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Kappeln : Neue Leiterin will die Bücherei als Marke festigen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Petra Herzig tritt die Nachfolge von Susanne Freier an. Auf die Stelle gab es sechs Bewerber.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2015 | 07:30 Uhr

Am ersten Arbeitstag machte Petra Herzig ihren Antrittsbesuch bei der Stadtverwaltung. Schließlich ist die Stadt ihr neuer Dienstherr. Dann ging es für die neue Stadtbüchereileiterin an ihren eigentlichen Arbeitsplatz zu den für sie neuen Kolleginnen. „Die Motivation ist riesig groß“, sagt die gebürtige Hessin. Und dieser Ausspruch ist auch Zeichen ihrer eigenen Motivation. Petra Herzig hat Lust auf die Aufgabe in Kappeln.

„Ich kenne die Bücherei von früher und ich mag es, in kleineren Teams zu arbeiten“, sagt sie. Da sei das Hierarchiedenken nicht so ausgeprägt, da ginge es mehr um die Freude an der Bücherei. „Und die ist hier in Kappeln vorhanden“, versichert die 45-Jährige. Auch der Standard der Bücherei findet Herzigs Zustimmung. „Auf dem Niveau kann man aufbauen.“

Petra Herzig, zuletzt Leiterin der Fahrbücherei in Flensburg und davor Bibliotheksleiterin in Süderbrarup, tritt die Nachfolge der im März verstorbenen Susanne Freier an. Unterlagen von sechs Bewerberinnen hatte Wolfhard Kutz auf seinem Schreibtisch im Rathaus liegen. Eingeladen zum Vorstellungsgespräch hatte der Fachbereichsleiter vier Damen, von denen drei erschienen. Am Ende lief es auf zwei Bewerberinnen hinaus, denen Kutz gleichermaßen große Erfahrung und hohe Motivation attestierte. Die Wahl fiel schließlich auf Petra Herzig. Kutz’ Begründung: „Frau Herzig zeigte einfach eine besonders große emotionale Begeisterung.“ Auch deshalb erhofft sich das Rathaus von ihr weitere frische Ideen, die der Bücherei zugute kommen.

Mit konkreten Ideen wollte die Diplom-Bibliothekarin allerdings noch nicht rausrücken. „Ich will mich da noch nicht auf eine Richtung festlegen.“ Doch bestimmte Vorstellungen für die Bücherei hat sie bereits. Die Schwelle soll niedrig sein. Die Bücherei soll ein einladender Ort für Kindergarten, Schule und auch Flüchtlinge sein. „Die Stadtbücherei stelle ich mir als lebendigen Treffpunkt des Bildungs- und Kulturwerkes in Kappeln vor“, so die neue Büchereileiterin.

Wichtig ist Petra Herzig diese Lebendigkeit sowie der Nachwuchs. „Ziel sollte es sein, dass jedes Kind, was in die Schule kommt, vorher auch einmal die Bücherei besucht hat“, erklärt die verheiratete Mutter zweier Kinder. Darüber hinaus gelte es am Nutzer und seinen Wünschen so nah wie möglich zu sein. So würden Ältere vor allem Bücher und Hörbücher ausleihen, während sich Jüngere mehr für die Online-Ausleihe, CDs und DVDs interessierten. Eine Bücherei müsse dazu offen sein für neue Entwicklungen, denn die Medien veränderten sich. „Doch wir müssen auch nicht jedes Pferd reiten“, meint die in Selk wohnhafte Herzig. Dafür könne man viel mit Austauschbeständen arbeiten.

Überhaupt setzt Herzig viel auf Netzwerke. „Da kann man mit wenig Geld viel bewirken.“ Diese Netzwerke hat sie während eines Praxissemesters in Australien kennen gelernt. „Dort ist der nächste Briefkasten manchmal elf Kilometer entfernt, da braucht man Netzwerke.“ Des Weiteren will sie die Beschriftung der Regale, aber auch der Medienkisten, verbessern. „Ich möchte gerne die Stadtbücherei als Marke festigen.“

Dabei ist die Bibliothek für sie auch ein Standortfaktor für mehr Lebensqualität. Und auch den sozialen Aspekt hat Petra Herzig dabei im Auge: „Eine Bibliothek ist eine Chance für alle Bürger und auch ein Stück Bildungsgleichheit.“

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