Gelting : Neue Glocken zum Greifen nah

Von dem Verkauf von Kaffeebechern und Kerzen erhoffen sich Glockenbeauftragter Gerd Fürstenberg (li.) und Pastorin Janine Linde, weiteres Geld für die neuen Kirchenglocken einnehmen zu können.
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Von dem Verkauf von Kaffeebechern und Kerzen erhoffen sich Glockenbeauftragter Gerd Fürstenberg (li.) und Pastorin Janine Linde, weiteres Geld für die neuen Kirchenglocken einnehmen zu können.

Die Kirchengemeinde Gelting nimmt 61.000 Euro aus Spenden und Aktionen für drei neue Glocken ein.

shz.de von
08. Juli 2015, 12:30 Uhr

Wenn alles so läuft, wie es sich Pastorin Janine Linde und der Glockenbeauftragte des Geltinger Kirchengemeinderates, Gerd Fürstenberg, erhoffen, kann Anfang 2016 der Startschuss für die Planung und danach für das Gießen der neuen Glocken in Auftrag gegeben werden. Beide sind optimistisch und gehen davon aus, dass ab Sommer nächsten Jahres wieder ein Vier-Glocken-Geläut ertönen wird – entsprechend dem Motto des Glockenprojektes „Bringen Sie Gelting wieder zum Klingen“. Nach wie vor wird um Glocken-Paten geworben. Aber noch klafft eine Finanzierungslücke von rund 15.000 Euro.

Im April 2013 verstummten die Glocken im hölzernen Turm von 1723, dessen Konstruktion laut einer Untersuchung von Experten in seiner Standsicherheit nicht gefährdet ist. Der Grund für das Verstummen: die beiden Eisenhartgussglocken von 1921 waren „auf“. Sie mussten stillgelegt werden, um jegliche Gefährdung zu unterbinden. Sie waren seinerzeit der Ersatz für zwei Bronzeglocken, die während des Ersten Weltkrieges für Rüstungszwecke abgegeben werden mussten. Geblieben war letztlich nur eine Bronzeglocke von 1967, die zu besonderen Anlässen geläutet wurde.

Nun sollen drei neue Bronzeglocken gegossen und die noch vorhandene in das Geläut integriert werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 75.000 Euro. An Spenden und Erlösen aus Aktionen sowie Zuschüssen des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg, der Gemeinden Gelting, Rabenholz und Pommerby sind inzwischen rund 61.000 Euro zusammen gekommen. Einen Teil davon, nämlich 5000 Euro, brachte jetzt die Bonifizierungsaktion der Nordkirche, bei dem sich die Kirchengemeinde mit ihrem Glockenprojekt beworben hatte. Die noch fehlenden rund 15.000 Euro sollen durch weitere Spenden und Aktionen zusammengebracht werden. So hat die Kirchengemeinde Glocken-Kaffeebecher und -Kerzen anfertigen lassen, die im Kirchenbüro und in der Geltinger Nospa-Filiale erhältlich sind.

Zwei dieser Tassen hat Gerd Fürstenberg – auch „Gerd Glocke“ genannt –, an seine in Virginia Beach in den USA lebende Tochter geschickt – und die war begeistert. Für Pastorin Janine Linde ist klar, dass sie mit einem Stand bei den Geltinger Tagen vom 17. bis 19. Juli vertreten sein wird. Dort werden dann auch kleine, von Gemeindemitgliedern gestrickte „Socken“ mit Segenswünschen gegen eine Spende abgegeben – so kommt Euro zu Euro.

Und dann gibt es auch noch am Sonnabend, 11. Juli, ab 19 Uhr in der St.-Katharinen-Kirche ein Benefizkonzert zugunsten der erneuerungsbedürftigen Glocken. Das Motto lautet „Lieben Sie Chormusik?“. Mitwirkende sind der Geltinger Shanty-Chor, der Projektchor, der Männerchor Süderbrarup, der Geltinger Gospelchor, der Singkreis der Landfrauen sowie der Nordland-Kammerchor. Außerdem soll es für den gleichen Zweck am 17. Oktober ein Handglocken-Konzert der Gruppe „Arsis“ aus Estland geben.

Die neuen Glocken werden von der Künstlerin Rosemarie Vollmer aus Gondelsheim (Baden) „geziert“. Dabei besteht die Möglichkeit, die Namen von Großspendern (ab 150 Euro) in die sogenannte „Glockenzier“ mit einzugießen. Interessenten melden sich bei Gerd Fürstenberg, Tel.  0  46  43  /  18  56  67  78, E-Mail: gerd-fuerstenberg@t-online.de.

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