Kappeln : Noch viele Fragen zur Draisine

Urlaub im Hasetal: Seit 14 Jahren können Gäste die Fahrrad-Draisine nutzen.
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Urlaub im Hasetal: Seit 14 Jahren können Gäste die Fahrrad-Draisine nutzen.

Der Ausschuss begrüßt die Anregung der Grünen für dasd zusätzliche Angebot auf der Bahnstrecke. Die Verwaltung soll Auskünfte zur Umsetzung einholen.

shz.de von
13. April 2018, 07:00 Uhr

Als Norbert Dick Anfang März seine Draisinen-Idee in dieser Zeitung vorgestellt hatte, lag sein Antrag dazu schon eine Weile im Rathaus auf dem Tisch. Im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Touristik durfte der Grünen-Politiker nun noch einmal für seinen Vorschlag werben – und fand fraktionsübergreifend Fürsprecher. Die Verwaltung mochte derweil noch nicht auf den Zug aufspringen. Sie hatte dem Antrag der Grünen noch weitere Fragen angehängt. Und so wird wohl noch eine ganze Weile vergehen, bis irgendwann vielleicht einmal Draisinen über die Schienen rollen.

Ausgangspunkt war Norbert Dicks Überzeugung, dass sich aus dem Streckennetz der Angelner Dampfeisenbahn mehr herausholen lasse als bislang. Seine Idee: Mit Fahrrad-Draisinen soll die Strecke, oder zumindest sollen Teile davon, außerhalb der Bahnfahrzeiten genutzt werden, um auf diese Weise das touristische Angebot der Stadt zu erweitern. Im Idealfall könnten auch die Streckenanrainer davon profitieren, wenn sie für die Draisinen-Fahrer an Zwischenstationen Angebote entwickeln würden. Wie so etwas offenbar gut und auch langfristig funktionieren kann, lässt sich beispielsweise im niedersächsischen Hasetal erleben, dort können Urlauber seit 14 Jahren eine stillgelegte Eisenbahntrasse mit der Draisine befahren (wir berichteten) – dieses Beispiel führte auch Norbert Dick an.

In seinem Antrag bat er nun unter anderem darum, dass die Verwaltung potenzielle Betreiber einer solchen Fahrrad-Draisine überprüfe und den Kontakt zur Hasetal Touristik GmbH suche, um sich bei den Verantwortlichen vor Ort über Vorgehensweise und Möglichkeiten zu informieren. In der Beschlussvorlage hatte die Verwaltung selber noch die Haftungsfrage aufgeworfen, außerdem daran erinnert, dass die Draisine womöglich eine Bundesstraße kreuzen müsse und schließlich die Prüfung der Zulässigkeit des gleichzeitigen Betriebs von Draisine und Eisenbahn ins Spiel gebracht.

Der Ausschussvorsitzende Axel Langkowski (CDU) nannte die ganze Angelegenheit „eine charmante Idee“, für Lars Braack (SPD) war sie „gut“, für Christian Andresen (SSW) „hervorragend“. Fragen hatten aber auch sie alle noch, etwa nach möglichen Kosten und nach Sicherheitsaspekten. Zumindest mit Blick auf die Kostenfrage hatte Heinz Langlott von der Hasetal Tourisik GmbH in dieser Zeitung zwar keine Summen genannt, aber davon gesprochen, dass im Fall der niedersächsischen Draisinen-Tour Fördergelder geflossen waren, und zwar sowohl für die Anschaffung der Draisinen als auch für die Nutzungsänderung der Bahnstrecke.

Auch deshalb wünschte sich Volker Ramge (CDU), der den Draisinen-Gedanken ebenso lobte wie seine Vorredner, auf die von Dick und dem Rathaus selber aufgeworfenen Fragen doch zur Ausschusssitzung bereits die Antworten bekommen zu haben oder zumindest einen ersten Teil davon. „Diese Fragen hätte man vorher klären können“, sagte er. „Dann hätte man den Beschluss auch positiv formulieren und ableiten können, dass wir das tatsächlich unterstützend begleiten wollen.“ Nun stimmte der Ausschuss aber zunächst dafür, den Bürgermeister zu beauftragen, die offenen Fragen zu klären. Er tat das einstimmig, ohne ein Zeitfenster dafür festzulegen.

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