zur Navigation springen
Schlei-Bote

15. Dezember 2017 | 19:39 Uhr

Kappeln : Neue Pläne für die Kleingärten

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Gelände an der B 199: Die Verwaltung lässt prüfen, ob aus dem Grünland eine Wohnbaufläche werden kann.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 07:00 Uhr

Es liegt nicht am diesigen Wetter, dass das Gelände der früheren Kleingärten an der Bundesstraße 199 alles andere als den Charme eines Naherholungsgebietes verströmt. Pfützen und Matsch, wild wucherndes Gras, aufgeschüttete Erdwälle, Haufen aus Baumresten, dazwischen Plastikmüll. Drei verlassene Holzbauten stehen noch auf dem Gelände, an zwei Fenstern hängen Gardinen, im Vorgarten rostet eine Schaukel langsam aber sicher vor sich hin. Das wackelige Gartentor ist mit einem Schloss verriegelt. Ein letzter, aber nutzloser Versuch, Unbefugte fernzuhalten. Seit Frühjahr 2014 hat sich an diesem Zustand nicht viel geändert, schon damals war das Bild ein trostloses, nachdem der Kleingartenverein das Gelände im Jahr zuvor verlassen hatte. Und im vergangenen Sommer hatte Bürgermeister Heiko Traulsen gesagt: „Schön ist was anderes.“ Vielleicht sind diese unschönen Zeiten jedoch bald vorbei. Der Bauausschuss befasste sich bei seiner jüngsten Sitzung mit einem Antrag, der darauf abzielt, die im Flächennutzungsplan der Stadt als Grünland deklarierte Fläche einer neuen Nutzung zuzuführen.

Wohnbebauung – so lautet der Wunsch des Antragstellers, derzeit aus den oben genannten rechtlichen Gründen ausgeschlossen. Um diesem Wunsch gerecht zu werden, müsste aus dem Grünland im Flächennutzungsplan eine Wohnbaufläche werden. Der Landschaftsplan der Stadt definiert das Gelände derweil als Areal, „das der Erholung dienen soll und für das Ortsbild und für das Stadtklima zu sichern und zu entwickeln ist“. Und eben darauf pochte Christian Andresen (SSW), als er den Bereich die „innerstädtische grüne Lunge“ nannte, die „auf jeden Fall“ zu erhalten sei. Auch Norbert Dick (Grüne) machte sich für den Schutz der früheren Kleingärten stark, erklärte eine Umwandlung in Bauland für „nicht zielführend“ und forderte stattdessen, erst die Entwicklung der bereits in Wohnbauflächen veränderten Gebiete, beispielsweise an der Schulstraße, zu einem Abschluss zu bringen. Zudem sei die Anbindung an die B  199 an dieser Stelle problematisch.

Dem Antrag „sehr gerne zustimmen“ wollte indes Axel Langkowski (CDU). „Der Bedarf an Wohnbauflächen ist immens“, sagte er. „Und wir wissen nicht, wann und wie in Mehlby gebaut wird.“ Und in den Augen Lars Braacks (SPD) ist das Gelände aufgrund seiner stadtnahen Lage äußerst attraktiv für den Wohnungsbau. „Außerdem“, so Braack weiter, „ist der aktuelle Zustand einfach unerträglich“.

Die Lage spielte auch für Matthias Mau (CDU) eine Rolle, als er forderte: „Wir haben mitten in der Stadt eine Fläche, die einfach so daliegt. Wir müssen uns dem Thema stellen.“ Damit hatte er den grundlegenden Ansatz aufgegriffen, den vor ihm schon Rainer Moll (SPD) und Michael Arendt (LWG) formuliert hatten, nämlich, wie Moll sagte: „Wir beschließen jetzt ohnehin nur eine Anfrage bei der Landesplanung, ob aus dem Gelände überhaupt eine Wohnbaufläche werden könnte.“ Tatsächlich entscheidet die Landesplanung darüber, ob, so ging es aus der Beschlussvorlage hervor, eine zusätzliche Wohnflächenausweisung an dieser Stelle aus landes- und regionalplanerischer Sicht genehmigungsfähig ist. Das Ergebnis soll dann in der Politik erneut beraten werden, erst dann wird es tatsächlich konkret. Sieben Ausschussmitglieder konnten diesem Ansinnen folgen, ein Mitglied (SSW) enthielt sich. Das verriegelte Gartentor allerdings hat schon jetzt seine besten Tage hinter sich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen