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Nightwash – eine Show, die sich gewaschen hat

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2014 | 11:59 Uhr

„Nightwash“ live, das begeistert und lockt die Besucher in Scharen – so dieses Mal in der Koslowski-Halle. Zwei Mal im Jahr gibt es diesen Comedy-Spaß, der ganz im Zeichen überdimensionaler Wäscheklammern steht, in Kappeln. Und wieder war es eine Show, die sich gewaschen hatte. Nicht nur die Comedians waren gut drauf, auch das Publikum, das das Geschehen auf der Bühne offensichtlich in vollen Zügen genoss. Da jagte eine Pointe die andere, da ging es Schlag auf Schlag.

Nightwash kommt seit Jahren mit wechselnden Künstlern in Kappeln daher. Als sich Keirut Wenzel aus Köln, der als Moderator durch das bunte Waschgeschehen führte, unters Publikum mischte, hat er sogleich die Lacher auf seiner Seite, als er gleich in der ersten Reihe eine gut gelaunte Besucherin fragte, wer sie sei und woher sie komme. „Tine aus Arnis“, so die Antwort. Damit konnte Wenzel herzlich wenig anfangen. „Arnis, Arnis, was ist das?“, wollte er wissen. Da half kein Hinweis, dass das Deutschlands kleinste Stadt sei – Arnis erschloss sich dem Kölner nicht. Doch schließlich hat er die Lösung gefunden: „Aha, Anus mit i.“ Keirut Wenzel bis in die Haarspitzen hochgegeelt und 2,02 Meter groß, mangelt es nicht an flotten Sprüchen. Und mit Tine aus Arnis, da hatte er es, wollte wissen, wen sie denn so kennt. Die wies hinter sich: Manni aus Arnis und nun war der Wenzels verbale Zielscheibe. Doch Manni nahm das gelassen. Wenzel, selbst ein Comedian, der peu à peu seine Künstlerkollegen ankündigte, setzte sich auch mit der Werbung auseinander und fühlt sich von der auf den Arm genommen: Fettarmes Hack – ja, wie denn das? Gibt es etwa joggende Schweine?

Und dann Götz Frittrang, unverkennbar ein Schwabe, der aus Bamberg in Franken nach Kappeln angereist ist. Frittrang beschäftigte sich mit den großen Themen der Weltpolitik. Was die Nachfolgebeschäftigung von hochrangigen Politikern betrifft, warf er die Frage auf: „Hättet ihr gedacht, dass Kanzler Schröder mal Tankwart bei Putin wird?“ Zu seinem Themenkomplex gehörten auch die alternativen Energien. Was man auch mache, es gebe Nebenwirkungen: „Windkraft schreddert Vögel, Wasserkraft Fische.“ An sich herunterblickend, ging es bei Götz Frittrang auch um Altkleiderspenden für die Dritte Welt: Da müssen sich drei zusammentun, damit’s passt.

Ganz anders dann der Auftritt des Duos „Hortkind“ – zwei Berliner Typen namens Nils Hellmuth und Steffen Lemke. Pantomimisch gingen sie in Showtime-Pose und ließen das Publikum erraten, was sie „erstarrt“ an Filmszenen darstellten: Hitchcocks „Vögel“, „Vom Winde verweht“ oder „Sie wissen nicht, was sie tun“. Der fünfte im Bunde – in dieser Zusammensetzung traten sie in Kappeln zum dritten Mal auf – war mit seiner Gitarre Achim Knorr aus Köln. Er intonierte seinen Buchstabenzyklus wie S macht Schwierigkeiten, T macht Terror und R macht Ärger, erzählte von seinem Gurkenpuzzle, hatte eine Hymne auf Käse – eine Fromage – parat, berichtete von seinen Supermarkt-Einkäufen und Treuepunkten und setzte einen drauf: Im Beichtstuhl habe der Pfarrer ihn gefragt, ob er Reuepunkte sammele.



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