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Kappeln : Neues Zuhause für die Mehlbyer Wehr

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Rund 120 Gäste feiern nach zehn Monaten Bauzeit Einweihung des Anbaus in Mehlbydiek.

shz.de von
erstellt am 23.Nov.2015 | 10:52 Uhr

Dieses Haus hat nicht nur Arbeit und Kraft gekostet. Es hat vor allem deutlich mehr Geld verschlungen als ursprünglich geplant, davon war an anderer Stelle ausführlich die Rede. Am späten Freitagnachmittag spielte dieser Umstand allerdings nur noch eine Nebenrolle. 390.000 Euro wurden für das Florianhaus Mehlby am Ende fällig, 256.000 Euro davon flossen als Zuschuss vom Land. Und wenn man Dirk Schadewaldt, Wehrführer der Ortswehr Mehlby, am Freitag anlässlich der offiziellen Schlüsselübergabe erlebte, war schnell klar, dass er jeden Euro davon zu schätzen wusste.

„Es ist sehr schön geworden, und wir sind sehr glücklich.“ So oder so ähnlich klang der Satz, den Schadewaldt in unregelmäßigen Abständen wiederholte, immer gepaart mit einem Lächeln im Gesicht. Mit Freude führte er interessierte Besucher durch die hinzugewonnenen 260 Quadratmeter, zeigte ihnen die neue Kleiderkammer, das eigene Büro und die Werkstatt der Jugendfeuerwehr, die Fahrzeughalle mit eigener Garderobe für die 35 jungen Leute, die neue Küche, die beiden Schulungsräume, jeweils ausgestattet mit Beamer, Leinwand und Monitor. Besonders beeindruckend: die sogenannte Amtswehrführungsstelle, die eigens für sogenannte Groß-Schadenslagen eingerichtet wurde. Eine neue Software ermöglicht es der Feuerwehr künftig, einen schnellen Überblick über sämtliche Einsätze zu behalten. Sie können priorisiert, Fahrzeuge besser koordiniert und dirigiert werden. Und bei der abschließenden Manöverkritik erlaubt es die Software, jede Einzelheit nachzuvollziehen und eventuell bestimmte Schritte zu optimieren. Wehrmitglied Julian Jessen hat sich bereits gut in das Programm eingearbeitet, später soll er seine Kameraden, auch von anderen Ortswehren, schulen, damit im Ernstfall ein möglichst großes Team zur Verfügung steht, das die Software bedienen kann. Und das übrigens nahezu völlig autark arbeiten kann, da der Neubau mit einer Notstromversorgung ausgestattet ist.

Geschätzte 120 Menschen wollten den neuen Anbau mit all seinen Finessen am Freitag erleben. Ihnen erklärte Dirk Schadewald, dass die Ortswehr Mehlby nach 107 Jahren ihres Bestehens nun erstmals Fahrzeughalle und Schulungsräume an einem Standort vereint habe – nach dem Spritzenhaus in der Flensburger Straße, den Unterrichtsräumen in der alten Schulwohnung, dem Florianhaus in der Schulstraße und dem Umzug der Fahrzeuge vor 15 Jahren nach Mehlbydiek. Schadewaldt machte zudem deutlich, dass seine Kameraden „harte Wochen“ hinter sich gebracht hätten, in denen einiges an Eigenleistung in den Neubau investiert wurde. Der Gemeindewehrführer sprach von 1650 Stunden. Diesem Umstand und der Hilfe von Sponsoren sei es zu verdanken, dass man einen mittleren fünfstelligen Betrag habe einsparen können. Auch deshalb betonte Schadewaldt: „Die Mehrkosten für den Bau sind nicht aufgrund von Forderungen der Wehr entstanden.“ Gleichwohl nannte er die Investition „sehr gut angelegt“, da sie zu einer verbesserten Ausbildung führe.

Eben das hatte auch Bürgermeister Heiko Traulsen im Blick, als er davon sprach, dass das neue Gebäude den heutigen Erfordernissen entspreche. Und: „Es ist ein Ort der Motivation.“ Traulsen dankte der Wehr und den Sponsoren für deren Beiträge, genauso der städtischen Politik und dem Kieler Innenministerium für die Bewilligung der Mittel. Und besonders hob er Dirk Schadewaldt hervor, den er „den Coach dieses Bauwerks“ nannte. Auch Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker offenbarte, dass jeder froh sei über diesen Neubau, der Junge und Alte näher zusammen bringe und für einen intensiveren Erfahrungs- und Wissensaustausch sorge. „Endlich haben sie eine gemeinsame Heimat gefunden“, sagte Ungethüm-Ancker. Sie lobte die Einstellung der Wehr, Teamgeist frei von jeder ideologischen Beeinflussung zu fördern und dankte ihr „für die Bereitschaft, für uns ins Feuer zu gehen“.

Im kommenden Jahr haben die Bürger Gelegenheit, das neue Feuerwehrhaus aus nächster Nähe zu erleben: Dirk Schadewaldt kündigte für das Frühjahr einen „Tag der offenen Tür“ an.

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