Neues Modell für Kappelns Schullandschaft

Mit dem Schuljahr 2010/11 steht der Kappelner Schullandschaft der nächste Umbruch bevor. Weil die Gorch-Fock-Schule keinen Regionalschulstatus erhalten hat und das Förderzentrum seine Eigenständigkeit verlieren wird, strebt der Nahbereichsschulverband eine Umplanung an. Ein erstes Konzept soll die Marschrichtung vorgeben - und den Verbandsmitgliedern als Ferienlektüre dienen.

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04. August 2009, 09:58 Uhr

Kappeln | Seit Ende vergangenen Jahres hat die Arbeitsgruppe monatlich getagt, hat diskutiert, überlegt, abgewogen - und jetzt ein Papier vorgelegt, das dem Nachbereichsschulverband (NBSV) als "Entscheidungshilfe" dienen soll. Das kurze, von allen Schulleitungen im NBSV und der Stadt getragene Konzept soll die Marschrichtung darlegen, in die sich die neu gestaltete Kappelner Schullandschaft künftig bewegt. Das Wichtigste: Die Gorch-Fock-Schule wird zum Grundschulzentrum, und das Förderzentrum schließt sich spätestens zum Schuljahr 2010/11 organisatorisch mit der Gorch-Fock-Schule zusammen.

Das Modell, das die Arbeitsgruppe favorisiert, setzt sich aus sechs Punkten zusammen. Danach umfasst der Standort Hindenburgstraße ab dem Schuljahr 2013/14 die kompletten Klassenstufen fünf bis zehn der Gemeinschaftsschule. Im Hüholz verlässt im Schuljahr 2011/12 der letzte Hauptschuljahrgang die Schule - damit läuft dieser Standort für die Gemeinschaftsschule aus. Die dort untergebrachten Grundschulklassen wechseln zum gegebenen Zeitpunkt nach Ellenberg. Dort entsteht ein Grundschulzentrum mit verbundenem Förderzentrum. In den Räumen der Hans-Christian-Andersen-Schule entsteht ein Kompetenzzentrum mit Beratungsstellen der Fachdienste Jugend und Familie, Gesundheit, des schulpsychologischen Dienstes, der schulischen Erziehungshilfe sowie eine Lernwerkstatt für Lehrer. Der Standort Habertwedt besteht als Außenstelle weiter, ebenso bleibt der Standort Karby "so lange wie möglich" als eigenständige Grundschule erhalten.

Marta Kraft machte den Anfang. "Ich kann mich sehr gut mit diesem Konzept anfreunden", sagte die NBSV-Vorsitzende. Und Olaf Peters, Schulleiter der Gorch-Fock-Schule, erklärte: "Was wir eigentlich wollten, klappt ja nicht. Mit diesem neuen Modell können wir aber leben. Wir werden zur Grundschule, und es wäre einfach schade, wenn unsere Räume leerstehen." Karbys Bürgermeister Thomas Becker begrüßte die Ausarbeitung ebenfalls, machte aber an der Aufnahme der Hans-Christian-Andersen-Schule in den Verband Mehrkosten fest. Kraft erinnerte daran, dass die Hans-Christian-Andersen-Schule der Ellenberger Grundschule angegliedert wird, daher nicht zwangsläufig eine Schule hinzukomme. Zudem sei eine Finanzierung eventuell über öffentlich-rechtliche Verträge möglich.

Peter-Martin Dreyer, Bürgermeister von Rabenkirchen-Faulück, monierte am Konzept die Konzentration von Grundschülern auf Ellenberg. "Ich meine, man sollte Grundschulen an mehreren Standorten vorhalten", sagte Dreyer. Und: Aus seiner Sicht würde eine große Grundschule "Differenzen" zwischen Kappeln und dem Umland schüren. Dreyer: "Das sollte man nicht überstrapazieren." Grödersbys Bürgermeister Helmut Andresen empfand das anders: "Ich sehe darin ein klares Konzept für die Landgemeinden, die Gedanken sind gut und sehr schlüssig." Aus Sicht des Förderzentrums begrüßte Leiter Manfred Kerl das Konzept ebenfalls. Das Problem: Seine Schule verliert zum Schuljahr 2010/11 seine Eigenständigkeit, da es die geforderte Mindestzahl an Schülern nicht mehr erreicht. Kerl: "Die Existenz eines eigenen Förderzentrums ist davon abhängig, ob es eine große Grundschule in Ellenberg gibt." Außerdem sichere eine enge Verbindung von Grundschule und Förderzentrum eine präventive und integrative Förderung der Schüler.

Da ein Beschluss zur Sache erst zum Jahresende gefordert ist, entließ Marta Kraft die Verbandsmitglieder mit der Aufforderung, sich über die Ferien mit dem Konzept zu beschäftigen. Kraft: "Ich nehme Ihr Wohlwollen mit, in diese Richtung weiterzumachen."

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