Veränderungssperre : Nichts geht mehr am Südhafen

So könnte der Südhafen einmal  aussehen. Um die Fläche zu überplanen, hat sich der Bauausschuss nun für eine Veränderungssperre ausgesprochen. Das betroffene Planungsgebiet reicht im Norden bis zur B 203, im Süden bis zur Cremilk und im Westen bis zu den Wohnhäusern in Dothmark.
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So könnte der Südhafen einmal aussehen. Um die Fläche zu überplanen, hat sich der Bauausschuss nun für eine Veränderungssperre ausgesprochen. Das betroffene Planungsgebiet reicht im Norden bis zur B 203, im Süden bis zur Cremilk und im Westen bis zu den Wohnhäusern in Dothmark.

Für das Grundstück der Kruse-Hallen gibt es einen Investor, doch der muss mit seinen Bauplänen warten. Der Bauausschuss sprach sich für eine Veränderungssperre am Südhafen aus.

shz.de von
26. Juni 2014, 07:45 Uhr

Der Bauausschuss hat sich mit großer Mehrheit für eine Veränderungssperre im Bereich des Südhafens (B-Plan Nr. 71) ausgesprochen. Anlass zu diesem Schritt war der Kauf der hinter dem Lok-Schuppen befindlichen Kruse-Hallen, durch Udo Wagner vom gleichnamigen Baugeschäft aus Tetenhusen.

Die stellvertretende Bauamtsleiterin Annette Kießig führte zu Beginn der Beratung aus, dass das Vorhaben des Investors nicht den Vorstellungen der Planer und der Politik entsprach. Die AC-Planergruppe hatte für diesen Bereich ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das eine aufgelockerte Bebauungsstruktur vorsah mit der Möglichkeit, auch von der Westseite des Bahnhofsweges teilweise auf die Schlei blicken zu können. „Die gezeigte Bebauung wirkt dagegen wie eine Wand“, heißt es dazu in der Vorlage.

Wagner, der in Kappeln bereits am Bau der Margarethenresidenz und der Mühlenresidenz maßgeblich beteiligt war, wollte auf dem Kruse-Gelände ein dreigeschossiges Gebäude mit 24 Eigentumswohnungen errichten. Auf Anfrage unserer Zeitung sagte Udo Wagner: „Wir wollen hier nichts Hochpreisiges bauen mit Yachtliegeplatz.“ Die Wohnungen seien vielmehr für ältere Leute aus der Umgebung gedacht, die jetzt in die Stadt ziehen wollten. Dabei sei der Quadratmeterpreis bei 2400 bis 2500 Euro angesiedelt.

CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Mau begründete nun im Bauausschuss den Vorschlag der Veränderungssperre mit der schwierigen und sensiblen Gemenge-Lage am Südhafen. „Wir wollen die Südhafenplanung ganzheitlich sehen und tragen dem dann mit der Veränderungssperre Rechnung“, sagte er. Lars Braack (SPD) begrüßte es, dass der Abriss der Kruse-Hallen nun absehbar sei. „Ist die Maßnahme auch mit dem Investor abgesprochen?“, wollte Braack zur Veränderungssperre wissen. Bauamtsleiter Erich Reuter versicherte, dass Eigentümer wie Investor den Schritt verstünden. „Die Veränderungssperre heißt ja auch nicht, dass nichts verändert oder gebaut wird, man holt sich nur Zeit“, erklärte er. Und diese Zeit ist laut Reuter nötig, um diesen uneinheitlichen, sensiblen Südhafenbereich mit Museumsbahn, ASC-Yachthafen, Kruse-Hallen und Koslowskihalle planerisch aufeinander abzustimmen. Sofern die Stadtverwaltung am 9. Juli diese Entscheidung bestätigt, hat die Verwaltung nach der öffentlichen Bekanntmachung maximal zwei Jahre Zeit für diese planerische Abstimmung. Dann endet die Veränderungssperre laut städtischer Satzung spätestens.

Der Abriss der Kruse-Hallen könnte trotz dieser Maßnahme erfolgen, sofern die Stadtvertretung dem zustimmt. Annette Kießig sagte dazu: „Es ist schließlich eine Veränderungs- und keine Verhinderungssperre.“ Ob der Abriss der Kruse-Hallen in Kürze erfolgt, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Denn laut Kaufvertrag ist Udo Wagner erst dann Grundstückseigentümer, wenn er dort auch Baurecht hat. Das Bauvorhaben selbst kann nach Ansicht Wagners innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. Dass er jetzt durch die Veränderungssperre Zeit verliert, nimmt der Geschäftsmann scheinbar gelassen hin. „Mich stört das nicht, ich habe genug andere Dinge zu tun.“

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