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Kappeln : Neuer Standort für Touristinfo gesucht

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zu große Entfernung vom Hafen und keine Barrierefreiheit: Der Ostseefjord-Schlei GmbH ist die Mühle „Amanda“ ein Dorn im Auge.

Frohe Kunde für die städtische Kämmerei hatte am Montagabend der Bauausschuss parat. Die Erneuerung des schrägen Vordaches der Mühle kostet bei Weitem nicht so viel wie ursprünglich angenommen. Statt der noch im Dezember veranschlagten 35.000 Euro rechnet die Bauverwaltung nunmehr nur noch mit 10.000 Euro. Die Remise hatte sich auf einer Länge von 23 Metern verzogen, weil das verwendete Fichtenholz für diesen Zweck vermutlich ungeeignet war. Auch die Befestigung und Verschalung der Hölzer waren demnach unbrauchbar. Die Untere Denkmalbehörde hat mittlerweile ihr Einverständnis zur Erneuerung des Vordaches gegeben. Auch der Bauausschuss votierte mit sieben Stimmen – Ausschussmitglied Karsten Poppner hatte für diesen Tagesordnungspunkt den Saal verlassen – dafür, die geschätzten Mittel von 10.000 Euro brutto zusätzlich dem Produktkonto „Bauunterhaltungskosten“ im Haushalt 2015 zur Verfügung zu stellen.

Die Reduzierung der Baukosten kommt der Stadt vermutlich noch aufgrund eines weiteren Umstandes entgegen: Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Touristik hatte Max Triphaus, Geschäftsführer der Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS), zum wiederholten Male auf Schwierigkeiten bei der Nutzung der Mühle als Touristinformation hingewiesen – und einen klaren Wunsch definiert: „Spätestens mittelfristig müssen wir uns um einen neuen Standort für die Touristinfo kümmern.“

Im vergangenen September hatte die Mühle das Gütesiegel „rote i“ des Deutschen Tourismusverbandes erhalten. Gleichzeitig allerdings enthielt der Prüfbericht zahlreiche Hinweise, die Standort und Gebäude zumindest in Frage stellten. Beispiele: Die Mühle befindet sich weit ab von der größten Ansammlung an Touristen, die üblicherweise am Hafen anzutreffen sind. Das Treppenhaus der Mühle ist sehr eng, die Sanitäranlagen entsprechen nicht dem heutigen Standard. Und Max Triphaus hatte neben den Urlaubern, für die die kaum als barrierefrei anzusehende Mühle durchaus eine Herausforderung darstellen kann, auch seine Mitarbeiter im Blick. „Die Arbeitsbedingungen sind alles andere als optimal“, sagte er. So existiere praktisch keine Möglichkeit, in einem abgetrennten Raum ungestört zu arbeiten. Mit wachsendem Besucheraufkommen steige daher auch der Stress bei den Mitarbeitern. Zudem fehlten ein Pausenraum und – noch wichtiger – ein adäquater Fluchtweg. Die Galerie habe man außerdem aufgrund von Rutschgefahr immer wieder sperren müssen.

Um zumindest kurzfristig die Qualität zu verbessern, sollen die Counter, an denen die Gäste bislang Platz nehmen und die offenbar von vielen als Barriere empfunden werden, verschwinden und durch zwei Stehtische mit Laptop ersetzt werden. Des Weiteren wird ein Bereich mittels eines Segeltuchs vom laufenden Betrieb abgetrennt und neuer Boden verlegt. Triphaus rechnet mit Ausgaben von rund 2000 Euro, die die OFS übernimmt. Trotzdem ist sein Fazit eindeutig: „Die Touristinfo muss von der Mühle getrennt werden.“ Ginge es nach ihm, sollte dies nicht in der anstehenden, aber doch ab der darauf folgenden Saison der Fall sein.

Wie Bürgermeister Heiko Traulsen erläuterte, habe man bereits drei Standorte – alle in Hafennähe – beleuchtet. Nord- und Südhafen erscheinen jedoch problematisch, da sie entweder als verkehrsberuhigte Zone gelten (Nordhafen) oder noch nicht klar ist, wie die Entwicklung überhaupt aussieht (Südhafen). Einfacher sei es da in der Region um den Parkplatz an der Arnisser Straße – wenn Traulsen auch darauf hinwies, dass dieser Platz mit Fördergeldern entstanden sei und eine Zweckentfremdung erst geklärt werden müsse. Triphaus kam der Stadt insofern entgegen, als er einräumte: „Wir wollten nur die Diskussion anschieben. Vielleicht ergibt sich ja auch ein Kompromiss.“ Stadtvertreter Rainer Moll (SPD) betonte, dass man sich vor allem mit Blick auf Barrierefreiheit und Brandschutz „dem Thema widmen sollte“. Und auch Corinna Graunke (CDU) sah die Angelegenheit als vordringlich an. „Eine Touristinfo ist das Gesicht der Stadt“, sagte sie. „Und ein vernünftiges Aushängeschild ist ganz wichtig.“ Einstimmig einige sich das Gremium darauf, die Verwaltung zu beauftragen, nach einem geeigneten Standort für eine Touristinformation zu suchen.

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erstellt am 25.Mär.2015 | 07:30 Uhr

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