappeln. Der ausgebildete Lichttechniker hat sich ehrenamtlich in der Kappelner Hospizgruppe engagiert und arbeitet in der katholischen Kirche mit. Geboren wurde Henrich aber in Frankfurt am Main, und dort ist er auch aufgewachsen. Mit Birgit Guth ging er zusammen zur Schule, und auch wenn der Kontakt nach dem Abschluss 1973 zunächst abbrach, traf man sich auf einem Klassentreffen 1981 wieder und hielt Kontakt. Das letzte Klassentreffen liegt nun erst einige Monate zurück. „Da erzählte mir Birgit verzweifelt von ihrem Enkelkind und bat mich, ihr mit der Einrichtung eines Spendenkontos zu helfen“, berichtet Norbert Henrich.

Ilai hat einen Tumor

Birgit Guths Enkelkind heißt Ilai und wurde am 7. November 2018 im Kreiskrankenhaus Bad Soden geboren. Kurz darauf reiste die Familie aus beruflichen Gründen in ihre zweite Heimat nach Brasilien. Im Mai 2019 wachte Ilai plötzlich mit einem blauen Auge auf. „Das wunderte aber niemanden bei einem Kind in seinem Alter und mit seinem Temperament“, sagt Pascal Guth. Aber kurz darauf war auch das zweite Auge scheinbar grundlos angelaufen. „Massive Anämie“ lautete die erste Diagnose. Aber untypisch für Anämie hatte Ilai mit Unruhe, Unwohlsein und Übelkeit zu kämpfen. Mitte Juni verschlechterte sich sein Zustand so drastisch, dass die Familie in die Klinik nach Sao Paulo fuhr. Das Ergebnis der intensiven Untersuchung war niederschmetternd. Ilai hat ein Neuroblastom der Stufe 4, eine Tumorart, die vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Bei Ilai saß der Primärtumor an der Nebenniere, aber es wurden darüber hinaus Metastasen an der Leber, im Kinn- und Augenbereich, in den Lymphknoten und im Knochenmark gefunden. „Das war der schlimmste Tag in unserem Leben“, beschreibt Ilais Vater.

Ilai mit seinen Eltern Kethellyn und Pascal Guth, die für seine Rettung alle Hebel in Bewegung setzen.
privat
Ilai mit seinen Eltern Kethellyn und Pascal Guth, die für seine Rettung alle Hebel in Bewegung setzen.
 

Ilai wurde über einen Zeitraum von acht Monaten in mehreren Blöcken mit Chemotherapie behandelt. Die Ärzte bescheinigten der Therapie einen guten Verlauf und die Entfernung des restlichen Tumors gelang durch eine Operation. Die Metastasen verschwunden, das Knochenmark war frei von Krebs. Im Gegensatz wurden aber noch aktive Krebszellen in den Lymphknoten gefunden. Das war der Stand Ende Februar diesen Jahres und bedeutete einen weiteren steinigen Weg für die Familie und vor allem für Ilai.

Dann kam die Covid-19-Infektion

Die Ärzte drängten auf eine Knochenmarktransplantation, Bestrahlung und eine anschließende Immuntherapie, aber Anfang April wurde dann, zu allem Übel, auch noch eine Covid-19-Infektion festgestellt. Statt Ilai auf die Tranplantation vorbereiten zu können, musste sich die gesamte Familie in Quarantäne begeben, aber durch die vier Wochen ohne Behandlung hatten sich erneut Metastasen gebildet – sowohl im Knochenmark als auch im Gesichtsbereich.

 Die Hoffnung liegt auf Barcelona

Im Moment erhält Ilai wieder Chemotherapie, aber es gibt einen Lichtblick. Kethellyn und Pascal Guth hoffen, dass Ilai an einer Immuntherapie-Studie in Barcelona teilnehmen kann. Diese Therapie sensibilisiert das körpereigene Immunsystem, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören. Die Heilungschancen sollen bei 68 Prozent liegen. Aber diese Behandlung ist in Deutschland noch nicht anerkannt. So muss die Therapie privat finanziert werden. „Aufgebracht werden müssen dafür annähernd 500.000 Euro“, sagt Henrich, der sich mit der Geschichte an den Verein „Hand-in-Hand für schwerstkranke und krebskranke Kinder “ aus Altenstadt wandte. Inzwischen ist ein Spendenkonto eingerichtet, die ersten Gelder sind eingegangen. „Ich bin recht gut vernetzt und die Geschichte hat eine Lawine ausgelöst“, sagt der Kappelner.

Etwas weitergeben

Ilai wird von seinen Eltern und „Oma Birgit“ trotz der Torturen als lebensfrohes, tapferes und starkes Kind beschrieben. Und Norbert Henrich hat das dringende Bedürfnis zu helfen. „Uns geht es hier doch allen gut – trotz Corona. Ich möchte etwas weitergeben und andere Menschen wachrütteln. Wenn wir gemeinsam etwas anpacken, können wir auch etwas erreichen.“


„Hand-in-Hand für schwerst- und krebskranke Kinder“ hat für Ilai ein Sonderkonto eingerichtet. Wer mithelfen möchte, dass er eine spezielle Therapie bekommt, kann eine Spende leisten: VR Bank Main-Kinzig-Büdingen, DE55506616390301693620

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