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Kappeln : Neuer Anlauf für schönere Spielplätze

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Verwaltung will ein Konzept erarbeiten, das Kinderwünsche berücksichtigt.

Helmut Schulz hatte Wort gehalten. Lukas Frank, der 20-Jährige, der bereits im März vor dem Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Schulen ein leidenschaftliches Plädoyer für Spielplätze in Kappeln gehalten hatte, durfte auf Einladung von Schulz auch vor dem Sozialausschuss sprechen. Und er tat das erneut mit eindrucksvollem Temperament und spürbarer Überzeugung und konnte am Ende sogar einen kleinen persönlichen Erfolg verbuchen.

Lukas Frank also erzählte vom Spielplatz in Ellenberg, davon, wie sich das Gelände im Sommer 2006 „wenig zum Positiven“ verändert habe. „Früher“, sagte der 20-Jährige“, „was das ein Ballungszentrum, der Treffpunkt schlechthin. Dieses Bild konnte man nach dem Umbau nicht mehr finden.“ Auch den Grund dafür benannte er: „Die Spielgeräte sind eher designorientiert, aber für Kinder einfach nicht gut zu nutzen.“ Stattdessen könne er sich etwa ein Holzhaus mit Rutsche und Kletterwand vorstellen, zwei kleine Fußballtore, eine Seilbahn, eine kleine Feuerstelle zum Grillen, Weidengeflechte, um Tunnel zu bauen. Und dann formulierte Lukas Frank zwei Sätze, die an Eindeutigkeit kaum zu überbieten waren: „Erwachsene wissen nicht genau, wie und womit Kinder spielen“, sagte er. Die Lösung? „Man könnte die Kinder fragen, was ihnen auf den Spielplätzen fehlt.“

Helmut Schulz (SPD) griff die Worte des jungen Mannes auf und nannte die Idee der Kinder-Befragung „prima“. Außerdem räumte er ein, dass man die Spielplätze der Stadt in der Vergangenheit „vernachlässigt“ und sich daher im September des zurückliegenden Jahres zu einer Rundreise entschlossen habe. Schulz: „Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass ein Spielplatz überflüssig ist, wenn er nicht genutzt wird. Stattdessen kann es durchaus sein, dass er nicht genutzt wird, weil er einfach nicht attraktiv genug ist.“ Auch aus der Beschlussvorlage, die dem Sozialausschuss vorlag, ging deutliche Kritik hervor. So hieß es dort etwa: „Fast alle Spielplätze weisen den Charme der 60er-Jahre auf. Es gibt viel zu wenig spannende Klettergerüste oder Spielkombinationen, da aus Spargründen in den letzten Jahrzehnten viel zu wenig beschafft und außer Acht gelassen wurde, dass gut ausgerüstete Kinderspielplätze zu gehobener Wohnqualität gehören.“

Um die Versäumnisse der Vergangenheit aufzufangen, ist allerdings Geld erforderlich. Passenderweise war der Vorsitzende des Hauptausschusses, Matthias Mau (CDU), zur Sozialausschusssitzung erschienen und signalisierte grundsätzlich grünes Licht – allerdings gekoppelt an den von der Verwaltung ebenfalls in der Beschlussvorlage avisierten Zehn-Jahres-Plan mit Blick auf die Finanzierung. „Es ist sinnvoll, finanzielle Leitplanken einzuschlagen, innerhalb derer man sich bewegt“, sagte Mau. „Aber ich würde das tatsächlich gerne durchziehen.“ Neben einem langfristigen Finanzierungsplan gehört auch umfassendes Konzeptpapier dazu, das die Verwaltung plant und das die jährlich erforderlichen Unterhaltungskosten der jetzt noch 16 bestehenden Spielplätze dokumentiert, außerdem Angaben darüber enthält, wie diese Plätze modernisiert und aufgewertet werden können.

Auch Helmut Schulz sah das Thema zunächst im Hauptausschuss gut aufgehoben, damit dieses Gremium den zur Verfügung stehenden finanziellen Rahmen vorgibt. Und Mau betonte: „Es muss erst der Kostenrahmen her und dann das Konzept. Auf dem entgegengesetzten Weg laufen wir sonst Gefahr, dass das Konzept gar nicht umgesetzt werden kann.“ Einstimmig verwies der Sozialausschuss danach die Vorlage an den Hauptausschuss unter der Maßgabe, dass von dort aus ein Kostenrahmen für mögliche Spielplatzverbesserungen innerhalb eines Zehn-Jahres-Planes vorgegeben wird. Zudem sollen mögliche Beteiligungen wie etwa von Schulkindern Berücksichtigung finden, denn: „Erwachsene wissen nicht genau, wie und womit Kinder spielen.“

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erstellt am 03.Jun.2016 | 07:00 Uhr

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